Beraterhaftung: Schadenersatz von der Bank

Anlageberatung von Banken Meldung

Auch die Berliner Volksbank wurde schon wegen Falschberatung verurteilt. Sie musste einem Anleger rund 50 000 Euro Schadenersatz zahlen, weil sie ihn nicht über die besonderen Risiken des Neuen Marktes aufgeklärt hatte (Landgericht Berlin, Az. 21 O 8/03).

Banken dürfen bei der Anlageberatung keine Fehler machen. Sonst müssen sie den Schaden ersetzen.

Einen guten Rat gebe ich immer weiter. Es ist das Einzige, was man damit ­machen kann.“ Ob der Schriftsteller Oscar Wilde das nach einem Gespräch mit einem Anlageberater erkannte, ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass Falschberatung ­allein deutsche Kunden pro Jahr mehrere Milliarden Euro kostet.

Doch Banken müssen für falsche Beratung haften. Zahlreiche Urteile zwangen sie schon, Schadenersatz zu zahlen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat 1993 die Maßstäbe gesetzt (Az. XI ZR 12/93). Die BHF-Bank musste einem Kunden rund 10 000 Euro ersetzen. Sie hatte ihm hochspekulative Auslandsanleihen empfohlen, ohne sie selbst zu prüfen und ohne den möglichen Totalverlust zu erwähnen.

Die Beratung muss anlage- und anlegergerecht sein und sich auf alle Eigenschaften und Risiken der Geldanlage beziehen, die für die Anlageentscheidung wesentliche Bedeutung haben oder haben könnten.

Der Berater hat nicht nur die Pflicht, den Anleger vor Vertragsschluss über die Chancen und die Risiken der Geldanlage aufzuklären. Er muss auch den finanziellen Hintergrund, die Anlageziele, die Risikobereitschaft und die Vorkenntnisse des ­Anlegers abfragen und in die Beratung ­einfließen lassen.

Berater müssen fit sein

Auf hohe Provisionen, Verwaltungskosten und Ausgabeaufschläge muss der Berater den Kunden hinweisen und darf nicht nur kommentarlos Broschüren verteilen (BGH, Az. XI ZR 188/95).

Die Berater sind verpflichtet, alle Informationen, die ihnen zugänglich sind, ­auszuwerten und den Kunden auf daraus ersichtliche Risiken hinzuweisen. Das gilt auch, wenn sie selbst die Geldanlage für ­risikolos halten. Sie müssen auch eigene Recherchen anstellen und dürfen nicht ­lediglich Prospekte nachbeten.

Ein Kunde jedoch, der sich mit Termingeschäften verspekuliert, vorher aber eine Beratung ausdrücklich abgelehnt hatte, bekam seine Verluste nicht ersetzt (BGH, Az. XI ZR 133/95).

Falsch beratene Kunden haben drei ­Jahre lang Zeit, um ihre Schadenersatzansprüche anzumelden. Achtung: Die ­Klagefrist beginnt mit dem Zeitpunkt des Kaufs der Wertpapiere und nicht erst mit dem Auftreten von Kursverlusten (BGH, Az. XI ZR 170/04). Wer die Frist verpasst, bleibt auf seinen Verlusten sitzen.

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