So haben wir getestet

Im Test

Wir haben von Juni bis September 2015 die Qualität der Anla­geberatung von fünf bundes­weit tätigen Privatbanken sowie von großen Genossen­schafts­banken und Sparkassen getestet. Ausgewählt wurde nach der Höhe der Einlagen und Zahl der Zweigstellen. Wir haben 53 geschulte Tester einge­setzt und 160 Gesprächs­protokolle ausgewertet. Das waren sieben pro Institut, sechs bei der Ostsächsischen Sparkasse. Die Tester wollten 45 000 Euro für zehn Jahre anlegen. Sie waren bereit, einen Teil des Geldes mit etwas Risiko anzu­legen. Bei Bedarf sollte das Kapital rasch verfügbar sein. Nicht bewertet wurde die Sparkasse Hannover, weil für eine Anla­geempfehlung ein Konto eröffnet werden musste.

Abwertung des Qualitäts­urteils

Ist eine Bank beim „Lösen des Anla­gepro­blems“ mangelhaft, so kann das Qualitäts­urteil nicht besser als mangelhaft sein. Die Prüfung „Nicht ausgehändigte Beratungs­protokolle“ erfasst Verstöße gegen das Wert­papier­handels­gesetz. Bei einem Verstoß wurde das Qualitäts­urteil um eine halbe Note, bei drei Verstößen um eine ganze Note abge­wertet.

Lösen des Anla­gepro­blems (65 %)

Wir haben geprüft, ob sich der Anlage­vorschlag für den Testfall eignete. Dazu wurde geprüft, ob das Risiko der empfohlenen Anlage zum Fall passte.

Folgende Punkte wurden negativ bewertet: Wenn anstelle einer Anlagen­mischung eine Einzel­anlage empfohlen wurde, wenn die Produkte kurz­fristig nicht veräußer­bar waren und zum Vermögens­aufbau nicht geeignet waren. Punkt­abzüge gab es auch, wenn es eine vergleich­bare Anlage mit geringeren laufenden Kosten gab. Negativ bewertet wurden Empfehlungen, deren Lauf­zeit nicht die gewünschte Anlagedauer von zehn Jahren berück­sichtigte.

Ermitteln des Kunden­status (15 %)

Geprüft wurde, ob der Berater nach den Zielen der Geld­anlage wie dem Zweck, der Dauer und der Risiko­bereitschaft des Kunden fragte. Außerdem musste er persönliche Daten sowie Kennt­nisse und Erfahrungen des Kunden mit Geld­anlagen erfragen. Er musste Einkommen, Vermögen und Schulden des Test­kunden ermitteln und die Daten in einem Kunden­profil zusammenfassen.

Produkt- und Kosten­information (15 %)

Geprüft wurde, ob der Berater wichtige Merkmale wie Lauf­zeit, Risiken und Rendi­teerwartung sowie die Möglich­keit, die Anlagen vorzeitig zu kündigen, erklärte. Bewertet wurde, inwieweit der Berater über Kosten und Provisionen der Produkte aufklärte und ob er wichtige Unterlagen wie Preis­verzeich­nisse und Produkt­informations­blätter aushändigte.

Gesprächs­ablauf (5 %)

Bewertet wurde, ob die Termin­ver­einbarung funk­tionierte, ob das Gespräch pünkt­lich begann und wie diskret es ablief. Außerdem sollte der Berater dem Kunden eine Visitenkarte über­reichen.

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