Ausgerechnet das Anlegerschutzverbesserungsgesetz hat die Prospekthaftungsansprüche von Kapitalanlegern verschlechtert. Schadenersatz wegen fehlerhafter Prospekte können nur noch die Käufer verlangen, die Anteile an geschlossenen Fonds oder Unternehmen in den sechs Monaten nach Vertriebsstart gekauft haben. Geschlossene Fonds werden aber meist ein Jahr lang, Unternehmensbeteiligungen häufig noch länger zum Kauf angeboten.

Als verfehlt und ungerecht bezeichnet die Münchener Kanzlei Mattil & Kollegen diese in dem Gesetz von 2005 neu eingeführte Regelung in einem Brief an das Bundesfinanzministerium. In Frankreich könnten Anleger beispielsweise zehn Jahre lang Schadenersatz wegen fehlerhafter Prospekte fordern. Das Gesetz müsse dringend korrigiert werden. Gerade bei geschlossenen Fonds, die oft länger als sechs Monate verkauft würden und für die es keine Börsenkurse gebe, sei eine solche Regelung nicht zu verstehen.

Die Kanzlei hat das Problem auch der Europäischen Kommission in Brüssel vorgetragen und eine Änderung des Gesetzes gefordert.

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