Das neue Anlegerschutzverbesserungsgesetz (AnSVG), das am 1. Juli 2005 in Kraft treten soll, bietet Anlegern kaum mehr Schutz als bisher. Denn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wird Angebote für Unternehmensbeteiligungen auf dem staatlich nicht beaufsichtigten „grauen Kapitalmarkt“ nur formal prüfen und nicht die Qualität der Anlage beurteilen. Die neue Prospektpflicht ist für die Anbieter kein Problem. Schon bisher legen die meisten von ihnen Prospekte mit Risikohinweisen vor. Deshalb bietet die ab 2005 vorgeschriebene Prüfung, bei der die Bafin binnen 20 Werktagen prüfen muss, ob die Prospekte über Chancen und Risiken richtig informieren, kaum mehr Anlegerschutz.

Anlegerschützer können jetzt nur noch hoffen, dass die nun folgende Verordnung, die die Anwendung des Gesetzes regelt, verbraucherfreundliche Vorgaben enthält.

Aus Sicht von Finanztest müssen die Risiken der Anlage fett gedruckt auf der ersten Prospektseite stehen. Zudem sollten die wichtigsten Fakten wie Art, Ziel, Rendite und Sicherheit der Anlage kurz gefasst auf Seite 2 stehen. Generell sollten Prospekte auf das Wesentliche beschränkt werden.

100-Seiten-Prospekte sind kaum hilfreich. Die meisten Anleger quälen sich durch diese nicht hindurch und kennen deshalb die Risiken der Anlage nicht.

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