Die großen Banken im Überblick

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Bank of America

Die Bank of America zählt mit einer Bilanzsumme von 620 Milliarden Dollar (640 Milliarden Euro) zu den Großen der Branche. Dabei ist die drittgrößte Bankholding der USA stark auf ihren Heimatmarkt USA fokussiert. Über 90 ­Prozent ihres Vorsteuergewinns von knapp über 10 Milliarden Dollar (10,3 Milliarden Euro) im Jahr 2001 erwirtschafteten die rund 143 000 Beschäftigten des Konzerns hier, den Löwenanteil davon im Privatkundengeschäft. Positiv wirkt das niedrige Zinsniveau in den USA, das es den Banken ermöglicht, günstige Kredite anzubieten. In der Vermögensverwaltung, wo wegen des schwindenden Interesses der Anleger nur geringe Provisionen ­erwirtschaftet werden, macht die Bank of America gerade einmal 10 Prozent ihres Vorsteuergewinns. Ungemach droht ihr durch die steigende Zahl von Unternehmenspleiten in den USA: Medienberichten zufolge hat sie „an vorderster Front“ in den US-Energiemarkt investiert, wo der Konkurs des Energiehändlers Enron unlängst hohe Wellen schlug.

Barclays

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Hierzulande ist Barclays bekannt durch die „Barclaycard“. Dabei ist die viertgrößte Bank Großbritanniens, Bilanzsumme 357 Milliarden Pfund (565 Milliarden Euro), mit weltweit fast 80 000 Beschäftigten weit mehr. Nur rund 15 Prozent des Vorsteuergewinns von 3,6 Milliarden Pfund (5,7 Milliarden Euro) im Jahr 2001 erwirtschaftete das Bankhaus mit Kreditkarten. Den größten Beitrag leisteten mit rund 1,1 Milliarden Pfund (1,75 Milliarden Euro) Geschäfte mit Firmenkunden. Zuletzt drückten hohe Rückstellungen für faule Argentinien-Kredite und steigende Verwaltungskosten den Gewinn. Weil auch eine Lebensversicherung mit hoher Aktienanlage zum Konzern gehört, schlug sich auch die Börsenbaisse in der Bilanz von Barclays nieder.

BNP Paribas

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Die französische Bank BNP Paribas zählt zu Europas Marktführern im Privatkundengeschäft, bei Verbraucherkrediten und im Leasinggeschäft. Die Bilanzsumme beträgt 825 Milliarden Euro. Grob die Hälfte des Vorsteuergewinns von 6,23 Milliarden Euro erwirtschafteten die weltweit 85 000 BNP-Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2001 mit kleinen Leuten. Das starke Privatkundengeschäft werten Analysten als Pluspunkt in Konjunkturflauten: Es federt schwankende Erträge beim Investmentbanking ab, wo die Provisionseinnahmen nur hoch sind, wenn reichlich Aktien gehandelt werden. So konnte BNP Paribas den Ertragsrückgang beim Investment-Banking im ersten Halbjahr 2002 durch steigende Erträge im Retail-Banking und bei der Vermögensverwaltung kompensieren, loben Beobachter. Außerdem halte das junge Unternehmen seine Kosten niedrig, indem es Synergieeffekte ausnutze: BNP Paribas ist im Jahr 2000 durch den Zusammenschluss der 1993 aus Staatsbesitz entlassenen BNP mit der selbst erst 1998 aus einer Fusion hervorgangenen Bank Paribas entstanden.

Deutsche Bank

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Mit einer Bilanzsumme von fast einer Billion Euro zählt die Deutsche Bank zu den Großen der Weltliga. Spätestens seit dem Zusammenschluss mit dem US-Investmenthaus Bankers Trust vor fast drei Jahren hat sie ein starkes Standbein in den USA. An der Börse ist die Deutsche Bank jedoch wegen notorisch niedriger Gewinne vergleichsweise wenig wert. Der Vorsteuergewinn im Jahr 2001 lag bei 1,8 Milliarden Euro. Daher wird Deutschlands größtes Geldinstitut auch immer mal wieder als Übernahmekandidat gehandelt. Unter Josef Ackermann, der im Frühjahr die Führung des Konzerns von Rolf E. Breuer übernommen hat, streicht das Unternehmen jetzt seine Kosten drastisch zusammen: Bis Ende 2003 werden 14 000 der zu Jahresbeginn 2002 fast 95 000 Stellen abgebaut, wenig rentable Beteiligungen werden verkauft. Der Erfolg: Nachdem das Vorsteuerergebnis des Boomjahrs 2000 im Folgejahr 2001 auf fast ein Viertel gesunken war, zeichnet sich im ersten Halbjahr 2002 bereits eine Erholung ab – auch wenn die vergleichsweise guten Zahlen im ersten Halbjahr 2002 zu einem Gutteil durch Verkäufe von Beteiligungen, etwa an der Münchner Rück und der Allianz, zustande kamen.

HSBC-Holding

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Der Finanzkonzern, der sich mit Gründung der HSBC-Holding 1991 vom klingenden Namen „Hongkong and Shanghai Banking Corporation“ verabschiedete, gilt als einer der internationalsten der Branche. Bei einer Bilanzsumme von rund 700 Milliarden Dollar (723 Milliarden Euro) beschäftigt das Unternehmen in seinen über 7 000 Büros in 81 Ländern rund 170 000 Mitarbeiter. Sie erwirtschafteten im Jahr 2001 einen Gewinn vor Steuern von 8,8 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro), gut 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Insbesondere für Kredite ins krisengeschüttelte Argentinien, die womöglich nicht zurückgezahlt werden, musste HSBC hohe Rückstellungen bilden. Dennoch gilt die globale Ausrichtung des Konzerns Beobachtern als Vorteil: Die Gewinnzuwächse in Hongkong und in Europa, wo HSBC jeweils deutlich über 40 Prozent seiner Gewinne macht, hielten den Gewinneinbruch für den Gesamtkonzern noch in Grenzen. HSBC will sich künftig verstärkt um die lukrative Vermögensverwaltung für wohlhabende Privatkunden kümmern.

