Die großen Pharmakonzerne im Überblick

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Abbott Larboratories

Im letzten Jahr hat der US-Pharma- und Diagnostikkonzern Abbott für 6,9 Milliarden Dollar (7 Mrd. Euro) die Pharmasparte der BASF gekauft. Offensichtlich kein Problem bei einem Jahresumsatz von 16,3 Milliarden Dollar (16,6 Mrd. Euro). Der Konzern legte damit 16,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu und erzielte einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar (2,95 Mrd. Euro). Mehr als 70 000 Menschen in 40 Ländern arbeiten unter anderem an Produkten für Krankenhäuser und an der Entwicklung von Medikamenten gegen Infektionskrankheiten. ­Abbott hat zwei Medikamente und eine Ernährungsergänzung für Menschen mit HIV entwickelt und hat ein internationales Hilfsprogramm initiiert, um die Lebenssituation vor allem von betroffenen Kindern zu verbessern. Für Forschung und Entwicklung investiert Abbott jedes Jahr 10 Prozent des Konzernumsatzes, 2001 die Summe von 1,6 Milliarden Dollar (1,63 Mrd. Euro).

AstraZeneca

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AstraZeneca entstand aus dem Zusammenschluss der schwedischen Astra und der britischen Zeneca. 2001 machte der Konzern 4,2 Milliarden Dollar Gewinn (4,3 Mrd. Euro) bei 16,5 Milliarden Dollar Umsatz (16,8 Mrd. Euro). 2001 brachte das Magenmittel Prilosec rund 5,7 Milliarden Dollar (5,8 Mrd. Euro) ein, also etwa 35 Prozent der Konzerneinnahmen. Das Patent für den Topseller Prilosec und dessen Wirkstoff Omeprazol ist in den USA allerdings bereits im Oktober 2001 abgelaufen. Die Generika-Firmen stehen schon in den Startlöchern. Für AstraZeneca arbeiten weltweit 50 000 Menschen, 57 Prozent in Nordamerika und 33 Prozent in Europa. Der Konzern gab im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Dollar (2,75 Mrd. Euro) für Forschung und Entwicklung aus. 150 Projekte mit 53 neuen Wirkstoffen sind noch in der Pipeline. Forschungsschwerpunkte sind chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes, Krebs, Schlaganfall und Thrombose. Vom Asthmamittel Symbicort und dem Cholesterinsenker Crestor verspricht sich das Unternehmen hohe Umsätze.

Aventis

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Durch die Fusion des französischen Unternehmens Rhône-Poulenc und der in Frankfurt/Main ansässigen Hoechst entstand im Jahr 1999 die Aventis Pharma. Der Konzern beschäftigt rund 75 000 Mitarbeiter weltweit und machte im Geschäftsjahr 2001 einen Umsatz von rund 17,7 Milliarden Euro, ein Plus von 15,3 Prozent. Der Gewinn betrug 1,5 Milliarden Euro. Die zehn größten Verkaufsschlager erzielten rund 30 Prozent des Umsatzes. Das Heuschnupfenmittel Allegra, der Krebswirkstoff Taxotere und der Gerinnungs­hemmer Lovenox brachten jeweils mehr als eine Milliarde Euro Umsatz. Von dem 2001 eingeführten Diabetesmittel Lantus in den USA und dem Antibiotikum Ketek in Europa erwartet sich der Konzern Spitzenumsätze in Milliardenhöhe. Doch Aventis stehen Patentklagen ins Haus. Derzeit liefert sich der Konzern einen Rechtsstreit mit Anbietern von Nachahmerpräparaten, die den Allegra-Patentschutz angreifen wollen. Künftig will Aventis vor allem seinen Diabetes-Sektor ausbauen. Ein 24 Stunden wirksames Insulinpräparat und inhalierbares Insulin sollen die Kassen des Pharmakonzerns weiter füllen.

