Anleihen Meldung

Ökotraum zerstört. Statt Rendite aus Windkraft zu kassieren, bangen EECH-Anleger nun um ihr Geld.

Zehntausende Anleger des grünen Emissionshauses EECH werden vermutlich kaum etwas von ihrem Geld wiedersehen. Finanztest warnte seit 2005 vor den Anleihen der Firma.

Firma. Vor kurzem ging die Wind- und Solarfirma EECH AG pleite, nun hat auch die Hamburger EECH Group AG Insolvenz angemeldet. Ebenfalls insolvent ist ihre Tochter, die EECH Windkraft Italien Projektentwicklung sowie die Deutsche Immobilien Grundvermögen Holding AG.

Anleger. EECH-Anleger haben schlechte Karten für Schadenersatz. Dennoch sollten sie ihre Forderungen bei Insolvenzverwalter Burckhardt Reimer, Domstraße 15, 20095 Hamburg, anmelden. Eventuell erhalten sie dann noch etwas Geld zurück.

Geschichte. Finanztest hatte wiederholt vor den krummen Geschäften der EECH-Gruppe gewarnt. So hatte die EECH AG mit hohen Zinsversprechen für grüne Anlagen in Wind und Sonne geworben. Anders als angekündigt wurden dann große Teile des Anlegergelds unter anderem für den Kauf von Kunstwerken verwendet.

Klagen. Tarik Ersin Yoleri, Vorstand der EECH AG und Drahtzieher im Konzern, verteidigte die Kunstkäufe als vertragsgemäß. Auch bot der Konzern neben den Wind- und Solaranleihen eine Kunstanleihe an. Doch Hunderte grüne Anleger fühlten sich getäuscht. Als Zinsen verspätet oder gar nicht mehr gezahlt wurden, kündigten sie ihre Verträge und klagten auf Rückzahlung ihres Geldes. Vor Gericht erhielten sie recht. Die Staatsanwaltschaft Hamburg leitete Ermittlungen wegen des Verdachts des Anlagebetrugs ein.

Rettungsversuch. Zuletzt half der EECH Group auch der Verkauf der EECH AG nicht mehr, ihre finanziellen Probleme zu lösen. Sie konnte auch den Anlegern der Kunstanleihe „Art Invest“ keine Zinsen mehr zahlen.

Die EECH AG, EECH Group AG und Tochterfirmen stehen auf der Warnliste Geldanlageangebote.

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