Anla­geberatung Test

Die Qualität der Anla­geberatung bei Banken lässt immer noch zu wünschen übrig. Das zeigt die jüngste Finanztest-Unter­suchung ganz deutlich. Zwar ermitteln Bank­berater den „Kunden­status“ inzwischen gut bis sehr gut: Sie fragen nach dem Ziel, nach der gewünschten Lauf­zeit der Anlage und nach der Risiko­bereitschaft des Kunden. Trotzdem passen die Geld­anlagen, die sie dann anbieten, häufiger nicht zum Anleger, wie unser Test erwies: Nur 3 von 23 Banken beraten gut.

Anlageberatung der Banken 02/2016

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TestAnla­geberatungFinanztest 02/2016
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Einfacher Testfall

Für unseren Test haben wir von Juni bis September 2015 die Qualität der Anla­geberatung von fünf bundes­weit tätigen Privatbanken sowie von je neun großen Genossen­schafts­banken und Sparkassen getestet. Insgesamt haben wir 160 Beratungs­gespräche in Anspruch genommen und anschließend ausgewertet. Unsere Tester – geschulte Laien – wollten 45 000 Euro für zehn Jahre anlegen. Sie waren bereit, einen Teil des Geldes mit etwas Risiko zu investieren. Bei Bedarf sollte das Kapital rasch verfügbar sein. Sie gaben an, im Umgang mit Aktien keine Erfahrung zu haben. Ihre persönliche finanzielle Situation schilderten die Tester als gut. Sie erklärten, keine Schulden zu haben und zur Miete zu wohnen.

3 von 23 Banken gut

Immerhin drei der Institute erreichten ein Gut für die Qualität ihrer Anla­geberatung. Das war zwar schon besser als bei unserem letzten Test vor fünf Jahren. Es gibt aber noch viel Luft nach oben, wenn man das Gesamt­ergebnis betrachtet. Das Gros der Kredit­institute – darunter einige Groß­banken – schnitt nur befriedigend ab. Nur ausreichend waren fünf Banken, darunter die Post­bank, die in drei Beratungs­gesprächen viel zu riskante Anlage­vorschläge machte.

Zwei Institute berieten mangelhaft

Schluss­licht im Test sind die Hypo­ver­eins­bank und die Hanno­versche Volks­bank. Beide Banken berieten unsere Test­kunden so schlecht, dass sie ein Mangelhaft für die Qualität ihrer Anla­geberatung kassierten. Vor allem beim „Lösen des Anla­gepro­blems“ kassierten diese Banken schlechte Noten. Ihre Produkt­vorschläge waren häufig zu riskant, in mehreren Fällen war das Geld nicht recht­zeitig wieder verfügbar. Wenn Sie den Artikel frei­schalten, finden Sie unter „Gute und schlechte Produkt­vorschläge“ Beispiele für „Sehr gute“ und „mangelhafte“ Anla­geempfehlungen aufgeführt.

Immer noch Gesetzes­verstöße

Bei unserem letzten Test vor fünf Jahren erhielten unsere Test­kunden in 65 Fällen kein Beratungs­protokoll. Damals war die gesetzliche Vorschrift, bei einer Beratung über Wert­papiere ein Protokoll anzu­fertigen, erst wenige Monate alt. In dem Protokoll müssen unter anderem Ziel, Zweck, Dauer der Geld­anlagen sowie die Risiko­bereitschaft des Kunden erfasst werden. Im aktuellen Test wurde immerhin noch 15-mal gegen die bei Banken ungeliebte Protokoll­pflicht verstoßen. Die Kreissparkasse Köln, die Baden-Württem­bergische Bank und die Sparkasse Leipzig über­gaben jeweils in drei von sieben Fällen kein Protokoll. Beim Qualitäts­urteil gab es dafür einen Abzug um eine ganze Note.

Kunden sollten stets Zweitmeinung einholen

Fazit: Berater, die von unseren Test­kunden meist als nett und kompetent einge­stuft wurden, ermittelten den Kunden­status oft richtig und informierten zufrieden­stellend über die Produkte und Kosten dafür. Ordentliche Vorarbeit ist aber keine Garantie für gute Anla­geempfehlungen. Kunden sollten sich deshalb mit Hilfe unserer Check­liste auf eine Anla­geberatung vorbereiten. Außerdem ist es sinn­voll, eine Zweitmeinung einzuholen oder die Produkt­vorschläge von einer Verbraucherzentrale prüfen lassen.

Tipp: Wenn Sie wissen möchten, wie gut die Fonds sind, die Ihr Berater Ihnen vorgeschlagen hat, dann nutzen Sie den Produktfinder Investmentfonds der Stiftung Warentest. Er enthält Charts und alle Kenn­zahlen für mehr als 17 000 Fonds und Finanztest-Bewertungen für über 3 500 Fonds.

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