Anlegen mit Fonds: Einfach einkaufen

Es ist wie auf dem Markt. Fonds kaufen heißt Angebote vergleichen. Wer genau hinguckt, spart Geld und steigert die Rendite.

Fonds gibt es oft nicht direkt beim Erzeuger, also nicht bei der Fonds­gesell­schaft. Auch der direkte Zugang zu den Groß­märkten, den Börsenplätzen, ist Privat­anlegern verschlossen. Um zu kaufen, müssen sie einen Zwischenhändler einschalten. Das kann die Haus­bank sein, eine Direkt­bank oder ein freier Fonds­vermittler.

Der Zwischenhändler öffnet die Zugänge zu den Fonds­gesell­schaften und zu den Börsen. Dass er an der Vermitt­lung der Fonds­anteile etwas verdienen will, versteht sich von selbst. Zwar lässt sich am Preis der Anteile nicht drehen. Doch je nach Fonds und nach der Kauf­quelle sind die Kosten für den Kauf sehr unterschiedlich. Für Fonds­anteile im Wert von 3 000 Euro können knapp 40 Euro, aber auch 140 Euro und mehr fällig werden.

Ein wichtiger Posten ist der Ausgabe­aufschlag. Das ist der Unterschied zwischen dem Ausgabepreis und dem tatsäch­lichen Wert eines Fonds­anteils. Er wird beim Kauf über die Fonds­gesell­schaft fällig. Bei Kauf an der Börse gibt es ebenfalls Unterschiede zwischen An- und Verkaufs­preis, den Spread. Er ist aber meist deutlich geringer als der Ausgabe­aufschlag. Hinzu kommen hier aber noch Kosten für die Abwick­lung der Order.

Als Faust­regel für Anleger gilt, dass der Kauf über eine Filial­bank meist der teuerste Weg ist. Der Erwerb bei einer Direkt­bank ist güns­tiger. Hier müssen sie ihr Depot aber per Internet oder Telefon führen. Über einen freien Fonds­vermittler können erfahrene Anleger ihre Fonds teil­weise sogar ohne Gebühren kaufen.

ETFs gibts fast nur an der Börse

Anleger, die einfach und bequem mit ETF-Indexfonds auf die Chancen der Aktienmärkte setzen möchten (), können entspannt einkaufen. Denn bei den von uns empfohlenen Fonds ist der Spread, also der Unterschied zwischen An- und Verkaufs­kurs an der Börse gering. So weist der viel gekaufte db x-trackers MSCI World TRN Index ETF 1 C (LU 027 420 869 2) an verschiedenen deutschen Börsenplätzen Spreads zwischen 0 und 0,1 Prozent auf (siehe „Einfach die Welt kaufen“).

Wie schon der Name nahelegt – ETF steht für Exchange Traded Funds – sind diese Fonds haupt­sächlich an der Börse erhältlich. Anleger beauftragen daher eine Filial- oder Direkt­bank mit dem Kauf. Hierfür fallen unterschiedliche Kosten an. Bei der Deutschen Bank beispiels­weise kostet der Kauf eines ETFs 1 Prozent der Anlagesumme, mindestens jedoch 30 Euro.

Die Direkt­bank comdirect ist deutlich güns­tiger. Sie verlangt bei Online-Abwick­lung eine Grund­gebühr von 4,90 Euro und 0,25 Prozent der Kauf­summe.

Achtung: In der Haus­bank ist Steh­vermögen gefragt. Denn der Bank­angestellte möchte natürlich viel lieber einen Fonds mit hohem Ausgabe­aufschlag verkaufen als die für Kunden güns­tigeren ETFs.

Viele Wege bei gemanagten Fonds

Bei aktiv gemanagten Fonds ist der Preis­vergleich auf dem Markt besonders wichtig, denn hier können höhere Kosten entstehen.