Eli Lilly

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Eli Lilly gehört zu den Weltmarktführern bei Diabetesprodukten. Bei einem Umsatz von 11,5 Milliarden Dollar (11,7 Mrd. Euro) im Jahr 2001 erzielten die 41 000 Mitarbeiter weltweit einen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar (2,86 Mrd. Euro). Das Flaggschiff von Eli Lilly, das Antidepressivum Prozac, hatte allerdings durch Patentverlust im vorigen Jahr massive Konkurrenz von Billiganbietern bekommen, was die Gewinnerwartungen dämpft. Der Umsatz mit Prozac ging innerhalb von kürzester Zeit um rund 70 Prozent auf 195 Millionen Dollar (199 Mio. Euro) zurück. Für Forschung gab der Konzern 2,2 Milliarden Dollar (2,24 Mrd. Euro) aus. Trotz sehr guter Neuentwicklungen hat Eli Lilly derzeit Probleme bei der Zulassung neuer Medikamente.

GlaxoSmithKLine

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Im Januar 2000 entstand durch die Fusion von Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham der britische Pharmariese GlaxoSmithKLine. 100  000 Angestellte sorgten im vergangenen Jahr für einen Umsatz von 29,5 Milliarden Dollar (30 Mrd. Euro). Das waren 11 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Der Gewinn von 2001 betrug 4,76 Milliarden Euro. Die Pharmasparte wuchs um 12 Prozent auf 24,8 Millarden Dollar (25,3 Mrd. Euro). 22 Prozent des Umsatzes wurden mit neuen Medikamenten gemacht. Bis 2003 sollen auch die bei der Fusion beschlossenen jährlichen Einsparungen von rund 2,8 Milliarden Dollar (2,86 Mrd. Euro) verwirklicht sein. Besonders kräftig konnte bei GlaxoSmithKline das Asthmamedikament Advair zulegen. Das erst im April 2001 in den USA auf den Markt gekommene Mittel erwirtschaftete bereits einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar (1,23 Mrd. Euro). Doch nicht alle Pillen laufen so gut. Ende 2000 musste das Unternehmen das Medikament Lotronex zur Behandlung des Reizdarms wegen befürchteter Nebenwirkungen vom Markt nehmen. Mittlerweile ist es in den USA aber wieder zugelassen.

Hoffmann-La Roche

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Beim Schweizer Pharmakonzern Hoffmann-La Roche ging es im vergangenen Geschäftsjahr turbulent zu. Der Konzernumsatz legte um 6 Prozent auf 29,2 Milliarden Schweizer Franken (19,9 Mrd. Euro) zu. Der Konzerngewinn sank jedoch um beachtliche 57 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken (2,5 Mrd. Euro). Im Jahr zuvor hatte der Verkauf von Gentechaktien für 3,9 Milliarden Franken (2,7 Mrd. Euro) noch für einen positiven Sondereinfluss gesorgt. Sorgen bereitet Roche das Geschäft mit Vitaminen und Feinchemikalien, das kaum noch Gewinn abwirft und von dem sich der Konzern möglicherweise trennen wird. Zudem musste Roche im vergangenen Jahr 760 Millionen Franken (517 Mrd. Euro) Strafe als Rädelsführer des so genannten Vitaminkartells wegen unerlaubter Preisabsprachen an die Europäische Union zahlen. Künftige Gewinne verspricht sich Roche bei Medikamenten für die Krebstherapie. Der Umsatz von Rituxan, einem Medikament gegen Lymphdrüsenkrebs, stieg um 88 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken (1,2 Mrd. Euro). Bei Roche arbeiten rund 64 000 Mitarbeiter. Die Ausgaben für Forschung betrugen 3,9 Milliarden Franken (2,7 Mrd. Euro).

Johnson & Johnson

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Wer Kontaktlinsen trägt, dem sind die Produkte des Pharmakonzerns Johnson & Johnson sicher bestens bekannt. Das Unternehmen bietet nicht nur die unsichtbare Sehhilfe, sondern auch die Pflegeprodukte dafür an. Bekannt sind zudem Neutrogena-Hautpflegeprodukte, Bebe-Babypflege und das Arzneimittel Imodium. Operationsinstrumente und Laborbedarf gehören ebenso zur Produktpalette wie Medikamente gegen Erkrankungen des Nervensystems. Der Konzern erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit einem Umsatz von 33 Milliarden Dollar (33,7 Mrd. Euro) einen Gewinn von 5,7 Milliarden Dollar (5,8 Mrd. Euro). 2001 flossen 3,6 Milliarden Dollar (3,7 Mrd. Euro) in die Forschung. Johnson & Johnson beschäftigt 101 800 Mitarbeiter.

