Anlegerschutz Meldung

Viele Sparer werden von ihrer Bank oder windigen Beratern übers Ohr gehauen. Nun soll ein neues Gesetz helfen.

Defizite

Als Defizite beim Anlegerschutz nennt der Gesetzentwurf vor allem Verkaufsdruck, Provisionsinteresse und mangelnde Qualifikation der Kundenberater. Substanzielle Verbesserungen seien nötig, um Falschberatungen zu vermeiden.

Beipackzettel

Deshalb sollen Banken künftig die wesentlichen Merkmale eines Sparprodukts auf einem Infoblatt erklären. So einen „Beipackzettel“ boten einige bisher schon freiwillig. Das Blatt darf maximal drei Seiten umfassen. Es soll das Produkt erklären, Kosten, Renditen und Risiken: Wie sind die Chancen, dass der Anleger sein Geld zurückerhält? Die Info darf auch elektronisch sein, ein Hinweis auf die Internetadresse reicht.

Datenbank

Banken und andere Finanzdienstleister müssen ihre Kundenberater der Bafin melden. So kann sie Informationen über Qualifikation, Tätigkeitsfeld und Einsatzort sammeln sowie sich ein Bild über die Personalfluktuation machen. Auch Kundenbeschwerden müssen die Institute melden. Wo das oft passiert, soll die Bafin ein besonders wachsames Auge haben, also Filialen vor Ort besuchen sowie Gespräche mit dem Vertrieb und mit Beratern führen.

Bußgeld

Setzen die Institute unqualifizierte Berater ein oder empfehlen ungeeignete Produkte, kann die Bafin bis 200 000 Euro Bußgeld verhängen.

Immobilienfonds

Seit fünf Jahren setzen einige Fonds die Rücknahme der Anteile aus — Sparer kommen vor-übergehend nicht mehr an ihr Geld. Grund ist oft, dass große Finanzinstitute hohe Beträge plötzlich abzogen, weil anderswo höhere Renditen winkten. Um auszahlen zu können, hätten die Fonds schnell Immobilien verkaufen müssen, was aber zu einem Wertverfall geführt hätte. Geplant ist nun, dass Anleger ihre Anteile zwei Jahre halten müssen, im dritten Jahr können sie mit 10 Prozent Abschlag verkaufen, im vierten mit 5 Prozent, erst danach ohne. Dies gilt aber nur ab 5 000 Euro pro Monat. Damit sind Kleinanleger davon nicht betroffen.

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