Anlegen mit Zinsgarantie: Zinsen satt

Wer auf die Strategie „Kaufen und durchhalten“ setzt, erzielt die höchste Rendite. Bankprodukte schneiden am besten ab, doch auch Pfandbriefe können mithalten.

Kein Zinsprodukt bringt bei gleicher Sicherheit derzeit mehr Rendite als die besten Festzinsanlagen der Banken und Sparkassen ohne vorzeitige Verfügbarkeit. Für Anleger, die ihre Sparsumme für einen bestimmten Zeitraum entbehren können, sind sie erste Wahl. Um die lukrativsten Angebote zu finden, hat  Finanztest rund 70 Offerten für wenig flexible Einmalanlagen, also Sparbriefe, Spar- und Festgeldanlagen, unter die Lupe genommen. Anleger, die ihr Geld zwischen ein und zehn Jahren festlegen wollen, finden in der Tabelle das beste Angebot für ihre Wunschlaufzeit.

Die besten Konditionen (Stichtag 1. Juli) bei einem Anlagezeitraum von vier beziehungsweise fünf Jahren haben die Sparbriefe der AKB Bank und der CC-Bank. Sie bieten jeweils 5 Prozent Zinsen für vier Jahre sowie 5,1 Prozent für fünf Jahre an. Der Abstand zu anderen Angeboten zeigt, dass sich ein Vergleich lohnt: Die Santander Direkt Bank gewährt etwa für die gleichen Zeiträume 3 beziehungsweise 3,5 Prozent – ein Unterschied von bis zu 2 Prozentpunkten.

Bei einer Laufzeit von zehn Jahren steht zwar die Debeka Bausparkasse mit 5,45 Prozent Zinsen an der Spitze. Doch angesichts des derzeit niedrigen Zinsniveaus sollten Sparer sich nicht länger als fünf Jahre binden.

Welche Zinszahlung passt zu mir?

Die Rendite, die bei Sparbriefen dem Nominalzins entspricht, sollte bei der Produktwahl nicht das einzige Auswahlkriterium sein. Das zeigen die Testsieger für fünfjährige Laufzeit: Die AKB Bank zahlt die Zinsen gleich während der Laufzeit aus. Die CC-Bank dagegen schreibt diese gut: Der Sparer profitiert so vom Zinseszinseffekt und muss sich keine Gedanken machen, wie er seine Zinsen wieder anlegen soll. Die Angebote sind in der Tabelle deshalb getrennt aufgeführt – je nachdem, ob sie die Zinsen ansammeln oder ausschütten.

Einige Banken bieten eine Produktvariante an, bei der die gesamten Zinsen zum Laufzeitende zufließen. Doch hier müssen Anleger aufpassen: Übersteigen die Zinsen den Sparerfreibetrag, schlägt der Fiskus zu. Sinnvoll kann diese Variante sein, wenn im Jahr der Zinszahlung die steuerpflichtigen Einkünfte besonders niedrig sind.

Die Finanztest-Analyse zeigt, dass es keine Bank gibt, die Top-Angebote für alle Laufzeiten hat: Bei einem Anlagezeitraum von zwei Jahren ist zum Beispiel die PSD Bank Düsseldorf mit ih­rer 4,5-Prozent-Offerte Testsieger. Und das bei einer vergleichsweise niedrigen ­Mindestanlagesumme von 500 Euro. Bei längeren Laufzeiten können ihre Angebote dagegen nicht mithalten. Wer ein Produkt ohne vorzeitige Verfügbarkeit kaufen möchte, sollte sich immer erkundigen, ob die Konditionen noch aktuell sind. Denn der Stichtag der Erhebung ist der 1. Juli 2002.

Pfandbriefe als Alternative

Als Alternativen kommen Pfandbriefe infrage. Sie sind börsentäglich verkäuflich. Doch ob der Verkäufer sein Papier zu einem angemessenen, täglich aktualisierten Kurs veräußern kann, ist bei den geringen Handelsgrößen fraglich. Hinzu kommt das Risiko von Zinsveränderungen. Die Gefahr eines Verlustes ist somit groß. Wer in kleine Pfandbriefe investiert, sollte deswegen nicht vor dem Fälligkeitstermin auf sein Geld angewiesen sein, sondern Barreserven, etwa als Tagesgeld, in petto haben.

Nahezu alle Pfandbriefe können über jede Bank oder Sparkasse gekauft werden. Beim Kauf und Verkauf sind in der Regel Spesen zwischen 0,25 und 0,5 Prozent des Wertes fällig. Hinzu kommen häufig Depotgebühren zwischen 0,1 und 0,2 Prozent pro Jahr. Wer sich diese Kosten sparen will, sollte seine Pfandbriefe per Direktkauf bei der ausgebenden Hypothekenbank erwerben – etwa über Internet oder Telefon. Es gibt derzeit drei Hypothekenbanken, die Privatanlegern Direktkäufe ohne Gebühren und Depotkosten ermöglichen: die Berlin Hyp, die Deutsche Pfandbriefbank (Depfa) und die DG Hyp. Bei der DG Hyp zum Beispiel ist die Suche nach Pfandbriefen denkbar einfach: Auf der Website www.dghyp.de können Anleger ihre Wertpapiere mithilfe einer Suchmaske individuell auswählen und online ein kostenloses Depot eröffnen.

Versprechen kleine Pfandbriefe eine höhere Rendite als Bankprodukte mit gleicher Laufzeit und verursachen sie zudem keine Kauf- und Lagerkosten, sollten Anleger zugreifen. Gleiches gilt für Jumbo-Pfandbriefe. Ihr Emissionsvolumen ist mit mindestens 500 Millionen Euro wesentlich höher als das kleiner Pfandbriefe. Attraktive Jumbo-Anleihen können Sie zum Beispiel unter www.bondboard.de finden. Mit einer Suchmaske können sich Anleger dort die Angebote der jeweiligen Kreditinstitute anzeigen lassen.

Mit Pfandbriefen gehen Anleger zwar wie bei Banksparprodukten ohne Kündigungsmöglichkeit auch das Risiko ein, dass sich im Anlagezeitraum die Marktzinsen verbessern und sie nicht davon profitieren können. Kursverluste drohen ihnen aber bei der „Kaufen-und halten-Strategie“ nicht.

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