Pro und kontra: Was für und was gegen eine WG spricht

Vorteile

Eine Pflege-WG bietet ihren Bewohnern im Ideal­fall eine Rund­umver­sorgung, kombiniert mit einer individuellen Betreuung. In der Gemeinschaft können die Pflegebedürftigen einen Alltag erleben, der ihrem früheren Leben im eigenen Haushalt ähnelt. Im Vergleich zum Pfle­geheim sind Vorlieben einzelner Bewohner leichter zu berück­sichtigen. So sind häufig Haustiere erlaubt. Wer morgens länger schlafen oder jeden Abend einen Grieß­brei essen möchte, kann das gern tun – wenn keine ärzt­lichen Vorgaben dagegen sprechen. Selbst­bestimmung wird in einer Pflege-Wohn­gemeinschaft groß­geschrieben. Der Bewohner kann seinen Neigungen nachgehen, zum Beispiel bei Musik- oder Bastelnach­mittagen. Kann ein Pflegebedürftiger seine Wünsche nicht mehr klar äußern, haben seine Angehörigen die Möglich­keit, das Leben in seinem Sinne zu gestalten.

Nachteile

Das Leben in einer Wohn­gemeinschaft ist weniger durch­organisiert als in einer klassischen Pfle­geeinrichtung. Das kann auch Nachteile haben. So finden Qualitäts­kontrollen je nach Bundes­land deutlich seltener statt als im Pfle­geheim – oder über­haupt nicht. Dadurch kann es im schlimmsten Fall zu einer gefähr­lichen Vernach­lässigung der Bewohner kommen. Eine Rechts­sicherheit in Bezug auf die Qualität der Pflege gibt es nur in manchen Bundes­ländern, beispiels­weise in Berlin und Nord­rhein-West­falen. Die Finanzierung des WG-Lebens ist komplizierter zu regeln als Wohnen im Pfle­geheim, weil es als ambulante Betreuung gilt. Mehrere Personen gewähr­leisten die Pflege und organisieren den Haushalt. Sie müssen beauftragt und bezahlt werden. Die Kosten sind nicht in jedem Monat gleich hoch.

Angehörige müssen sich gut informieren und fort­laufend um die WG-Organisation kümmern.

Dieser Artikel ist hilfreich. 8 Nutzer finden das hilfreich.