Die größten Versorgeunternehmen weltweit

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Centrica

Die britische Centrica ist ein schönes Beispiel für den Wandel der Versorgerbranche durch Privatisierung. Bis 1986 gab es das so riesige wie behäbige Staatsunternehmen British Gas in seiner alten Form. Dann privatisierte die Thatcher-Regierung den Koloss. Zehn Jahre später brachten die Manager die Kundendienstabteilung von British Gas an die Börse. Das war die Geburtsstunde von Centrica. Inzwischen fördert Centrica nicht nur 20 Prozent des von ihm an rund 14 Millionen Kunden verkauften Erdgases selbst. Es beliefert auch 5,4 Millionen Stromkunden mit nicht selbst erzeugter Energie. Es besitzt die Goldfish Bank und den größten britischen Automobilclub AA. Kurz: Das Unternehmen vermarktet die Fähigkeit, mit großen Kundenstämmen umzugehen. Centrica-Mitarbeiter haben sieben Millionen dieser Kunden in den vergangenen Jahren kontaktiert, um herauszufinden, was sie sonst noch wünschen. Dienstleistungspakete wie die Reparatur elektrischer Geräte, der Einbau von Alarmanlagen und der Einstieg ins Telekomgeschäft waren die Folge. Im vergangenen Jahr erreichte Centrica damit 12,6 Milliarden Pfund (21 Milliarden Euro) Umsatz und einen operativen Gewinn von 679 Millionen Pfund (1,1 Milliarden Euro) (vorläufige Zahlen).

Dominion

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Zu den Gründern der Vorgängerfirmen der Dominion gehörte 1781 George Washington, der erste (Unternehmer-)Präsident der USA. Darauf ist man in Richmond, Virginia, stolz, auch wenn nach Übernahmen und Zusammenschlüssen die Firma in ihrem heutigen Zuschnitt erst seit dem Jahr 2000 besteht. Die 3,9 Millionen Gas- und Stromkunden leben im Mittleren Westen, entlang der Atlantikküste und im Nordosten der USA. Die Stromerzeugungs-Kapazität beträgt 24 000 Megawatt. Die 17 000 Angestellten erwirtschafteten vergangenes Jahr einen Umsatz von 10,5 Milliarden Dollar (10,5 Milliarden Euro). Der Gewinn lag bei 544 Millionen Dollar. Dominion ist einer der größten unabhängigen Öl- und Gasförderer in den Vereinigten Staaten und verfügt über das größte unterirdische Gaslager mit einer Kapazität von 950 Milliarden Kubikfuß.

Duke Energy

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Zwar ist die Stromerzeugungskapazität der in Charlotte, North Carolina, ansässigen Duke Energy Corporation mit 18 000 Megawatt im weltweiten Maßstab eher gering, auch die Zahl von rund vier Millionen Stromkunden in Nord- und Süd-Carolina ist nicht aufregend, interessant ist dafür das 19 000 Meilen lange Pipelinesystem für Erdgas in den USA und Kanada. Kraftwerke und Pipelines betreibt Duke auch in Australien und Lateinamerika. Das Gas landet auch in den von Duke in einem Joint Venture mit Fluor Daniel gebauten Kraftwerken. Sie werden weltweit angeboten. Bei einem Umsatz von 59,5 Milliarden Dollar (59,5 Milliarden Euro) blieb im Jahr 2001 ein Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar hängen. 24 000 Mitarbeiter trugen zum Ergebnis bei.

Endesa

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Auch die sonnenverwöhnten Spanier brauchen Licht. Rund zehn Millionen von ihnen erhalten es von Spaniens größtem Stromversorger Endesa. Der betreibt allein in Spanien Kraftwerke mit einer Kapazität von 21 000 Megawatt, darunter auch Atomkraftwerke. Im Zuge der weltweiten Deregulierungen hat Endesa Gas-, Wasser- und Telekommunikationsunternehmen gekauft. Den größten Schritt unternahm der Konzern nach Italien, wo er sich den zweitgrößten Energieerzeuger Elettrogen einverleibte. In Übersee findet sich Endesa vor allem in Lateinamerika, wo es noch einmal so große Kraftwerkskapazitäten besitzt wie in Spanien. Einen 40-Prozent-Anteil an dem argentinischen Energiekonzern Edenor hat Endesa rechtzeitig vor Beginn der Argentinienkrise an die französische EdF abgestoßen. Endesa hat einen Stromliefervertrag mit Marokko über 260 Megawatt. Über das Joint Venture Auna hat Endesa auch die Kontrolle über den zweitgrößten spanischen Telekommunikationsanbieter Retevision. Die 26 885 Mitarbeiter von Endesa erwirtschafteten 2001 einen Umsatz von 14,3 Milliarden Euro. Unterm Strich erlaubte dies einen Nettogewinn von 1,3 Milliarden Euro.

Eon

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Der Düsseldorfer Eon-Konzern ist der größte private Energiedienstleister der Welt und das drittgrößte deutsche Industrieunternehmen. Es entstand im Juni 2 000 aus der Fusion von Veba und Viag. Eon betreut nach eigenen Angaben weltweit 30 Millionen Kunden, denen es im vergangenen Jahr 340 Milliarden Kilowattstunden Strom verkaufte. Mit 151 000 Mitarbeitern erreichte Eon einen Umsatz von rund 80 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Steuern (Ebit) von 4,3 Milliarden Euro. Der Konzern ist derzeit noch in den Branchen Energie, Öl, Immobilien, Telekommunikation, Chemie, Aluminium und Logistik tätig, will sich aber auf den Energiesektor konzentrieren. Der umfasst die Erzeugung, den Handel, die Übertragung und Verteilung sowie den Vertrieb von Strom und Gas. Als größter Anteilseigner der Gelsenwasser AG und anderer Wasserversorger ist Eon der größte private Anbieter von Dienstleistungen rund um die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung in Deutschland. Über die geplante Übernahme von Ruhrgas war zu Redaktionsschluss nicht entschieden.

