Häufige Fragen rund um Indexfonds: Wo kann ich ETF kaufen?

Wie kaufe ich einen ETF? Brauche ich ein spezielles Konto?

Alle Bank­kunden mit einem Wert­papierdepot können ETF kaufen. Wer bei einer Direkt­bank ist, gibt den Auftrag selbst ein. ETF werden an verschiedenen Wert­papierbörsen gehandelt, der Anleger muss sich für einen dieser Handels­plätze entscheiden. Filial­bank­kunden lassen den Kauf­auftrag von ihrem Berater ausführen.

Fonds für den MSCI World gibt es von vielen Anbietern. Ist es egal, welchen ich kaufe?

Fast. Ihren Zweck erfüllen alle MSCI-ETF, die wir kennen. Die Unterschiede liegen im Detail, zum Beispiel der Index­nach­bildung. Einige ETF enthalten dieselben Aktien wie der Index oder zumindest eine repräsentative Auswahl davon. Es gibt aber auch sogenannte Swap-ETF, die den Index auf andere Weise nach­bilden. Finanztest sieht darin kein Problem, aber manchen Anlegern ist ein Fonds mit „Original­aktien“ wichtig. Anderer­seits sind Swap-ETF für Anleger, die ihren Frei­betrag ausgeschöpft haben, steuerlich interes­sant, da sie meist Dividenden­erträge in Kurs­zuwächse umwandeln. Im Produktfinder Fonds finden Anleger diese Information neben weiteren Punkten wie den jähr­lichen Kosten.

Gibt es bei ETF ein Verlustrisiko, wenn ja, wie hoch ist es?

Ja, mit ETF können Anleger Geld verlieren. Wie hoch das Verlustrisiko ist, hängt vom Index ab. Mit einem ETF, der den Welt­index MSCI World nach­zeichnet, konnten Anleger in den vergangen zehn Jahren rechnerisch fast 50 Prozent ihres Einsatzes verlieren, wenn sie den Fonds zum jeweils ungüns­tigsten Zeit­punkt kauf­ten und verkauften. Schuld war die Finanz­krise im Jahr 2008, in der die Börsen zwischen­zeitlich extrem einbrachen.

Kann mein ETF unabhängig vom Börsenrisiko pleite­gehen?

Diese Gefahr gibt es theoretisch. Dass alle Aktien im abge­bildeten Index wert­los werden, ist aber nahezu unmöglich. Und wenn die Fonds­gesell­schaft oder Depot­bank pleite­geht, sind die Fonds­anteile der Anleger gut geschützt. Sie gelten als Sonder­vermögen und dürfen deshalb von Gläubigern des Anbieters nicht angetastet werden.

Warum sind ETF fast immer schlechter als der Index selbst?

Selbst wenn die Fonds­gesell­schaft sehr gute Arbeit macht, wird sie die Index­entwick­lung nicht ganz einholen. Die unver­meidlichen Kosten stehen diesem Vorhaben im Wege. Außerdem muss der Fonds von Dividenden­einnahmen, die in unseren Indexbe­rechnungen enthalten sind, meist lokale Quellen­steuern abführen. Sie werden in dem Land fällig, in dem die Aktiengesell­schaften aus dem Index ihren Firmensitz haben. Viele Fonds versuchen durch Zusatz­einnahmen, wie das Verleihen von Wert­papieren, die Differenz zu minimieren.

Bekomme ich bei Aktien-ETF auch Dividenden?

Anleger werden in jedem Fall an den Dividenden der Aktiengesell­schaften im Fonds beteiligt. Das geschieht auf unterschiedliche Art. Bei thesaurierenden Fonds wandern die Erträge direkt ins Fonds­vermögen zurück und sorgen für einen wünschens­werten Zinseszins­effekt. Andere ETF nutzen die Aktiendividenden für Fonds­ausschüttungen. Falls der Anleger sie wieder anlegen will, muss er sich meist selbst darum kümmern. Manche Depot­banken bieten auch die auto­matische Wieder­anlage an.

Kann ich mit ETF auch regel­mäßig sparen?

Ja, ETF für den globalen oder europäischen Aktienmarkt eignen sich sogar ideal zum Sparen. Bei Filial­banken ist es allerdings schwierig, solche Sparpläne abzu­schließen. Bei Direkt­banken erhalten Anleger meist güns­tige Konditionen, manche bieten zumindest vorüber­gehend sogar ETF-Sparpläne ohne Neben­kosten an.

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