Anlageberater müssen ihre Kunden künftig besser informieren. Der Bundesrat hat Mitte Mai ein neues Gesetz beschlossen, das die europäische Finanzmarktrichtlinie, kurz MifiD (Markets in Financial Instruments Directive) in deutsches Recht umsetzt.

Das Gesetz, das vor falscher Beratung schützen und die Transparenz erhöhen soll, tritt ab November in Kraft.

Die wichtigsten Regeln:

  • Die Berater müssen auf Nachfrage sagen, wie viel Provision sie für Verkauf oder Vermittlung einer Geldanlage erhalten.
  • Sie müssen auf Risiken und Interessenkonflikte in der Beratung hinweisen. Zu Konflikten kann es kommen, wenn Bankberater vor allem Fonds mit hohen Provisionen empfehlen oder bevorzugt Produkte von Gesellschaften verkaufen, die zum Konzern der Bank gehören.
  • Finanzberater sind verpflichtet, ihren Kunden Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen zu den günstigsten Konditionen zu besorgen. Dies müssen sie dokumentieren.

Die Regelung gilt aber nicht für Publikumsfonds. Hier müssen die Banken keinen Vergleich zwischen dem Kauf über die Börse und dem Ausgabeaufschlag anstellen, sondern nur darauf hinweisen, dass ein Börsenkauf möglich wäre.

Für geschlossene Fonds gelten die neuen Regeln nicht, da nur handelbare Wertpapiere unter das Gesetz fallen. „Der Gesetzgeber hat damit die Chance vertan, diese undurchsichtige Branche zu mehr Offenheit zu zwingen und so den Anleger besser vor unseriösen Angeboten zu schützen“, sagt Christian Fronczak, Sprecher des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Auch freie Fondsvermittler sind nicht von dem neuen Gesetz betroffen.

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