Exelon

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Die Exelon Corporation in Chicago ist vor zwei Jahren aus dem Zusammenschluss der Peco Energy und der Unicorn Corporation hervorgegangen. Exelon ist mit zehn Atomkraftwerken und 17 Reaktorblöcken der größte Betreiber von Atomkraftwerken weltweit. Allein 16  810 Megawatt der Gesamtkapazität von 22 000 Megawatt entfallen auf Atomstrom. Gerade hat Exelon 49 Prozent der Sithe Energies gekauft und sich die Option auf das ganze Unternehmen gesichert. Damit kommen 10 000 Megawatt an Kapazität aus Kraftwerken für fossile Brennstoffe hinzu. 13  000 Mitarbeiter bedienen 5 Millionen Kunden rund um Chicago und Philadelphia. In Pennsylvania leben weitere 440 000 Erdgaskunden von Exelon. Der Umsatz lag 2001 bei 15 Milliarden Dollar (15 Milliarden Euro), der Jahresüberschuss betrug 1,4 Milliarden Dollar.

RWE

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Der zweitgrößte deutsche Versorger, RWE, räumt auf. Der Baukonzern Hochtief soll weg, die Mineralölgesellschaft Dea ist zu haben und auch Heidelberger Druck ist wohlfeil. Stattdessen will sich das Management künftig auf Wasser, Strom und Gas konzentrieren sowie auf Entsorgung und Recycling. Bei der Stromerzeugung setzt RWE auf Kohle, Braunkohle und Atomkraft. Aktuell haben die Essener den Fuß auf den lukrativen nordamerikanischen Wassermarkt gesetzt. Sie haben die britische Thames-Water gekauft und koordinieren deren US-Geschäfte mit denen des US-Unternehmens American Water Works, welches sie ebenfalls gerade gekauft haben. 35 Milliarden Euro hat RWE in den vergangenen Jahren in Unternehmenskäufe investiert. Um auch beim Erdgas international dabei zu sein, hat der Konzern aus dem Ruhrpott vor allem in den EU-Beitrittsländern, in Polen, Ungarn, der Slowakischen Republik und in Tschechien eingekauft. Mit 156 000 Mitarbeitern erreichte RWE im vergangenen Jahr einen Umsatz von 29,5 Milliarden Euro. Daraus resultierte ein Nettogewinn von 550 Millionen Euro.

The Southern Company

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Onkel Toms Hütte würde heute ihren Strom von The Southern Company beziehen. Das Unternehmen ist die Macht in den Südstaaten und beliefert 4 Millionen Kunden am Mississippi, in Florida und rund um Alabama und Savannah. Seine fünf regionalen Energieerzeuger verfügen über eine Kapazität von 34 000 Megawatt. Ein kleinerer Teil der 26 122 Mitarbeiter beschäftigt sich nicht mit der Erzeugung, dem Verkauf und dem Vertrieb von Strom, sondern mit Mobilfunk, Finanzierungen und Dienstleistungen zum Energie-Management. Der Umsatz im Jahr 2001 belief sich auf 10,2 Milliarden Dollar (10,2 Milliarden Euro). Der Nettogewinn belief sich auf 1,2 Milliarden Dollar, was eine beachtliche Umsatzrendite darstellt.

Suez

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Seit der einstige Wasserversorger auch in Strom macht, heißt die Suez Lyonnaise des Eaux nur noch Suez. Der französische Konzern versorgt 110 Millionen Menschen weltweit mit Wasser und ist damit neben Vivendi der größte Wasserverteiler der Welt. Allein 250 der 500 größten amerikanischen Unternehmen beliefert Suez mit Wasser. Im Unternehmensportfolio des Giganten ist auch die belgische Tractebel-Gruppe, über die er seine Energieaktivitäten koordiniert. Suez ist auf der ganzen Welt aktiv, vor allem in Lateinamerika. Trotz der gegenwärtigen Krisen soll das Geschäft auf dem Subkontinent sogar noch ausgeweitet werden. Am Geschäft mit Erdgas nimmt Suez über Tractebel teil, zu dem der belgische Energiekonzern Distrigaz gehört. Über die Tochter Sita betreibt Suez weltweit Müllverbrennungs- und andere Entsorgungsanlagen. Um Strom, Wasser und Müll kümmern sich bei Suez 360 000 Menschen, die im Jahr 2001 42 Milliarden Euro Umsatz erwirtschafteten. Vor Steuern blieb ein Gewinn von 4 Milliarden Euro hängen.

Tepco

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In Japan gingen die Lichter aus, gäbe es die Tokyo Electric Power Company nicht. Ihre Leitungen enden in den Haushalten von 27 Millionen Japanern in der bedeutenden Wirtschaftsregion Kanto, zu der auch Tokio und Yokohama zählen. Als größter Versorger Japans verfügt die Tepco über Öl-, Atom- und Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von 60 000 Megawatt, die 41 400 Menschen beschäftigen. Abgenommen haben die Kunden im Geschäftsjahr 2001 mehr als 280 000 Millionen Kilowattstunden. Damit erzielte das Unternehmen Umsätze in Höhe von 42,5 Milliarden Dollar (42,5 Milliarden Euro) und einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar. Seit mit der Deregulierung in Japan der Wettbewerb auch die großen Versorger erfasst hat, sucht die Tepco neue Geschäftsfelder. Das Unternehmen hat die Mehrheit an dem Telekomanbieter TTNet übernommen, bietet Bauleistungen an und ist internationale Consulting-Agentur für den Energiesektor.

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