Was die Banken ihren Kunden anbieten

Nicht selten bleiben auch nach einem Beratungsgespräch Fragen offen. Bankberater kennen ihre Produkte, für Anleger sind sie oft neu. Finanztest hat eine Auswahl der banküblichen Angebote zusammengestellt.

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Aktie

Aktien sind Unternehmensbeteiligungen. Sind die Geschäftsaussichten gut, steigt der Kurs. Am Gewinn wird der Aktionär durch Dividendenausschüttungen beteiligt. Macht die Gesellschaft Verlust, sinkt der Kurs. Bei einer Pleite wird die Aktie wertlos.

Aktien sind riskant. Um die Verlustgefahr zu mildern, sollten Anleger mindestens acht bis zehn verschiedene Aktien kaufen. Nicht für Anfänger.

Aktienanleihe

Aktienanleihen sind Wertpapiere, deren Kurs an die Wertentwicklung einer oder mehrerer Aktien gebunden ist. Sie haben eine begrenzte Laufzeit. Die Zinsen sind höher als bei normalen Anleihen.
Die Krux der Aktienanleihen: Wenn der Anleger Pech hat, bekommt er bei Fälligkeit nicht sein Geld zurück, sondern die Aktien, auf die sich die Anleihe bezieht.

Aktienanleihen werden vom ­Finanzamt als Finanzinnovationen eingestuft. Alle Erträge sind steuerpflichtig, auch die Kursgewinne – gleich, wie lange der Anleger die Papiere gehalten hat. Anleger kaufen besser Discountzertifikate, die ähnlich funktionieren.

Anleihe

Wer eine Anleihe kauft, gibt einem Staat oder einem Unternehmen ein Darlehen auf Zeit. Der Staat oder das Unternehmen zahlt dafür Zinsen und am Ende der Laufzeit das Geld zurück - vorausgesetzt, seine finanziellen Mittel reichen dafür aus. Reichen sie nicht, bekommt der Anleger keine Zinsen oder, schlimmer, sein Geld nicht zurück. Anleihen heißen auch Schuldverschreibungen, Inhaberschuld­verschreibungen, Obligationen oder Bonds.

Anleihen zum Beispiel von Deutschland oder anderen EU-Staaten sind sicher. Riskanter wird es bei Unternehmen. Anleger sollten darauf achten, wie zahlungskräftig eine Firma ist – ähnlich wie im privaten Umfeld: Man leiht sein Geld schließlich nicht jedem.

Bonus­zertifikat

Bonuszertifikate sind an einen Basiswert gebunden. Das kann eine Aktie sein, ein Korb aus verschiedenen Aktien oder ein Index wie zum Beispiel der deutsche Aktienindex Dax. Bonuszertifikate bieten einen Schutz gegen leichte und mittlere Verluste des Basiswerts. Als Bonbon bekommen die Anleger einen ­Bonus, vorausgesetzt, der Basiswert bewegt sich seitwärts. Fällt er oder steigt er stark, ändert das Bonuszertifikat seine Eigenschaften und entwickelt sich wie der Basiswert.

Als Preis für Schutz und Bonus müssen Anleger auf die Dividenden verzichten. Das ist für die lange Laufzeit oft ungünstig. Bonuszertifikate eignen sich für erfahrene Anleger, die ihre recht komplizierte Funktionsweise durchschauen.

Bundesschatzbrief

Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland mit Stufenzinsvereinbarung. Typ A schüttet jährlich Zinsen aus, Typ B sammelt die Zinsen an. Gibt es kostenlos bei der Bundeswertpapierverwaltung (www.bwpv.de). Andere Bundeswertpapiere sind Bundesobligationen oder Bundesanleihen.

Sichere Anlage, aber niedrig verzinst. Gut auch für kleine Beträge geeignet. Wenn die Zinsen steigen, kann man sie ohne Kursverlust in höher verzinste Papiere tauschen.

Discountzertifikat

Discountzertifikate beziehen sich auf einen Basiswert, entweder eine Aktie oder einen Aktienindex. Der Preis der Discountzertifikate liegt unter dem des Basiswerts. Anleger kaufen somit quasi eine Aktie oder einen Index mit Rabatt. Auf diese Weise sind Verluste des Basiswerts abgepuffert. Die Gewinnchancen sind allerdings gedeckelt.

Discountzertifikate eignen sich für Anleger, die keinen starken Anstieg der zugrunde liegenden Aktie oder des Indexes erwarten. Für Fortgeschrittene.

Festgeld

Siehe Termingeld.

Festzinsanlage

Finanztest unterscheidet zwischen Einmalanlagen mit oder ohne vorzeitige Verfügbarkeit.
Zu den Einmalanlagen ohne vorzeitige Verfügbarkeit gehören zum Beispiel Festgeld- oder Termingeldanlagen oder Sparbriefe. Anleger kommen während der Laufzeit in der Regel nicht an ihr Geld heran. Einmalanlagen mit vorzeitiger Verfügbarkeit sind zum Beispiel Tagesgeld oder Sparangebote der Banken mit Stufenzinsvereinbarung, die mehrere Jahre laufen und nach Ablauf einer Kündigungssperrfrist von zum Beispiel einem Jahr mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden können.

Sichere Geldanlage. Anleger sollten aber auf die Einlagensicherung achten, der die Bank angehört. Die meisten deutschen Banken gewähren vollständigen Schutz für das angelegte Geld, in Holland und ­Österreich reicht der Schutz oft nur bis 20 000 Euro. Angebote über das Internet sind oft besser verzinst. Auch für Einsteiger.

