Konzerne im Überblick

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Anadarko

Die Anadarko Petroleum Corporation ist nach den indianischen Bewohnern des Anadarko-Beckens benannt. Das liegt in den US-Staaten Texas, Oklahoma und Kansas und birgt Öl- und Gasvorräte. Nach der Fusion mit der Ölsparte der Union Pacific Railways und einigen Zukäufen hat sich die US-Gesellschaft zu einem weltweit arbeitenden Unternehmen gemausert, dessen 3 500 Mitarbeiter 2001 einen Umsatz von 8,3 Milliarden Dollar (8,3 Mrd. Euro) erzielten. Ein Verlust von 176 Millionen Dollar stand unter dem Strich. In den USA fördert Anadarko Öl und Gas von Alaska bis zum Golf von Mexiko. Außerhalb engagiert sich Anadarko vor allem in Georgien und in Algerien.

BG-Group

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Wenn Erdgas aus einem Bohrloch zischt, freuen sich die Manager der britischen BG-Group. Kommt stattdessen Erdöl, sind sie auch nicht böse. Der ehemalige Staatskonzern British Gas hat sich aber vor allem auf die Förderung von Gas und seine Weiterverarbeitung spezialisiert. Dazu zählt das Verflüssigen des Gases, das den Transport und die Lagerung dort erleichtert, wo Pipelines nicht hinreichen. Das Geschäft außerhalb des britischen Königreichs findet hauptsächlich in Ägypten, Südamerika, Trinidad und Tobago sowie in Kasachstan statt. Auch in der Energieerzeugung ist die Gruppe aktiv. Sie hält beträchtliche Anteile an mehreren großen Gaskraftwerken. Das Unternehmen erzielte 2001 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Dollar (3,8 Mrd. Euro). Der Gewinn betrug 853 Millionen Dollar. Beschäftigt waren 4300 Menschen.

BP

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Das neue Logo sieht aus wie eine Blüte, die sich öffnet: British Petroleum, kurz BP, versucht, sich mit Gewalt ein umweltfreundliches Image zu geben. Das 110 000-Mitar­beiter-Unternehmen ist seit der Fusion mit Amoco und dem Kauf der Atlantic Richfield Company (Arco) der zweitgrößte Energiekonzern der Welt. Zum Unternehmen gehört zudem die Marke Castrol. Wegen ihrer Bohrlizenzen sind die Briten bei Öl- und Gasförderung in den USA die Nummer 1. Auch beim Raffinieren von Rohöl belegt das Unternehmen mit 3,5 Millionen Barrel am Tag den Spitzenplatz. 29 000 Tankstellen mit dem BP-Logo gibt es weltweit. Der Umsatz betrug 2001 174 Milliarden Dollar (174 Mrd. Euro). 8 Milliarden stehen als Gewinn in den Büchern.

ChevronTexaco

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Im Oktober 2001 legten zwei bekannte amerikanische Öl-Riesen ihre Geschäfte zusammen: Chevron und Texaco. Damit legalisierten sie ihre wilde Ehe, die sie seit 1936 führten. In Asien und Afrika traten die beiden unter dem Namen Caltex längst als Paar auf. Das neu entstandene Unternehmen zeigt als Öl- und Gasproduzent an 25 000 Tankstellen in 180 Ländern der Welt Flagge. Außerhalb der USA ist es besonders in Angola, Australien und Brasilien engagiert. Die Firma ist wie alle integrierten Ölgesellschaften auch in der Chemieherstellung und der Energieerzeugung aktiv. Zusammengerechnet betrug der Umsatz 2001 104,4 Milliarden Dollar (104,4 Mrd. Euro), der Gewinn 3,2 Milliarden Dollar. Dazu beigetragen haben 55 700 Mitarbeiter.

