Die großen Technologiekonzerne im Überblick

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Alcatel

Umsatzrückgänge und herbe Verluste sind bei dem französischen Netzwerkanbieter Alcatel zum Alltag geworden. Alcatel leidet unter der Investitionszurückhaltung der Telekombetreiber. So sank der Umsatz im Jahr 2001 um 19 Prozent auf 25,3 Milliarden Euro. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen mit 60 000 Beschäftigten einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro. Für 2002 sieht es ebenfalls düster aus. Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor. Folge: Trotz eines drastischen Stellenabbaus und strenger Kostenkontrolle liegt die Nettoverschuldung inzwischen bei rund ­1 Milliarde Euro. Obwohl Alcatel als Technologieführer unter den Netzwerkanbietern gilt, hängt eine Besserung der Lage vom Investitionsverhalten der Telekombetreiber ab. Die sind aber wohl noch einige Zeit mit dem Abbau ihrer Schulden beschäftigt.

ASML Holding

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Geht es der Chip-industrie schlecht, geht es den Zulieferern noch schlechter. Das bekam auch die ASML Holding NV, Europas führende Herstellerin von Chipfertigungsanlagen, zu spüren. Im Jahr 2001 erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust von 479 Millionen Euro. 2002 ist ein wenig besser ausgefallen: Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro, der Verlust sank auf 209 Millionen Euro. Im Dezember 2002 kündigte das Unternehmen den Abbau von 1 450 Stellen an. Derzeit sind bei ASML 6 650 Mitarbeiter beschäftigt. Solange die Erholung bei den Halbleiterherstellern ausbleibt, dürfte sich die Lage kaum verbessern, obwohl ASML nach der Übernahme des Konkurrenten Silicon Valley Group eine noch breitere Angebotspalette hat.

Cisco

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Damit die Datenpakete im Internet ihr Ziel finden, muss der Verkehr auf der Datenautobahn geregelt werden. Ohne die Produkte von Cisco System, dem größten Netzwerkausrüster der Welt, ist das Internet nicht denkbar. Cisco stellt Router, Bridges, Server sowie Software für den Aufbau von Netzwerken her. Das Unternehmen hat seit seiner Gründung 1984 einen rasanten Aufstieg hinter sich. Firmenchef John Chambers kaufte systematisch junge Technologiefirmen auf und integrierte sie in den Konzern. Bis ins Jahr 2001 war diese Wachstumsstrategie ungewöhnlich erfolgreich. Dann riss der Faden und das Unternehmen erwirtschaftete mit seinen 33 000 Mitarbeitern einen Verlust von einer Milliarde Dollar. Der Grund: Das Umsatzwachstum war hinter den Erwartungen zurückgeblieben, weil die angeschlagenen Telekommunikationskonzerne sich mit Investitionen in ihre Netze zurückhielten. Unternehmenschef John Chambers trat schnell auf die Kostenbremse und führte Cisco im Geschäftsjahr 2002 bei einem Umsatz von 18,9 Milliarden Dollar (17,8 Mrd. Euro) wieder in die Gewinnzone zurück. Ein weiteres Plus: Cisco hat 21 Milliarden Dollar (19,8 Mrd. Euro) auf der hohen Kante. Eine Durststrecke der Branche ist für das Unternehmen daher kein Problem.

Dell

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Die Krise des PC-Marktes existiert für Michael S. Dell, Chef des gleichnamigen Computerbauers, nicht. Dell ist allen Unkenrufen zum Trotz in den vergangenen Jahren zum größten PC-Hersteller aufgestiegen. Das Geheimnis des Erfolgs ist der effiziente Direktvertrieb. Das erlaubt Dell, PCs und Notebooks auf Bestellung zu produzieren. Damit erspart sich das Unternehmen hohe Lagerkosten und ein teures Händlernetz. Dell kann somit PCs zu günstigen Preisen anbieten, ohne dass die Rentabilität gefährdet ist. So steigerte das Unternehmen 2001 den Umsatz um gut 26 Prozent auf knapp 32 Milliarden Dollar (30,2 Mrd. Euro) und erwirtschaftete mit 38 000 Mitarbeitern einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar (2,1 Mrd. Euro) – für Computerbauer ein stolzes Ergebnis. Die Zahlen für 2002 liegen noch nicht vor. Trotz zuletzt guter Zahlen machen Dell die flauen Aussichten für den PC-Markt zu schaffen. PCs und Notebooks steuern 80 Prozent zum Umsatz bei. Deswegen will das Unternehmen ins Drucker- und Taschencomputergeschäft einsteigen.

Ericsson

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Der schwedische Mobilfunknetzausrüster Ericsson kommt aus der Krise nicht heraus. Im Oktober 2002 gab es zum wiederholten Mal eine Umsatz- und Gewinnwarnung. Schon 2001 war mit einem Umsatzrückgang von 23 Prozent auf 210 Milliarden schwedischen Kronen (22,9 Mrd. Euro) und einem Verlust von 21 Milliarden Kronen (2,3 Mrd. Euro) ein schlechtes Jahr. 2002 betrug der Verlust 19 Milliarden Kronen. Wie alle Netzausrüster leidet der Konzern, der knapp 64 000 Mitarbeiter beschäftigt, unter der geringen Investitionsbereitschaft der Netzbetreiber. Auch als Anbieter von Handys droht Ericsson den Anschluss zu verlieren. So musste das Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson die Einführung einer neuen Handygeneration mit Digitalkamera fürs Weihnachtsgeschäft absagen.

