Service für Senioren: Wenn die Bank zum Kunden kommt

Lange Wege sind nichts für Senioren. Einige Banken stellen sich darauf ein.

Filialen im Altenheim

Die Sparkassen Hannover, Frankfurter oder Hamburger haben Filialen in Wohnstiften oder Altenheimen. Im „Altkönigstift“ in Kronberg (Taunus) hat etwa die Frankfurter Sparkasse eine öffentliche Filiale ein­gerichtet. Sie ist jeden Tag geöffnet und hat einen Geldautomaten und ­einen Kontoauszugsdrucker. Freitagnachmittag hat die Bank einen Mitarbeiter für Vermögensfragen im Haus. „Viele Bewohner wollen mit ­ihren Angehörigen zum Beratungs­gespräch kommen und deshalb bieten wir diesen speziellen Termin an“, sagt Mathias Behrendt von der Frankfurter Sparkasse. Einen Fall, wie den der Reineckes ­(siehe Text: Anlageberatung für Senioren) können sich Bankfilialen in ­Altersheimen kaum leisten. Heim­leitung und Heimbeirat würden davon schnell erfahren und es würde öffentlich werden. „Weil wir guten Kontakt zu unseren Bewohnern haben, bekommen wir mit, wenn die Finanzberatung nicht gut läuft“, sagt Herbert Otterstätter, Vorstand der Seniorengenossenschaft Altkönigstift. „Wir haben zum Beispiel einige Bewohner, die in Lehman-Zertifikate investiert haben. Ansonsten habe ich noch nie etwas Negatives über die Beratung gehört.“ Dass diese Lehman-Zertifikate nicht sicher waren, erfuhren viele Anleger erst nach dem Untergang der Bank.

Bargeld-nach-Hause-Service

­Menschen über 60 Jahre können bei der Kölner Bank das Seniorenkonto ­eröffnen. Sie können dann neben den Leistungen eines normalen Girokontos einen Bargeld-nach-Hause-Service ­nutzen: Einmal im Monat bringt die Bank Beträge bis zu 1 000 Euro ins Haus. Der Kunde hat zwei Liefertermine im Monat zur Auswahl. Dieser Service ist kostenlos. Das Angebot gilt für Postleitzahlen, die mit 50 oder 51 beginnen. Es fallen allerdings die normalen Kontoführungsgebühren an: Das sind für das „Konto 60+“ 7,95 Euro im Monat.

Qualitätssiegel

Die Kölner Bank hat für ihre seniorenfreundlichen Angebote das Qualitätssiegel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e. V. (BAGSO) bekommen. Dieses Zertifikat bekommen nur Firmen und Dienstleistungen, die von der ­BAGSO befragt, verdeckt getestet und für gut befunden wurden. Eine eigene Zertifizierung bietet zwar auch der Bundesverband 50plus

Auf seiner ­Internetseite nennt der Verband 21 ­Finanzvermittler, deren Angebote für Menschen 50plus „herausragend“ sein sollen. Der Verband hängt die Messlatte für das Zertifikat aber nicht so hoch wie die BAGSO: Die Finanzvermittler müssen einen Fragebogen ausfüllen und eine bestimmte Punktzahl erreichen. Außerdem findet ein Hausbesuch statt. Verdeckte Tests des Beratungsangebots gibt es nicht.

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