Auch Finanz­vertriebe müssen Provisionen offenlegen, die sie für die Vermitt­lung einer Geld­anlage erhalten. Das hat das Land­gericht Berlin entschieden und damit die Recht­sprechung des Bundes­gerichts­hofs (BGH) auf freie Finanz­vertriebe ausgeweitet.

Der Finanz­vertrieb Finum Private Finance AG muss einem Kunden rund 30 000 Euro Schaden­ersatz zahlen (Az. 2 O 158/12, nicht rechts­kräftig). Die Richter stuften den Vertrieb als Wert­papier­handels­unternehmen ein. Solche Unternehmen müssen laut BGH bei der Vermitt­lung von geschlossenen Fonds ihre Kunden über Rück­vergütungen, sogenannte Kick-backs, informieren (Az. III ZR 196/09).

Ein Finum-Berater hatte dem Kunden jedoch die Höhe der Provision verschwiegen, die sein Vertrieb für die Vermitt­lung von Anteilen an dem Lebens­versicherungs­fonds BAC Life Trust 6 GmbH & Co. KG erhielt. Darin sahen die Richter eine fehler­hafte Anla­geberatung. Der Anleger hätte die Beteiligung nicht abge­schlossen, wenn er von der hohen Provision gewusst hätte.

Nach Ansicht von Jens-Peter Gieschen, Fach­anwalt für Bank- und Kapitalmarkt­recht aus Bremen, der das Urteil erstritten hat, könnte die Entscheidung tausenden Anlegern von verlust­reichen geschlossenen Fonds nützen.

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