Futter fürs Depot

Anlegen mit Aktienfonds Test

In ein gutes Depot gehören Aktien und Zinspapiere, nicht nur eines von beiden. Finanztest zeigt, welcher Mix passt.

Für alle, die immer noch zögern, Aktienfonds zu kaufen, hier ein paar Zahlen: Anleger können für Aktienfonds durchschnittlich mit einer Rendite von rund 10 Prozent pro Jahr rechnen, je nach Fondsgruppe etwas mehr oder weniger.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Aktienfonds nach zehn Jahren nicht mehr, sondern weniger wert ist, liegt bei knapp 5 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Sparplan nach zehn Jahren im Minus endet, liegt bei 11,5 Prozent, nach 20 Jahren bei 3,5 Prozent.

Wer ungefähr zwei Drittel seines Geldes in Zinspapiere legt, kann auf Zehnjahressicht kein Geld verlieren, nicht einmal dann, wenn der Aktienfonds gar nichts mehr wert wäre – unterstellt ist ein Zinssatz von 4 Prozent.

Es ist übrigens noch nie vorgekommen, dass ein Aktienfonds völlig wertlos geworden ist. Verluste bis zu 90 Prozent in der Spitze gab es nur bei hoch riskanten Internet- oder Technologiefonds.

Finanztest empfiehlt als Basisinvestment breit streuende Aktienfonds, zum Beispiel Aktienfonds, die weltweit oder in ganz Europa investieren. Diese Fonds haben auch in der schlimmsten Zeit des Crashs „nur“ um die 50 Prozent verloren und nicht 80 oder 90 Prozent wie andere.

Die Verluste waren nur vorübergehend. Inzwischen sind sie bei den meisten Fonds nur noch halb so hoch oder sogar aufgeholt. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Anleger beim Ausstieg nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt festgelegt sind.

Rentenfonds Euro für die Sicherheit

Als sichere Ergänzung zu Aktienfonds empfehlen wir Rentenfonds Euro mit niedrigem oder mittlerem Risiko. Sie kaufen Staatsanleihen, Pfandbriefe sowie sichere Unternehmensanleihen und mischen verschiedene Laufzeiten. Alle Papiere lauten auf Euro oder sind gegen Währungsverluste abgesichert. Anleger gehen daher kein Währungsrisiko ein.

Die Fonds brachten in der Vergangenheit zwischen 5 und 7 Prozent Rendite pro Jahr. Verluste traten, wenn überhaupt, nur vorübergehend auf und waren einstellig.

Die Chance-Risiko-Klasse

Für manche ist Geldanlegen reine Nervensache. Es bringt sie um den Schlaf, wenn der Kurs ihres Fonds sinkt.

Einen guten Anhaltspunkt für das, was die Nerven aushalten sollten, bietet unsere Kennzahl für das Verhältnis von Chance und Risiko, die wir anhand vergangener Daten errechnet haben. Sie gibt Anlegern einen Anhaltspunkt, womit sie rechnen können oder müssen.

Die von uns als Basisinvestment empfohlenen Rentenfonds Euro mit niedrigem Risiko zählen zur Chance-Risiko-Klasse 3. Das bedeutet, dass sie auf Jahressicht nur bis zu 7,5 Prozent verlieren können. Auch Rentenfonds Euro der Klasse 4 bringen noch Sicherheit ins Depot.

Aktienfonds Welt, Europa und Euroland sind oft den Chance-Risiko-Klassen 9 und 10 zugeordnet. Anleger sollten auf Jahressicht einen Verlust von 25 Prozent verkraften können. Dafür sind die Gewinnchancen auch höher.

Aktienfonds Deutschland haben die Chance-Risiko-Klassen 10 oder 11. Sie sollten nicht die alleinige Grundlage sein, sondern mit anderen Länderfonds, beispielsweise Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Italien oder Japan gemischt werden.

Vernunft, nicht Gier

Wer Lust auf noch mehr Risiko und Gewinnchancen hat, wird im Internet fündig. Dort veröffentlichen wir auch die Ergebnisse für Aktienfonds, die in Schwellenmärkte wie Osteuropa oder China investieren. Spekulationsmöglichkeiten bieten auch Rohstofffonds, Biotechnologiefonds oder Fonds, die in hoch verzinste und hoch riskante Staats- und Unternehmensanleihen investieren.

Das große Angebot ist verführerisch. Doch den größten Anteil im Depot sollten breit streuende Aktienfonds und besagte Rentenfonds Euro ausmachen.

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