Die Nummer 1 gerät ins Schlingern

Anlageberatung Meldung

Der geschlossene Immobilienfonds LBB Fonds 1 wird zum Risiko. Anleger überlegen, gegen Fondsinitiatoren, Treuhänder und Verwalter zu klagen.

Im Fondsprospekt klingt es toll: „Gewerbe- und Wohnimmobilien arbeiten für Ihre private Altersvorsorge.“ Zum Leidwesen der 651 Anleger, die über 52 Millionen Mark in den LBB Fonds 1 investierten, ist das nicht mehr sicher. Die Ausschüttungen sind gekürzt und für das Jahr 2002 ganz ausgesetzt.

Die Mieten aus Immobilien, in die der Fonds investiert hat, fließen nicht wie geplant. In den letzten Jahren hat das die Nürnberger Fondsinitiatorin Bavaria Objekt- und Baubetreuung GmbH teilweise ausgeglichen. Sie hat für zehn Jahre die Mieten garantiert. Die Garantien enden aber bald.

Schon jetzt steht die Bavaria nur für Grundmieten gerade. Eingeplant hatte der Fonds aber Mietsteigerungen. Sie bleiben aus, da ein wichtiger Mieter, die Kathreiner AG, 1997 insolvent wurde.

Im Unternehmen IBV, das die Fondsgeschäfte führt, ist man gelassen und verweist auf das Fondsvermögen. Die Gesellschafterversammlung sorgt sich aber und hat ein Rechtsgutachten eingeholt. Ergebnis: Zwei der vier Fonds-immobilien habe die Bavaria zu Mondpreisen gekauft und die Zahlungsfähigkeit der Kathreiner AG sei nicht ordentlich geprüft worden.

Anleger planen Schaden­er­satzklagen, unter anderem gegen die Bavaria, die IBV, den Treuhandkommanditisten, der die Anleger in der Gesellschaft vertritt, und auch gegen Verkäufer der Fondsobjekte. Sie befürchten sogar, bei einer Fondspleite Teile ihrer Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

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