Die großen Rohstoffproduzenten im Überblick

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Air Liquide

Vor genau 100 Jahren begann Air Liquide französische Haushalte mit Gasflaschen zu beliefern. Inzwischen hat das Unternehmen über eine Million Kunden in aller Welt. Die nehmen zwar auch noch Propan und Butan für den Herd ab, den Löwenanteil des Umsatzes erzielt Air Liquide aber längst mit etwas ausgefalleneren Produkten. So sind die Franzosen Weltmarktführer bei Industriegasen und liegen auch bei Gasen, die in der Medizin benötigt werden, wie Sauer-, Stick- und Wasserstoff, weit vorne. Gase werden in der Raumfahrt ebenso verarbeitet wie bei der Lebensmittelherstellung, dem Stahlkochen und der Ölraffinerie. Geld verdient Air Liquide weltweit auch mit der Konstruktion und dem Bau von Gasfabriken. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 30 800 Menschen, die 2001 einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro machten und einen Nettogewinn von 702 Millionen Euro erzielten.

Alcoa

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Alcoa ist kein Leichtgewicht. Seine Produkte allerdings wiegen wenig. Alcoa verdient sein Geld mit Aluminium. Von Pittsburgh in den USA aus regieren die Chefs von Alcoa den Alumarkt. Geschickt nutzen sie die Wertschöpfungskette des Leichtmetalls. In Australien fördern sie den Rohstoff Bauxit, aus dem sie die Aluminiumvorstufe Alumina isolieren. Daraus lassen sie dann Aluminium fertigen, woraus schließlich Getränkedosen und Raumschiffe werden. Das Metall ist äußerst vielseitig. Das wissen auch die Chinesen. Die Aluminium Corporation of China (Chalco) hat sich deshalb 2001 mit Alcoa zusammengetan, um die chinesischen Aluminiumschätze zu heben. Alcoa verdiente 2001 netto 908 Millionen Dollar (927 Millionen Euro) aus einem Umsatz von 22,8 Milliarden Dollar (23,3 Milliarden Euro). Daran beteiligt waren 129 000 Mitarbeiter.

BASF

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Das als Badische Anilin- und Soda-Fabrik gegründete Unternehmen ist gemessen am Umsatz der größte Chemiekonzern der Welt. Weitere Geschäftsfelder sind Öl und Gas, Pflanzenschutz und Ernährung sowie Kunststoffe und Fasern. Chemie heißt bei BASF vor allem Petrochemie. In Port Arthur, Texas, betreiben die Badener den größten Dampf-Cracker der Welt. In einem Cracker entstehen aus festen oder zähflüssigen Produkten leichtflüssige Produkte oder aus leichtflüssigen Produkten Gase. Auch bei den so genannten Anorganika ist BASF führend. Das sind Stoffe wie Chlor, Soda und Formaldehyd, die viele Branchen als Grundstoffe benötigen. Außerdem ist BASF Weltmarktführer bei Butandiolen. Das sind Sauerstoffderivate von Kohlenwasserstoffen. Sie dienen als Lösungsmittel und zur Synthese von Kunststoffen und Epoxidharzen. Mit ihren Aktivitäten setzten die 92 500 Mitarbeiter von BASF im vergangenen Jahr 32,5 Milliarden Euro um, wovon 1,2 Milliarden als Nettogewinn hängen blieben.

Bayer

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Am 8. August 2001 bekam die Bayer AG einen Schlag ins Kontor. Der Konzern musste nach Vorwürfen der amerikanischen Gesundheitsbehörden den Cholesterinsenker Lipobay vom Markt nehmen. Gegen die massiven Umsatzverluste und den Imageverlust half auch kein Aspirin mehr, eines der bekanntesten Produkte Bayers. Der Einbruch war der Anfang vom Ende der bisherigen Konzernstrukturen. Bayer gründete danach mehrere rechtlich eigenständige Gesellschaften, die unter dem Dach einer strategischen Holding strukturell verbunden bleiben. Der Umbau dauert an.

Die Gesellschaften sind Bayer Health Care, Bayer Polymere und Bayer Chemicals. Die vierte im Bunde – Bayer Crop Science – gewann gewaltig an Bedeutung, als Bayer im Oktober 2001 für 7,25 Milliarden Euro die Pflanzenschutzsparte von Aventis übernahm. Die Perle der Chemiesparte ist die Goslarer Tochter H. C. Starck, größter Hersteller metallischer und keramischer Pulver. Er liefert der Multimediawelt außerdem einen der wichtigsten Grundstoffe zur Herstellung von Leuchtdioden. Der Konzern setzte 2001 mit 117 000 Mitarbeitern 30,2 Milliarden Euro um. Der Nettogewinn betrug 965 Millionen Euro.

BHP

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Die BHP Billiton Group ist vergangenes Jahr in die erste Liga der größten Minengesellschaften aufgestiegen. 2001 fusionierten die britische Billiton und die australische BHP zum zweitgrößten Wettbewerber hinter Alcoa. Rund um den Globus sucht, findet und fördert BHP Billiton mit Hauptsitz im australischen Melbourne alles, was an Wertvollem unter der Erde liegt: Eisenerz, Kohle, Öl und Gas, Diamanten, Silber, Blei, Zink, Kupfer, Nickel, Titan, Chrom und Manganerz sowie Bauxit, um nur einige der Geschäftsfelder zu nennen.