Wir haben die verschiedenen Markt­gassen einmal abge­schritten, in denen es diese Fonds gibt. Geschaut haben wir immer nach dem gleichen Produkt: Anteilen des DWS Global Growth im Wert von 3 000 Euro.

  • Unser Muster­mensch ist Kunde bei der Deutschen Bank. Die eröffnet für ihn zum Beispiel das Privatdepot Comfort und kauft dann die Fonds­anteile mit einem Ausgabe­aufschlag von 5 Prozent bei ihrer Tochter, der Fonds­gesell­schaft DWS.

Gutgeschrieben bekommt der Kunde von den 3 000 Euro 2 857,20 Euro. Die Differenz ist der Ausgabe­aufschlag.

  • Bei manchen Gesell­schaften kann sich der Kunde direkt an die Fonds­gesell­schaft wenden, ohne seine Bank einzuschalten. Bei der DWS zum Beispiel geht das. Er eröffnet per Mausklick unter www.dws-direkt.de ein Depot bei der Fonds­gesell­schaft. Der Ausgabe­aufschlag beträgt hier 5 Prozent. Allerdings sind die Depot­gebühren der DWS günstig. Sie verwahrt die Anteile für 8,93 Euro im Jahr. Die Deutsche Bank will mindestens 19,99 Euro haben.
  • Unser Muster­kunde ist damit nicht zufrieden. Er beauftragt den Berater der Deutschen Bank, für 3 000 Euro Anteile des Global Growth an der Börse zu kaufen. Das soll ihm den Ausgabe­aufschlag ersparen. Kostenlos ist der Handel dennoch nicht. Die Bank verlangt Kauf­spesen. In diesem Fall sind dies 1 Prozent vom Kurs­wert, mindestens aber 30 Euro.

Auch der Börsenmakler, der den Auftrag bearbeitet, will entlohnt werden. Er nimmt 0,08 Prozent der Anlagesumme. Das sind 2,40 Euro. Mehr verdient er am Unterschied zwischen dem Ankaufs- und dem Verkaufs­preis an der Börse. Am Abend des 28. Januar betrug der Spread 0,8 Prozent, also 24 Euro.

Kauf­spesen, Kurtage und Spread addieren sich in unserem Fall auf 56,40 Euro. Dazu kommt noch ein Entgelt für den Börsen­platz von 4,50 Euro. Der Kauf kostet also 60,90 Euro. Das sind 81,90 Euro weniger als bei der Variante mit Ausgabe­aufschlag.

Direkt­bank mit Rabatt

Bevor sich der Markt verläuft, prüft unser Muster­kunde noch den Kauf der Fonds­anteile bei einer Direkt­bank im Internet.

  • Für viele Fonds bieten diese Rabatte auf den Ausgabe­aufschlag. Comdirect zum Beispiel will für den DWS Global Growth nur 2,5 Prozent haben, also 73,17 Euro.
  • Auch die Direkt­bank hat einen Draht zur Börse. Für den Kauf der Anteile des DWS Global Growth verlangt comdirect als Zwischenhändler eine Grund­gebühr von 4,90 Euro und eine Provision von 0,25 Prozent der Anlagesumme. Das sind 7,50 Euro. Dazu kommen wiederum die Maklerkurtage von 2,40 Euro und der Spread. Fällig werden also nur 38,80 Euro. Dieser Preis ist heiß!

Das Depot bei comdirect kostet 23,40 Euro im Jahr, oder gar nichts, wenn der Kunde bei der Direkt­bank ein Giro­konto unterhält.

Lohnen kann sich auch ein Blick in die Auslagen der freien Fonds­vermittler. In der Regel verzichten sie ganz auf den Ausgabe­aufschlag. Unser Muster­kunde könnte also die 3 000 Euro auf die hohe Kante legen, ohne Bank- oder Börsen­gebühren zahlen zu müssen. Der freie Fonds­verkäufer vermittelt dem Kunden ein Depot, meist bei ebase. Das kostet Geld, es sei denn der Depot­wert über­steigt 20 000 Euro.

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