Tipps zur Fonds­auswahl

Gleich, ob Anleger lieber aktiv gemanagte Fonds oder ETF kaufen und welche Strategie sie mit ihren Fonds verfolgen – sie sollten ein paar wichtige Ratschläge beherzigen. Das fängt beim Depot­aufbau an, geht über die richtige Wahl der einzelnen Fonds und reicht bis zur Optimierung der Kosten.

Umsetzung leicht gemacht

Anleger können unsere Strategie-Ideen leicht mit unserem Produktfinder Fonds umsetzen. Sie können dort nach den Fünf-Punkte-Fonds filtern und diese zum Beispiel nach Markt­nähe sortieren, die markt­fernsten Fonds stehen unten. Wer risikoarme Fonds sucht, sortiert nach der Pechrendite. Hier stehen die besten oben. Anleger, die sich für die chancenreiche Strategie interes­sieren, sehen nach Fonds mit hoher Glücks­rendite. Danach lässt sich ebenfalls sortieren, genauso wie nach der höchsten Einjahres- oder der höchsten Fünf­jahres­rendite.

Vorsicht Kosten

Die Anla­gestrategien mit aktiv gemanagten Fonds umzu­setzen, so wie wir sie getestet haben, wird wegen der Tausch­kosten in der Regel teuer. Ohne Anpassen ist jedoch das Risiko groß, mit einer Lusche unterwegs zu sein. Wer nur auf markt­breite ETF setzt, hat diese Probleme nicht. Er kauft einen der empfohlenen markt­breiten ETF aus den Gruppen Aktienfonds Welt oder Europa – welcher, ist gleich – und behält ihn. Hier gibt es eine Übersicht der ETF. Wenn Anleger mit aktiven Fonds aber einige Tipps beachten, kann sich ihr Investment auch nach Kosten lohnen.

Flexibel bleiben

Anleger müssen die in unseren Strategien verwendeten Regeln nicht sklavisch befolgen. Statt halb­jähr­lich können sie das Depot auch einmal pro Jahr prüfen. Wenn ein Fonds nicht mehr fünf, sondern nur noch vier Punkte in der Finanztest-Bewertung hat, können Anleger ihn auch behalten. Dasselbe gilt für Fonds, die zum Beispiel nicht mehr zu den drei markt­fernsten oder risikoärmsten gehören, sondern nur noch an vierter Stelle ihrer Kategorie stehen. Auch diese muss man nicht aussortieren. Schlechte Fonds sollten Anleger aber verkaufen.

Risiko­typ ermitteln

Bevor Anleger über­haupt ein Depot aufbauen, sollten sie zunächst die für sie passende Aktienquote finden. Halb Aktienfonds, halb sichere Anlagen – das ist ein guter Ausgangs­punkt für ein Portfolio, das zehn Jahre laufen kann.

In den breiten Markt investieren

Wichtig ist, in die richtigen Märkte zu investieren. Als Basis­investment geeignet sind Aktienfonds Welt und Aktienfonds Europa. In Deutschland kennen sich zwar viele aus, aber die Fonds sind relativ riskant. Auch andere Länder- oder Branchenfonds taugen nur zur Beimischung in ein gut gestreutes Depot. Anleger mit schmalem Budget und Einsteiger sollten bei markt­breiten ETF bleiben. Wer aktiv gemanagte Fonds kauft, sollte genug Geld haben, um es auf mehrere Fonds zu verteilen. Das Risiko, mit nur einem Fonds einen Fehl­griff zu tun, ist zu hoch.

Kosten nied­rig halten

Es ist eine Binsen­weisheit, aber viele Anleger beherzigen sie trotzdem nicht: Je weniger Kosten, desto mehr bleibt unterm Strich übrig. Das heißt, Anleger sollten zum einen möglichst güns­tige Fonds kaufen und zum anderen die Gebühren für das Fonds­depot und den Fonds­handel günstig halten. Wer mag und kann, führt sein Depot online, damit sparen auch Filial­bank­kunden Geld. Bei der Auswahl hilft der Test Depotkosten. Ebenfalls günstig sind Fondsvermittler im Internet.

Fonds­informationen von test.de

Alle Fonds gibt es im Produktfinder Fonds. Die Nutzung ist zwar teils kosten­pflichtig, bietet aber außer zahlreichen Zusatz­informationen auch eine praktische Merk­liste. Anleger können ihre Fonds dort speichern und über Jahre hinweg im Auge behalten. Äußerst hilf­reich bei der Fonds­suche ist die Punktewolke. Wer nicht aufwendig nach nied­rigster Pechrendite oder höchster Glücks­rendite fahnden will, schaut sich einfach das Diagramm an: Die besten Fonds sind links oben, die schlechtesten rechts unten. Risikoarme Fonds finden sich links, chancenreiche oben. Die Punktewolke hilft auch, die Bewertung zu verstehen. Die Farbe der Punkte zeigt die Noten für das Chance-Risiko-Verhältnis.

Der Bauch muss weg

Wichtig zum Schluss: Das Bauchgefühl ausschalten! Anleger sollten ihre einmal gewählte Strategie nicht ständig hinterfragen. Sie sollten auch nicht bei jedem Kurs­anstieg oder bei jeder Korrektur an den Börsen ihre Aktienquote über­denken. Das führt in den meisten Fällen zu über­mäßigem oder, noch schlimmer, zu zyklischem Handeln – kaufen bei steigenden Kursen und verkaufen bei fallenden Preisen, eine denk­bar schlechte Strategie. Also: Bauch weg, Kopf an!

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