Encana

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Encana ist das jüngste Kind der Konzentrationsanstrengungen der Branche. Das Unternehmen entstand 2002 aus der Fusion von Pancanadian Energy und dem Gasförderer Alberta Energy. Die Pancanadian war erst kurz zuvor von der Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific abgetrennt worden. Unternehmenszweck ist es, die kanadischen Öl- und Gasvorkommen auszubeuten. Aber auch im Golf von Mexiko, in den Rocky Mountains, in Ecuador sowie vor den Küsten Neuschottlands und in der Nordsee ist das neue Logo schon vor Ort. Probe­boh­rungen rund um die Welt sollen die internationale Bedeutung stärken. Die Vorgängergesellschaften erzielten 2001 mit 2 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 6,3 Milliarden Dollar (6,3 Mrd. Euro) und einen Gewinn von 819 Millionen Dollar.

Eni

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Nördlich der Alpen ist die italieni­sche Eni eher unter dem Tankstellennamen ihrer Tochter Agip bekannt. Weltweit verdient die Gruppe entlang der Wertschöpfungsketten von Öl und Gas ihr Geld. Tochter Saipem ist für die Erschließung von Öl- und Gasfeldern zuständig. Snam Rete Gas sorgt unter anderem für den Transport via Pipelines auch von im Meer gelegenen Vorkommen. Agippetroli übernimmt dann die Raffinerie, Enichem die Herstellung petrochemischer Pro­dukte. Im Dezember hat Eni ein Angebot zur vollständigen Übernahme von Italgas abgegeben, an der sie bereits 44 Prozent hält. Damit setzt das Unternehmen seine Strategie fort, sich auch auf dem Versorgersektor umzutun. Italgas hat 7 Millionen Kunden. Noch hält der italienische Staat rund 30 Prozent der Aktien, plant aber, diesen Anteil zu verkaufen. Eni erzielte2001 bei einem Umsatz von 43,6 Milliarden Dollar (43,6 Mrd. Euro) einen Gewinn von 6,9 Milliarden Dollar. Auf der Lohnrolle stehen 71 000 Menschen.

Exxon

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Mit Exxon und Mobil haben sich 1998 zwei Gesellschaften gefunden, deren Vorgängergesellschaften Jersey Standard und Socony Vacuum vor 100 Jahren als Standard Trust Oil Company schon einmal gemeinsam marschierten. Doch die wurde damals von der US-Wettbewerbsbehörde zerschlagen. Jetzt ist die größte Ölgesellschaft der Welt entstanden. Ihre Raffinerien können sechs Millionen Barrel Rohöl am Tag aufspalten. Das so gewonnene Benzin fließt aus den Zapfhähnen von 40 000 Exxon-, Mobil- und Esso-Tankstellen. Die 98 000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2001 einen Umsatz von 187,5 Milliarden Dollar (187,5 Mrd. Euro). 15,3 Milliarden blieben als Gewinn hängen. Was die Verantwortung für die Umwelt angeht, zeigt der Konzern zwei Gesichter: Er ­beteiligt sich mit 100 Millionen Dollar an einem ­Forschungsprogramm der Universität Stanford zur Verringerung des Kohlendioxidausstoßes. Doch sonst lässt er keine Gelegenheit aus, gegen internationale Abkommen zum Klimaschutz zu wettern. Außerdem hat Exxon die 5-Milliarden-Dollar-Strafe für die ­Umweltkatastrophe in Alaska nie bezahlt. 1989 hatte der betrunkene Kapitän den Tanker Exxon Valdez dort auf Grund gesetzt und so 1 300 Meilen Küste verseucht. Weitere Schadenersatzklagen wegen ­gesundheitlicher Spätfolgen drohen.

