Anlegen mit Zinsgarantie: Ich bin so frei

Flexibilität hat ihren Preis. Doch auch Anleger, die sich nicht auf eine Laufzeit festlegen, finden attraktive Produkte.

Wer sein Geld sicher anlegen, den Zeitraum der Anlage aber offen halten möchte, dem gibt Finanztest drei Empfehlungen: Bundesschatzbriefe, eine Mischung aus Anleihen und Bankprodukten mit unterschiedlichen Laufzeiten und vor allem die Sparangebote der Kreditinstitute mit vorzeitiger Kündigungsmöglichkeit und Zinstreppe.

Jährlich steigende Zinsen

Mit letzterer Alternative sind Sparer am besten bedient, die flexibel und unabhängig von der allgemeinen Zinsentwicklung investieren möchten. Sie legen ihr Geld an und können den abgeschlossenen Vertrag meist frühestens nach zwölf Monaten kündigen. Danach können sie nach Ablauf einer meist dreimonatigen Kündigungsfrist frei über ihr Geld verfügen. Für die Laufzeit ist meist ein jährlich steigender Zins vereinbart. Die besten Angebote für diese Anlagen hat Finanztest recherchiert.

Da diese Produkte ähnlich funktionieren wie Bundesschatzbriefe, sollte ein attraktives Produkt nicht nur zum Laufzeitende, sondern auch in den einzelnen Laufzeitjahren eine bessere Rendite bieten als die Bundespapiere. Nur so schneidet der Anleger auch bei einem vorzeitigen Ausstieg gut ab.

Dieses Kriterium erfüllt zum Beispiel die Allgemeine Deutsche Direktbank (Diba) mit ihrem Extra-Zinswachstum. Ihre Offerte bringt bereits bei einer zwei­jährigen Anlage unerreichte 4,1 Prozent Rendite. Mit einem Zinsertrag von 4,44 Prozent nach fünf Jahren liegt sie immer noch in der Spitzengruppe der Anbieter. Zum Vergleich: Die Rendite des Bundesschatzbriefs Typ A mit 3,12 Prozent nach zwei und 3,77 Prozent nach fünf Jahren nimmt sich gegenüber dem Diba-Produkt eher bescheiden aus.

Grundsätzlich gilt bei flexiblen Bankprodukten, dass sich eine gezielte Suche nach einem geeigneten Sparprodukt auf alle Fälle lohnt. Denn gerade die kleineren Anbieter sind es, die Kunden mit attraktiven Angeboten locken.

Achten sollten die Anleger unbedingt auf die Angaben zum Ertrag. Nur die jährliche Rendite garantiert eine Vergleichbarkeit der Angebote. Doch die Banken sind nicht dazu verpflichtet, diese anzugeben. Gerne nennen sie den Kunden stattdessen den durchschnittlichen jährlichen Wertzuwachs der Anlage; doch der ist wegen der Wiederanlage der Zinsen immer höher als die jährliche Rendite.

Begrenzt flexible Anlagen

Anleger, die flexibel über ihre Sparsumme verfügen wollen, werden gelegentlich mit einer teilvariablen Sparanlage konfrontiert. Bei ihr ist der Anlagebetrag nur zum Teil oder nicht ohne Einbußen verfügbar. Deshalb sind die­se Einmalanlagen mit eingeschränkter vorzeitiger Verfügbarkeit in der Tabelle von den anderen Offerten getrennt dargestellt worden.

Aber auch bei diesen Produkten lohnt sich eine Sondierung der Angebote, da sie vereinzelt gute Renditen bieten. So verspricht zum Beispiel die Volkswagen Direct-Bank bei ihrem Vario Sparbrief Typ B 4 Prozent Rendite für eine zweijährige und 4,61 Prozent Zinsen für eine fünfjährige Anlage. Bei einem vorzeitigen Ausstieg gibt es nur einen Haken: Die Mindestanlage von 2 500 Euro ist nicht verfügbar.

Passend mischen

Anleger, die flexibel bleiben, aber kein Risiko eingehen möchten, können sich einen Produktmix mit unterschiedlichen Verfügbarkeiten zusammenstellen. Sie splitten ihre Anlagesumme selbstständig und suchen sich aus den Tabellen für die Bankprodukte mit und ohne vorzeitige Kündigung jeweils die besten Angebote heraus. Mischen kann man ebenfalls unflexible Bankprodukte und Tagesgeld. Sie haben allerdings einen Nachteil: Die Banken können den Zinssatz jederzeit senken.

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