Wer an der Börse erfolgreich investieren will, muss sich gründlich informieren. Neben Konjunktur- und Branchenaussichten müssen Anleger auch Gewinn, Umsatzerwartungen und Unternehmenskennzahlen wie den Cashflow bei ihrer Anlageentscheidung berücksichtigen. Die Informationsquellen sind vielfältig: Unternehmensberichte, Wirtschaftsmagazine und Analysen von Banken. Finanztest sagt, wie Anleger alle nötigen Informationen erhalten, wie sie diese auswerten und worauf sie vor dem Engagement unbedingt achten sollten.

Zwei Ansätze

Anleger können sich vor dem Aktienkauf zunächst mit einzelnen Unternehmen beschäftigen, die sie interessant finden. In einem zweiten Schritt müssen sie dann das wirtschaftliche Umfeld genauer untersuchen. Wer so vorgeht, verfolgt den so genannten Bottom-up-Ansatz. Geeignet ist er besonders für Anleger, die bereits ziemlich genau wissen, in welche Unternehmen sie investieren wollen. Wer dagegen noch keine konkrete Idee hat, kann es mit dem Top-down-Ansatz versuchen: Zuerst die konjunkturellen Aussichten beobachten und sich dann für einzelne Unternehmen entscheiden.

Konjunktur berücksichtigen

Konjunkturzyklen haben auf die Börse großen Einfluss. Allerdings eilt der Zyklus der Börse dem der Konjunktur immer um einige Monate voraus. Grund: Die Börse handelt Erwartungen. Künftige Aussichten von Unternehmen sind für die Kursentwicklung relevanter als die derzeitige Situation. Neben zyklischen Aktienwerten, wie etwa Unternehmen der Halbleiter- und Chemiebranche, gibt es allerdings auch Papiere die nicht zyklisch reagieren. Dies sind Aktien von Unternehmen aus der Gesundheits-, Nahrungsmittel- und Versorgerbranche. Denn die hier hergestellten Produkte und Dienstleistungen werden unabhängig von der Konjunktur gebraucht.

Wichtige Kennzahlen

Neben Konjunkturaussichten ist es für Anleger unerlässlich, sich mit dem Unternehmen selbst zu beschäftigen. Die Konzernbilanz und Kennzahlen wie Ebit, Cashflow oder Gewinn je Aktie finden Anleger im Geschäftsbericht. Meist enthält dieser auch einen Ausblick für künftige Jahre oder Unternehmensziele. Darüber hinaus bieten etwa Researchabteilungen großer Banken Wirtschaftsanalysen zu vielen Unternehmen an. Die Analysten beschäftigen sich vorwiegend mit Zukunftsaussichten der Konzerne und geben meist auch Kaufs- oder Verkaufsempfehlungen für die Papiere. Diese Angaben können aber allenfalls eine grobe Richtung aufzeigen, da niemand in die Zukunft sehen kann. Anleger sollten daher alle Daten sorgfältig auswerten und sich nicht einfach blind auf sie verlassen.

Neue Aktien

Anleger können neben bereits am Markt gehandelten Aktien auch Neuemissionspapiere ins Depot holen. Auch hier müssen sie sich vor dem Kauf gründlich informieren. Eine Orientierung können Berichte von Analysten oder Fondsmanagern sein. Wichtig sind vor allem Aussagen über die künftige Entwicklung von Umsatz und Gewinn. Diese Größen sollten Anleger mit denen der Konkurrenz vergleichen.

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