Pflege-WG selbst gründen: In vier Schritten

Wer keine passende Pflege-Wohn­gemeinschaft findet, kann selbst eine gründen. Dafür sollten sich mindestens vier Personen zusammentun. Dann können sie die Zuschüsse der Pflegekassen gut nutzen.

  • Einigen. Die künftigen Mitbewohner sollten zusammenpassen, auch ihre Angehörigen. Sie sollten ähnliche Vorstel­lungen von einer Pflege-WG haben. Beispiels­weise ist es gut, wenn alle gemein­same Mahl­zeiten oder Ausflüge mögen und nicht einer am liebsten für sich bleibt. Aber auch umge­kehrt kann es passen, wenn alle Bewohner sich gern viel in ihrem eigenen Zimmer aufhalten.
  • Informieren. Die gesetzlichen Rege­lungen für Pflege-WGs sind von Bundes­land zu Bundes­land verschieden. Die Gruppe sollte sich zu den Details beraten lassen, etwa bei der „Bundes­interes­senvertretung der Nutze­rinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungs­angeboten im Alter und bei Behin­derung“ (www.biva.de) oder bei einer Verbraucherzentrale.
  • Planen. Die Gruppe sollte ein Konzept erarbeiten, wie das WG-Leben gestaltet und finanziert werden soll. Je nach Bundes­land muss das mit der Heim­aufsicht, dem Sozial­hilfeträger oder weiteren offiziellen Stellen besprochen und genehmigt werden. In der Regel ist es sinn­voll, eine Gesell­schaft bürgerlichen Rechts (GbR) zu gründen, um juristisch gemein­sam handeln zu können.
  • Realisieren. Dann muss noch der passende Wohn­raum gekauft, gemietet oder umge­baut werden. Eine örtliche Wohnungs­baugesell­schaft kann dabei helfen. Zu guter Letzt braucht die Gruppe einen Pflege­dienst, der bereit ist, sich in das Gemein­schafts­projekt einzufinden. Feste Bezugs­personen, sowohl in der Pflege als auch als Präsenz­kräfte, sollen in der Gruppe und individuell für eine gute Lebens­qualität sorgen.

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