HP Hewlett Packard

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Hewlett-Packard (HP) ist vor allem mit Druckern groß geworden. Da das Geschäft mit Druckern aber nur begrenzte Wachstumschancen bietet, entschloss sich die Unternehmenschefin Carleton S. Fiorina zur Übernahme des Computerbauers Compaq. Im Mai des vergangenen Jahres wurde die Übernahme im Wert von rund 19 Milliarden Dollar (17,9 Mrd. Euro) abgeschlossen. Außer Druckern, Scannern, Kopierern und PCs bietet das fusionierte Unternehmen mit 145 000 Mitarbeitern auch Dienstleistungen rund um den PC, Software, Server und Netzwerkhardware. Zum Geschäftsjahresende im Oktober 2002 erwirtschaftete HP einen Verlust von einer Milliarde Dollar (943 Mio. Euro), der Umsatz lag bei 72 Milliarden Dollar (67,9 Mrd. Euro). Die Wende soll nun eine schnelle Integration von Compaq bringen. HP sieht sich dabei auf gutem Wege und will bis Ende 2003 rund drei Milliarden Dollar Kosten sparen. Das alleine reicht jedoch nicht aus. So sollen die Sparten Software und Dienstleistungen ausgebaut werden. Dort trifft HP aber auf so starke Konkurrenz wie IBM.

IBM

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International Business Machines (IBM) ist das weltweit führende Hard- und Softwareunternehmen. „Big Blue“ erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2002 mit 320 000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 81,2 Milliarden Dollar (76,5 Mrd. Euro) und einen Gewinn von 7,7 Milliarden Dollar (7,3 Mrd. Euro). Dass das Unternehmen die schwierige Lage der PC-Branche in den vergangenen beiden Jahren gut überstanden hat, gilt als das Verdienst des früheren IBM-Chefs Louis V. Gerstner, der im Jahre 1993 das Ruder beim damals schwer angeschlagenen Computerkonzern übernahm. Computer und Notebooks gehören nach wie vor zum festen Bestandteil des Angebots. Aber IBM hat seine Basis systematisch verbreitert. So ist das Unternehmen der weltweit zweitgrößte Produzent von Software und will nun die führende Position des Konkurrenten Oracle bei der Datenbanksoftware angreifen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Sparte Global Services, mit der IBM zum weltgrößten IT-Dienstleister aufstieg. Hier verzeichnet IBM das größte Umsatz- und Gewinnwachstum.

Intel

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„Intel inside“ – den Werbeslogan kennt bald jedes Kind. Das ist kein Wunder. Denn die meisten PCs auf der Welt werden mit Prozessoren von Intel angetrieben. Der Aufstieg zum weltgrößten Chiphersteller ist untrennbar mit dem Siegeszug des Computers verbunden. Die Absatzkrise der PC-Branche schlug deshalb voll auf Intel durch. Nach einem Umsatzrückgang von 21 Prozent im Geschäftsjahr 2001 schaffte das Unternehmen, das 83 000 Mitarbeiter beschäftigt, im vergangenen Jahr wieder ein kleines Plus auf 26,8 Milliarden Dollar (25,3 Mrd. Euro) und einen Gewinnanstieg um 140 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar (2,9 Mrd. Euro). Die Stärke von Intel ist seine dominierende Stellung auf dem PC-Markt, die Abhängigkeit von der Chipnachfrage der Computerbauer gleichzeitig auch der große Schwachpunkt. Zwar versucht das Unternehmen, mit eigenen Chips für Mobilfunkgeräte, Netzwerke und für die drahtlose Kommunikation Fuß zu fassen, sie tragen bisher aber nur 20 Prozent zum Umsatz bei und erwirtschaften kaum Gewinn.

Nokia

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Unangefochtener Marktführer unter den Handyherstellern ist der finnische Telekommunikationskonzern Nokia. Noch vor einigen Jahrzehnten reichte die Produktpalette des Konzerns von Papier und chemischen Erzeugnissen bis zu Gummistiefeln. Erst in den achtziger Jahren entdeckte Nokia den Mobilfunk als attraktives Geschäftsfeld. Nach Jahren mit hohen zweistelligen Wachstumsraten musste Nokia 2001 einen Rückschlag hinnehmen. Der Umsatz stieg nur um 2,7 Prozent auf 31 Milliarden Euro, der Gewinn fiel um 5 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. 2002 betrug der Umsatz nur noch 30 Milliarden Euro, dafür stieg der Gewinn auf 3,9 Milliarden Euro. Die Ausnahmestellung blieb Nokia aber erhalten. Zum einen profitiert das Unternehmen mit seinen 54 000 Beschäftigten von seiner Konzentration auf die Premiumsegmente bei Mobiltelefonen. Das schützt vor dem hohen Preisdruck. Zum anderen bringt die Einführung der neuen Übertragungsstandards GPRS und UMTS einen Nachfrageschub nach neuen Handymodellen. Dafür ist Nokia gerüstet. Experten sind sich allerdings uneins, ob sich die UMTS-Mobilfunktechnik wirklich durchsetzen wird.

STMicroelectronics

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Chips sind nicht nur das Herzstück eines jeden PC. Sie sind in jedem DVD-Player, jedem Videorekorder, in Digitalkameras oder Handys enthalten. Auch die Automobilindustrie kommt nicht mehr ohne sie aus. Genau auf diese Bereiche hat sich STMicroelectronics spezialisiert. Der Halbleiterhersteller bietet mehr als 3 000 Chips für unterschiedliche Varianten an. Im Jahr 2002 erwirtschaftete das französisch-italienische Unternehmen mit 43 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 6,31 (Vorjahr: 6,35) Milliarden Euro und ist damit der viertgrößte Halbleiterhersteller der Welt. Der Gewinn stieg trotz Umsatzstagnation um 67 Prozent auf 429 Millionen Euro. Für 2003 rechnet das Unternehmen wieder mit einem zweistelligen Umsatzwachstum.

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