Fondskombiprodukt

Kombination aus Festgeldanlage und Fonds. Variante eins: Der Anleger bekommt zunächst ein Festgeld mit hohen Zinsen, meist für drei bis sechs Monate, danach muss er das Geld in einen Fonds umschichten. Variante zwei: Der Anlagebetrag wird gesplittet. Ein Teil fließt in das Festgeld, ein Teil in den Fonds.

Für den Fonds wird meist der reguläre Ausgabeaufschlag fällig. Das frisst die Zinsen wieder auf. Selten geeignet. Allenfalls wenn der Anleger ohnehin einen Fonds kaufen will und der Fonds gut ist. Wer nur Festgeld haben will, ist hier falsch.

Garantiezertifikat

Garantiezertifikate beziehen sich auf einen Basiswert wie eine Aktie oder einen Index. Anleger sollen ­damit an den Chancen der Aktienmärkte teilhaben können, ohne Angst vor Verlusten haben zu müssen. Die Banken, die diese Papiere herausgeben, versprechen nämlich, das angelegte Geld vollständig oder nahezu vollständig wieder zurückzuzahlen - gleich wie die Börse über die Laufzeit der Zertifikate abgeschnitten hat.

Auch wenn sie genau den Nerv vieler Anleger treffen: Garantiezertifikate sind nicht empfehlenswert. Die Garantie ist zu teuer. Eine gute Rendite springt so gut wie nie heraus. Wer keine Verluste riskieren will, greift stattdessen lieber gleich zu Anleihen oder Rentenfonds Euro.

Hebelzertifikat

Hebelzertifikate beziehen sich auf einen Basiswert wie eine Aktie, einen Index oder auch Rohstoffe, wie zum Beispiel Öl oder Gold. Sie bilden die Wertentwicklung des Basiswerts nicht eins zu eins ab, sondern vervielfachen sie. Das erhöht die Gewinnchancen, die Verlustrisiken sind allerdings auch äußerst hoch. Andere Bezeichnungen sind: Turbo-Zertifi­kate, Knock-Out-Zertifikate, Mini-Futures.

Nur für Anleger geeignet, die spekulieren wollen.

Inhaber­schuldver-schrei­bung

Banken verwenden für ihre eigenen Anleihen oft die Bezeichnung Inhaberschuldverschreibung, abgekürzt: IHS. Sparkassen nennen ihre IHS auch Sparkassenbriefe. Siehe Anleihe.

Investment-fonds

Investmentfonds, auch einfach Fonds, sammeln das Geld zahlreicher Anleger in einem Topf. Ein Manager verwaltet diesen Topf und investiert Geld zum Beispiel in Aktien, Anleihen, oder Immobilien. ­Aktienfonds Welt legen weltweit in Aktien an. ­Rentenfonds Euro kaufen sichere Anleihen ohne Währungsrisiko. Mischfonds mixen Aktien und Anleihen. Offene Immobilienfonds kaufen Häuser und Grundstücke. Dachfonds investieren nicht in einzelne Wertpapiere, sondern in andere Fonds.

Ein gut gemischtes Depot besteht aus sicheren Rentenfonds Euro und den breit streuenden Aktienfonds Welt oder Europa und ist für jeden geeignet. Das Mischungsverhältnis richtet sich nach der Anlagedauer und der Risikoneigung. Meist besser als einzelne Aktien oder Anleihen.

Sparbrief

Siehe Festzinsanlage.

Sparbuch

Die häufigste Variante ist das Sparbuch mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Die Zinsen sind niedrig, oft um oder unter 1 Prozent pro Jahr.

Anleger sollten ihr Geld den Banken nicht so billig zur Verfügung stellen. Besser ist Tages- oder Festgeld, auch Festzinsanlagen mit längeren Laufzeiten können sich anbieten.

Stufenzinsprodukte

Sparangebote der Banken mit während der Laufzeit steigenden Zinsen. Angeboten ­unter anderem als Topzins, Wachstumszertifikat, Wachstumssparen. Meistens nach Ablauf von einem Jahr kündbar. Siehe auch Festzinsanlage.

Tagesgeld

Konto bei einer Bank. Der Kunde bekommt Zinsen, er kann über sein Geld täglich verfügen. Das Tagesgeldkonto kann nicht als Girokonto genutzt werden: Überweisungen, Daueraufträge oder Lastschriften funktionieren nicht.

Sichere Anlage. Anleger sollten jedoch auf die Einlagensicherung achten, der die Bank angehört (siehe Festzinsanlage). Für jeden geeignet.

Termingeld

Ein bestimmter Betrag liegt für eine vereinbarte Zeit fest, zum Beispiel 30, 60 oder 90 Tage oder ein bis mehrere Jahre. Dafür gibt es Zinsen. Es lohnt sich, die Angebote verschiedener Banken zu vergleichen.

Sichere Anlage. Anleger sollten aber auf die Einlagensicherung achten, der die Bank angehört (siehe Festzinsanlage). Auch für Einsteiger.

Zertifikat

Zertifikate sind Schuldverschreibungen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Varianten, zum Beispiel Bonuszertifikate, Discountzertifikate, Garantiezertifikate, Hebelzertifikate, Indexzertifikate. Erläuterungen siehe dort.

Außer auf die spezifischen Risiken sollten Anleger bei allen Zertifikaten auf die Kreditwürdigkeit des Emittenten achten – wie bei Anleihen.