Merck

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Die Schwerpunkte in der Forschung des US-Pharmaunternehmens Merck liegen derzeit im Bereich der Augenleiden sowie der Herz- und Kreislauferkrankungen. Aber auch Medikamente gegen Entzündungen und Infektionen werden in den Labors von Merck entwickelt. Das Unternehmen ist mit 78 100 Mitarbeitern in allen Ländern der Welt vertreten und mit mehr als 150 Arzneimitteln der größte Anbieter verschreibungspflichtiger Medikamente. Mehr als 4 200 Wissenschaftler arbeiten an der Erforschung neuer Wirkstoffe und hatten 2001 rund 2,5 Milliarden Dollar (2,55 Mrd. Euro) dafür zur Verfügung. 2001 konnte der Konzern mit einem Umsatz von 47,8 Milliarden Dollar (48,8 Mrd. Euro) aufwarten, 18 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Der Gewinn stieg um 7 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar (7,5 Mrd. Euro).

Novartis

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Der Name Novartis ist aus dem lateinischen „novae artes“ abgeleitet und soll so viel wie „neue Fähigkeiten“ heißen. Entstanden ist der eidgenössische Konzern 1996 aus der Fusion der beiden Unternehmen Ciba und Sandoz. Zudem ist Novartis mit 20 Prozent am Pharmariesen Roche beteiligt. Im vergangenen Jahr konnte der Konzern seinen Umsatz um 14 Prozent auf 32 Milliarden Schweizer Franken (21,8 Mrd. Euro) steigern. Der Gewinn betrug 7 Milliarden Schweizer Franken (4,8 Mrd. Euro). Weltweit arbeiten 71 000 Menschen für Novartis, davon 54 Prozent in den USA. Der Konzern gab für Forschung und Entwicklung 4 Milliarden Schweizer Franken (2,7 Milliarden Euro) aus. Novartis wird bis 2006 nur 22 Patentausläufe haben, wesentlich weniger als mancher Konkurrent. Ein Blockbuster von Novartis ist das Bluthochdruckmittel Diovan, das mit fast 1,9 Milliarden Franken Umsatz (1,3 Mrd. Euro) das Transplantationspräparat Sandimmun vom Spitzenplatz verdrängte. Novartis bringt auch die Krebsmittel Glivec, Zometa und Femara auf den Markt. Derzeit verhandelt der Konzern mit indischen Arzneimittelfirmen über neue Präparate und gemeinsame Vermarktung.

Pfizer

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Das bekannteste Medikament aus dem Hause Pfizer ist wohl Viagra. Doch die Potenzpille macht nur einen kleinen Teil der Produktpalette aus. Pfizer, gemessen am Börsenwert der größte Pharmakonzern der Welt, erwirtschaftete 2001 einen Umsatz von 32,3 Milliarden Dollar (33 Mrd. Euro) und einen Gewinn von 7,8 Milliarden Dollar (7,9 Mrd. Euro). 85 000 Menschen beschäftigt das Unternehmen weltweit. Mit einem Etat von 4,8 Milliarden Dollar (4,9 Mrd. Euro) arbeiteten im vergangenen Jahr rund 12 000 Forscher bei Pfizer an der Entwicklung neuer Produkte. Kein Pharmakonzern verkauft mehr Arzneimittel in den USA und Kanada als Pfizer. Im Sommer 2002 übernahm Pfizer auf dem Wege eines mit 60 Milliarden Dollar (61,2 Mrd. Euro) bewerteten Aktientauschs den Pharmacia-Konzern. Pharmacia machte 2001 einen Umsatz von knapp 12 Milliarden Dollar (12,2 Mrd. Euro) und einen Gewinn von 1,9 Milliarden Dollar (1,93 Mrd. Euro). Mit Pharmacia will sich Pfizer auch in Europa, Japan und Lateinamerika an die Spitze setzen.

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