Royal Dutch / Shell

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Schon seit 1907 wirtschaften die Royal Dutch Petroleum und Shell Transport & Trading unter einem Dach. Die Aktien der Gesellschaften werden allerdings nach wie vor getrennt gehandelt. Die Gruppe erzielt ihre Umsätze – 2001 waren es 135,2 Milliarden Dollar (135,2 Mrd. Euro) – mit der Förderung und dem Verkauf von Öl- und Gasprodukten, mit Pipelines, mit dem Handel von Gas und Elektrizität sowie neuerdings auch mit erneuerbaren Energien. An Gewinn fielen davon 10,8 Milliarden Dollar ab. 46 000 Tankstellen weltweit tragen die gelbe Muschel als Markenzeichen. 91 000 Menschen arbeiten für den Konzern. 1995 geriet Shell zweimal in die Schlagzeilen. Im April besetzte Greenpeace die zur Versenkung vorgesehene Bohrinsel Brent Spar. Angeblich sollten sich tonnenweise Giftstoffe, Ölreste und sogar radioaktives Material an Bord befinden. Die Umweltorganisation musste später einräumen, dass ihre Angaben weit übertrieben waren. Etwas später im Jahr leistete Shell einen moralischen Offenbarungseid. Als die nigerianischen Militärdiktatoren 1995 unter anderen den Schriftsteller und Träger des alternativen Nobelpreises Ken Saro Wiwa hinrichten ließen, setzte sich das Management nur halbherzig für seine Rettung ein. Wiwa hatte gegen die von Shell im Nigerdelta angerichteten Umweltzerstörungen protestiert.

Schlumberger Limited

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Wo immer unter der Erde ein Öl- oder Gasfeld schlummert, weckt Schlumberger Limited es auf. Vorausgesetzt, die Ausbeute lohnt sich. Schlumberger ist Dienstleister für die Öl- und Gasunternehmen. 28 Teams sind in über 100 Ländern für das New Yorker Unternehmen zu Wasser, zu Lande und in der Luft unterwegs. Ihr Angebot reicht von der seismischen Erkundung eines Fördergebiets über die Suchbohrungen bis zum Bau der Ölquelle. Schlumberger entwickelt Technologien, um die vorhandenen Öl- und Gaslager so umfassend wie möglich auszubeuten. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen den Technologiekonzern Sema mitsamt 30 000 Mitarbeitern geschluckt. Sema ist unter anderem der weltweit größte Hersteller von Smartcards, also Chipkarten. Die Akquisition soll helfen, die Betreuung von Öl- und Gasförderanlagen via Internet zu verbessern. Wie Schlumberger im Dezember eingestand, ist ihm der teure Brocken bislang nicht bekommen. Insgesamt beschäftigt der Konzern nun 81 000 Menschen, die 2001 13,7 Milliarden Dollar Umsatz (13,7 Mrd. Euro) einbrachten. Der Gewinn betrug 522 Millionen Dollar.

Total Fina Elf

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Wie jede Ölgesellschaft hat auch Total Fina Elf einen Tanker auf dem Grund der See. Die „Erika“ versank im Jahr 2000 vor der französischen Atlantikküste. Auslaufendes Öl verschmutzte das Meer und die Strände. Bis heute informiert das Unternehmen im Internet über die Reinigungsarbeiten und die Entsorgung der Abfälle. Eine Ausnahme in der Branche. 1999 kaufte die französische Total das belgische Ölunternehmen Petrofina. Ein Jahr später kam der französische Konkurrent Elf Aquitaine hinzu. In seinem ersten gemeinsamen Jahr erzielte das Unternehmen 2001 einen Umsatz von 93 Milliarden Dollar (93 Mrd. Euro), von denen 6,8 Milliarden als Gewinn blieben. Die 122 000 Mitarbeiter suchen und fördern Öl und Gas vor allem in der Nordsee, in Afrika, im Mittleren Osten, in Nord- und Südamerika und in Südostasien. In Afrika wird der Konzern immer wieder mit Umweltzerstörungen und der Verletzung von Menschenrechten in Zusammenhang gebracht, zuletzt wegen des Baus einer Pipeline vom Tschad nach Kamerun. Das Unternehmen verkauft Benzin an 16 900 Tankstellen. Total Fina Elf betreibt 26 Raffinerien, darunter die Leuna-Werke in Sachsen-Anhalt. Der französische Staat hat seine Goldene Aktie im Oktober 2002 endgültig versilbert.

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