Der neue Gigant hat sich gerade von seinen Stahlaktivitäten getrennt und flirtet heftig mit der Energiebranche. In das Gas- und Ölgeschäft wollen die Anglo-Aussies in den nächsten fünf Jahren rund vier Milliarden Dollar stecken. Im ersten kompletten Geschäftsjahr, das am 30. Juni 2002 endete, erzielten die 58 953 Mitarbeiter 15,8 Milliarden Dollar Umsatz (16,1 Milliarden Euro) und erwirtschafteten dabei einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar (1,63 Milliarden Euro). Die Zahlen sind vorläufig.

Dow

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Dow Chemical ist eines der Unternehmen, das den Zusatz „global“ wirklich verdient. Tätig in allen 192 Staaten der Welt, genießt der Konzern allerdings nicht überall einen guten Ruf, nicht einmal zu Hause in den USA. Schließlich kam auch aus seinen Fabrikhallen das Entlaubungsmittel Agent Orange, das im Vietnamkrieg Freund und Feind schädigte mit bis heute nachwirkenden Folgen. Im vergangenen Jahr übernahm Dow die Union Carbide Corporation. 1984 hatte ein Unfall in deren Produktionsanlagen im indischen Bhopal den Tod von mindestens 3 800 Menschen verursacht. Unter den Folgen leidet die dortige Bevölkerung bis heute. Das schlechte Image der Firma beeindruckte Dow Chemical nicht. Mit chemischen Produkten, unter anderem Polymeren für den Einsatz als Plastiktüte oder in High-Tech-Produkten, und Pflanzenschutzmitteln haben die 50 000 Mitarbeiter von Dow im vergangenen Jahr 27,8 Milliarden Dollar (28,4 Milliarden Euro) umgesetzt. Dabei erwirtschafteten sie einen Nettogewinn von 325 Millionen Dollar (331 Mrd. Euro).

Du Pont

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Teflonpfanne zerkratzt? Laufmasche in der Damenstrumpfhose? Du Pont freut sich. Das US-Unternehmen hat die Patente für Teflon, Lycra, Kevlar und einiges mehr. Aber nicht nur mit Beschichtungen und Chemiefasern beschäftigen sich die 79 000 Mitarbeiter. Auch Lebensmittel, Medikamente, Baumaterial und Elektronikteile laufen bei DuPont von den Bändern. Vor 200 Jahren begann DuPont mit der Fabrikation von Sprengstoffen. Am Beginn seines dritten Jahrhunderts ist der Konzern einer der Globalplayers der Chemieindustrie mit 135 Fabriken in 70 Ländern der Welt. 2001 erzielte das Unternehmen einen Nettogewinn von 4,3 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) aus einem Umsatz von 24,7 Milliarden Dollar (25,2 Milliarden Euro).

International Paper

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Wer irgendwo auf der Welt eine Zeitung liest, könnte Papier aus den Mühlen von International Paper in den Händen halten. Der weltgrößte Hersteller von Papier und Verpackungsmaterial lässt praktischerweise seine eigenen Rohstoffe nachwachsen. Auf über 10 Millionen Hektar Wald in den USA, zirka 1,5 Millionen in Brasilien und rund 800 000 in Neuseeland pflanzt er als größter privater Waldbesitzer Bäume, allein in den USA jährlich 50 Millionen Stück. Holz ist der Grundstoff für die Papierherstellung. Das 104 Jahre alte Unternehmen ist kontinuierlich gewachsen und verleibt sich bis heute eine Papiermühle nach der anderen ein. Der jüngste Coup war der Kauf von Champion International im Jahr 2000. Seitdem hat der Konzern über 100 000 Mitarbeiter. Er setzte 26,3 Milliarden Dollar (26,8 Milliarden Euro) um und erwirtschaftete netto einen Gewinn von 1,2 Milliarden Dollar (1,22 Milliarden Euro).

Lafarge

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Die Beiträge von Lafarge zur Zivilisation sind die Silhouetten moderner Städte. Wo ein Wolkenkratzer hochgezogen wird, liefern die Franzosen den Zement, Sand und Kies, die Dachziegel oder Gips. Als größter Zementhersteller der Welt sind sie nahezu auf allen Großbaustellen rund um den Globus mit einem ihrer Produkte vertreten. Zum Riesen wuchs Lafarge im vergangenen Jahr, als die Gesellschaft die britische Blue Circle Industries übernahm. Mit der portugiesischen Cimpor, ebenfalls ein großer Zementhersteller, hat Lafarge eine technische Zusammenarbeit vereinbart. Auf den Baustellen dieser Welt setzte Lafarge im vergangenen Jahr Baumaterial für 13,7 Milliarden Euro ab. Als Gewinn blieben netto 750 Millionen Euro hängen. Das Unternehmen beschäftigt 83 000 Menschen.

Rio-Tinto

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Außer in der Antarktis gräbt die Rio-Tinto-Gruppe auf allen Kontinenten nach Metallen und Kohle. Die ursprünglich spanische Minengesellschaft ist heute eine australisch-britische Gruppe mit Hauptsitz in London. 20 Prozent ihres Umsatzes macht sie mit Kupfer, ebenfalls 20 mit Uran und Kohle. Wo immer Eisenerz, Gold, Diamanten, Nickel, Titanium, Salz und die gefragten Minerale Borax und Quarzsand im Boden schlummern, sind die 36 141 Mitarbeiter von Rio Tinto nicht weit, um sie auszugraben. Die bekanntesten Tochterunternehmen sind Kennecott Utah Copper, Comalco und Argyle Diamond Mines. Mit Bodenschätzen setzte die Gruppe 2001 10,4 Milliarden Dollar (11,8 Milliarden Euro) um. Der Nettogewinn betrug 1,1 Milliarden Dollar (1,209 Milliarden Euro).

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