Anlegen mit Anleihen Test

Der große Test börsen­gehandelter Renten­fonds präsentiert die besten ETF. Diese Fonds investieren in unter­schiedliche Anleihen wie Staats- und Unter­nehmens­anleihen oder Pfand­briefe. Finanztest sagt, welche Zins­papiere Sicherheit bringen, wie Renten­indizes Ordnung in der bunte Welt der Anleihen schaffen und nennt die besten Indexfonds mit Anleihen.

Der Test

Ein ETF – das Kürzel steht für exchange traded fund – entwickelt sich so wie der Index, auf den er sich bezieht. Das macht die Anlage in ETF im Prinzip einfach und nach­voll­zieh­bar. Steigt der Index, steigt der Fonds – und umge­kehrt. Anleger, die einmal die richtige Index­auswahl getroffen haben, können diese Fonds auf Jahre im Depot behalten. Finanztest hat Renten-ETF Euro getestet. Sie kaufen Anleihen, die auf Euro lauten oder gegen Währungs­schwankungen abge­sichert sind – für Anleger ein Risiko weniger. In die Auswahl gekommen sind nur ETF, die Anleihen verschiedener Lauf­zeiten mischen. Mit diesen Fonds haben Anleger zum einen vergleichs­weise gute Rendite­chancen, zum anderen bleiben die Risiken über­schaubar.

Haupt­sache Staats­anleihen

­Eine lang­fristige Geld­anlage sollte aus einem Mix von Anleihen und ­Aktien bestehen. Anleihen alleine bringen zu wenig Rendite. Aktien bieten die besseren Ertrags­chancen, sind aber auch riskanter. Das zeigt ein Blick auf die Rendite und die Volatilität – also die Stärke der Schwankungen – der vergangenen 30 Jahre. Ein Mix deutscher Staats­anleihen verschiedener Lauf­zeiten hat rund 7 Prozent jähr­lich gebracht, das Ganze bei einer Schwankungs­breite von 3,8 Prozent. Deutsche Aktien dagegen haben pro Jahr durch­schnitt­lich um 9,5 Prozent zugelegt. Die Volatilität betrug jedoch 21,4 Prozent. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren ging es kräftig auf und ab.

Geschäfte der Anbieter

Ein Blick in das Innere der ETF zeigt aber, dass die Fonds nur nach außen hin einfach und leicht verständlich sind. Zwar entwickeln sie sich so wie ein Index, doch das heißt noch lange nicht, dass auch die Wert­papiere aus dem Index in dem Fonds liegen. Die meisten Anbieter stellen heut­zutage die Wert­entwick­lung des Indexes künst­lich her. Sie brauchen die Wert­papiere dafür gar nicht mehr, ein Finanz­ersatz­geschäft – ein sogenannter Swap – genügt. Das ist für sie einfacher und billiger. Es gibt noch Anbieter, die tatsäch­lich Index­papiere kaufen. Doch sie betreiben ebenfalls Zusatz­geschäfte, indem sie die Index­papiere an andere verleihen.

Regeln für die Sicherheit

Auf welche Weise auch immer die Renten-ETF die Indizes nach­bilden – ein ETF ist genau wie ein aktiv gemanagter Fonds ein Sonder­vermögen und daher vergleich­bar sicher. Selbst wenn ein ETF-Anbieter pleite­gehen sollte, stünden die Anleger nicht mit ­leeren Händen da. Die Risiken aus den Leih- und Swap­geschäften hat der Gesetz­geber begrenzt.

Umfang­reiche Informationen

In der voll­ständigen Fassung des Tests finden Sie Informationen über die verschiedenen Indizes und die dazu­gehörigen Fonds. Finanztest zeigt, welche Indizes welche Anleihen bündeln, wie hoch der Anteil der sichersten und der riskantesten Papiere ist und welches Zins­änderungs­risiko sich aus diesem Mix ergibt. Die Fonds sind danach aufgeschlüsselt, wie sie den Index nach­bilden – mit einem Swap, einem Tausch­geschäft, oder ob sie die Original­titel aus dem Index kaufen und verleihen. Außerdem gibt die Tabelle Aufschluss darüber, wie die Fonds ihre Zusatz­geschäfte absichern.

Chat auf test.de

Die Finanztest-Experten Karin Baur und Tom Krüger haben am Mitt­woch, den 27. April, auf Ihre Fragen geant­wortet. Zum Protokoll des Chats Anlegen mit Anleihen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1538 Nutzer finden das hilfreich.