Welches Zins­produkt passt: Vom schnellen Parken bis Liegenlassen

Erst über­legen, dann kaufen! Bevor sich Anleger für ein Produkt entscheiden, sollten sie sich klar darüber werden, wie lange sie anlegen wollen und welche Risiken sie tragen können.

Geld parken

Für die kurz­fristige Anlage, um den Notgroschen zu parken, eignen sich Tages­geld oder Fest­geld bei Banken. Für Tages­geld gibt es Zinsen über 2 Prozent, die sich allerdings täglich ändern können, für Fest­geld gibt es feste Zinsen. Kurs­schwankungen gibt es keine, der angelegte Betrag bleibt während der Lauf­zeit derselbe.

Tipp: Die besten Tages­geld- und Fest­geld­angebote finden Sie in den Produktfindern für Tagesgeldkonten und Festgelder und Sparbriefe.

Zielsparen

Wer weiß, dass er sein Geld zu einem bestimmten Zeit­punkt in ein paar Jahren braucht, legt sein Geld in Fest­zins­produkten mit passender Lauf­zeit an oder kauft Anleihen, die zum passenden Zeit­punkt fällig werden.

Fest­zins­produkte bieten feste Zinsen, Kurs­schwankungen gibt es keine, allerdings kommen Anleger an ihr Geld vor Fälligkeit auch nicht heran. Anleihen haben den Vorteil, dass man sie während der Lauf­zeit verkaufen kann. Es kann dann aber passieren, dass man weniger bekommt, als man beim Kauf bezahlt hat.

Tipp: Fest­zins­produkte finden Sie im Produktfinder Festgelder und Sparbriefe. Einzelne Anleihen empfehlen wir Ihnen dann, wenn Sie sie voraus­sicht­lich bis zur Fälligkeit behalten können. Am besten eignen sich Bundes­anleihen und Pfand­briefe. Die aktuellen Preise und Renditen finden Sie im Test Bundeswertpapier, Pfandbrief, Unternehmensanleihe.

Länger­fristig anlegen

Für Anleger, die ihr Geld auf unbe­stimmte Zeit fest­legen wollen, empfehlen wir Fonds, die in Anleihen investieren – sogenannte Rentenfonds. Die sichere Variante sind Rentenfonds Euro. Sie kaufen nur Anleihen, die auf Euro lauten oder gegen Euro abge­sichert sind. Hiesige Anleger gehen deshalb keine Währungs­risiken ein.

Anleger können zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds wählen. Bei aktiv gemanagten Fonds sucht ein Fachmann die Anleihen aus. Der passive Fonds bildet einen Index nach, der Anleihen enthält. Passive Fonds sind besser bekannt als börsen­gehandelte Indexfonds, kurz ETF (exchange traded funds).

Wer einen Sicher­heits­baustein für sein Depot sucht, hat es mit ETF bequem. Einmal den richtigen Fonds ausgesucht, kann er sein Depot laufen lassen und muss sich nicht andauernd kümmern. Anleger können mit Indexfonds auch gezielt auf bestimmte Papiere, etwa nur Staats- oder nur Unter­nehmens­anleihen setzen.

Aktiv gemanagte Fonds mischen meist verschiedene Arten von Anleihen. Sie sollten regel­mäßig beob­achtet werden. Ob der Fonds­manager besser abschneidet als ein ETF, ist aber ungewiss.

Für Anleger, die mit Anleihen mehr Geld verdienen wollen und bereit sind, höhere Risiken einzugehen, gibt es Rentenfonds mit höher verzinsten Papieren etwa aus Schwellenländern oder Fremdwährungs­anleihen.

Tipp: Eine Über­sicht über Renten-ETF finden Sie in der Tabelle „Ausgewählte Renten-ETF mit Anleihen unterschiedlicher Laufzeiten„. Wollen Sie in aktiv gemanagte Rentenfonds Euro investieren, schauen Sie sich die Tabellen im Produktfinder Investmentfonds an.

Was wir nicht empfehlen

Es gibt aktiv und passiv gemanagte Fonds, die kurz­laufende Anleihen kaufen – sogenannte Geldmarkt­fonds oder Kurz­läufer-Rentenfonds. Sie würden sich als Alternative zum Tages- oder Fest­geld eignen. Allerdings haben wir fest­gestellt, dass Tages­geld die höheren Renditen bietet.

Aktiv gemanagte Geldmarkt­fonds haben in der Vergangenheit zudem nicht nur sichere Papiere gekauft, sondern mit dem Geld der Anleger auch spekuliert. Wir empfehlen diese Fonds deshalb nicht.

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