Lloyds TSB

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Eigentlich ist Lloyds TSB gar keine Bank. Gut ein Drittel des Gewinns (2001: 5,6 Milliarden Euro vor Steuern) erwirtschaftet Lloyds mit Versicherungs- und Investmentgeschäften, darunter Hausratversicherungen und Pensionsfonds. Zweites starkes Standbein ist mit einem Beitrag von 20 Prozent das Hypothekenge­schäft. Rund 80 000 Mitarbeiter zählt Lloyds und rühmt sich selbst des größten Filialnetzes Großbritanniens. Die Bilanzsumme beträgt 375 Milliarden Euro. Für die weitere Entwicklung wird es entscheidend sein, auch die Produkte des im Jahr 2000 übernommenen Lebensversicherers Scottish Widows in den Lloyds-Filialen an die Kunden zu bringen. Dafür, fürchten Beobachter, muss Lloyds aber noch viel Personal schulen und reichlich Reklame machen.

Royal Bank of Scotland

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Die Royal Bank of Scotland gilt als der Shooting-Star unter den Banken. Vor zwei Jahren noch war sie bestenfalls den Schotten bekannt. Dann schluckte sie den britischen Konkurrenten National Westminster Bank – drei Mal so groß wie die Royal Bank of Scotland selbst – und stieg auf zur zweitgrößten Bank Großbritanniens nach HSBC. Heute beschäftigt das Unternehmen mit einer Bilanzsumme von fast 600 Milliarden Euro rund 105 000 Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte des operativen Gewinns von gut 9 Milliarden Euro erwirtschaften die Schotten im Geschäft mit Privatkunden, den anderen Teil mit Firmenkunden. Der Gewinn vor Steuern beträgt 6,8 Milliarden Euro. Beobachter warnen allerdings, die recht laxe Kreditvergabe könne für die Royal Bank of Scotland noch zum Bumerang werden – etwa durch den Ausfall hoher Kredite für das bankrotte US-Telekommunikationsunternehmen Worldcom. Umstritten ist unter Analysten, ob das Unternehmen weiter seine Kosten senken kann oder schon alle Synergien aus dem Zusammengehen mit Natwest nutzt.

UBS

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„Die Fokussierung auf die beiden attraktivsten Bereiche des Finanzsektors – das Vermögensverwaltungsgeschäft und das Investment-Banking – zahlt sich aus“, frohlockte Marcel Ospel, Chef des UBS-Verwaltungsrats, bei der UBS-Hauptversammlung. UBS gilt als weltweit führend bei der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden. Auch im Investment-Banking- und Wertpapiergeschäft zählt UBS zu den Weltmarktführern. Die gut 70 000 Mitarbeiter erwirtschafteten im schwierigen Geschäftsjahr 2001 mit rund 3,5 Milliarden Euro einen um 36 Prozent geringeren Nettogewinn als im Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern betrug 4,6 Milliarden Euro. Dennoch werten Analysten die Marktführerschaft in den einträglichen Geschäftsbereichen als großes Plus. Die Bilanzsumme von UBS beträgt 852 Millionen Euro.

Wachovia

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Monatelang stritten im vergangenen Jahr die US-Großbanken First Union und Suntrust um Wachovia. First Union gewann, dennoch überlebte der Name Wachovia – lateinisch für „Wachau“. Mit diesem Stück Donautal in Österreich hat die nach dem Zusammenschluss im September 2001 mit einer Bilanzsumme von 330 Milliarden Dollar (340 Milliarden Euro) eigenen Angaben zufolge viertgrößte Bankgesellschaft der USA aber wenig zu tun. Ihre gut 80 000 Mitarbeiter beschäftigt sie überwiegend an der Ostküste der USA. Gut die Hälfte der Einnahmen stammt aus herkömmlichen Bankgeschäften. Zudem will Wachovia Kunden für die hauseigene Vermögensverwaltung – einträglich wegen der Provisionen – gewinnen. Der Vorsteuergewinn betrug 2,45 Milliarden Dollar (2,53 Milliarden Euro).

Wells Fargo

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Wells Fargo profitiert besonders vom derzeit niedrigen Zinsniveau in den USA: Mit 4,2 Millionen Hypothekenkunden sieht sich Wells Fargo als größter US-Eigenheimfinanzierer. Und wegen der niedrigen Zinsen werden eifrig neue Kredite aufgenommen und alte umgeschuldet. Die über 134 000 Mitarbeiter des Konzerns mit einer Bilanzsumme von 307 Milliarden Dollar (317 Milliarden Euro) und einem Vorsteuergewinn von 5,5 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) bieten über das ­Hypothekengeschäft hinaus die üblichen Bankleistungen und Versicherungen an. Analysten loben diese Möglichkeit, Kunden aus einer Hand diverse Finanzprodukte anzubieten. Weiterer Pluspunkt: Wells Fargo gilt als führende Onlinebank der USA. Per Internet lassen sich Kunden mit vergleichsweise ­geringem Aufwand bedienen. Nebenbei: Die ersten, rund 150 Jahre alten Aktien mit den Unterschriften der Gründer Henry Wells und William Fargo erzielen noch heute Höchstpreise bei Auktionen. Damals transportierte das Unternehmen in Postkutschen Gold durch den Wilden Westen.

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