Anlagebetrug Meldung

Betrügerische Anlageberater schüren die Angst vor dem Euro. test sprach mit Dr. Peter Lischke, Anlageexperte der Verbraucherzentrale Berlin.

Was sind typische Betrugsmaschen?

Besonders angesagt ist das Ködern mit "sachwertorientierten" Anlagen: Diamanten, Immobilien in Florida oder auch Ungarn, Investitionen in den angeblich "harten" Schweizer Franken. Die Immobilien existieren aber gar nicht, die Diamanten sind wertlos, bei Währungs-Transaktionen verschwindet das Geld auf Nimmerwiedersehen.

Angesichts der Aktieneuphorie werden auch "vorbörsliche" Aktien als Sachwert gepriesen.

Das kommt bei den vielen Neuemissionen in letzter Zeit besonders gut an. Da gaukelt man den Anlegern vor, die betreffende Firma gehe bald an die Börse und ein so früher Einstieg mache enorme Kursgewinne möglich. Der Börsengang findet aber nie statt, die Papiere sind wertlos.

Woran erkennt man solche Abzockerangebote?

Ganz klar, wenn der Anbieter mit Angst vor dem Euro arbeitet, sollten Sie sich keine Sekunde länger damit beschäftigen. Ein deutlicher Hinweis ist auch die "Tatwaffe Telefon", also bei erster Kontaktaufnahme per Telefon, oder bei Geschäftssitzen in exotischen Ländern.

Was können Verbraucher tun, die bereits hereingefallen sind?

Unverzüglich Strafanzeige stellen und sich an die nächste Verbraucherzentrale wenden. Allerdings ist das Geld oft für immer weg. Die Aussichten, den Vermittler wegen Falschberatung in Haftung zu nehmen, sind eher gering. Achtung: Oft melden sich Interessengemeinschaften bei dem Opfer, die aber von den Betrügern selbst gegründet wurden. Da soll man dann Geld für juristische Schritte vorstrecken ­ und wird ein zweites Mal abgezockt.

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