Verhinderungs­pflege: Für kurz und lang

  • Situation. Der Pflegende braucht ab und zu ein paar Stunden frei oder mal einen oder mehrere Tage.
  • Lösung. Pfle­gekräfte, Freunde oder Verwandte über­nehmen für Stunden oder Tage die Verhinderungs­pflege, auch Ersatz­pflege genannt. Die Pflege kann auch in einem anderen Haushalt als zuhause statt­finden.
  • Anspruch. Die Pflegekasse zahlt maximal 1 612 Euro für 42 Tage, also für sechs Wochen. Zusätzlich können bis zu 806 Euro aus unver­brauchter Kurzzeitpflege verwendet werden. Anspruch hat, wer eine Pfle­gestufe hat und bereits mindestens sechs Monate gepflegt wurde. Die Beschränkung auf 42 Tage greift nur bei Vertretung für volle Tage, nicht bei einzelnen Stunden.
  • Nahe Verwandte. Springen Verwandte bis zum zweiten Grad wie Kinder, Geschwister oder Enkel ein, zahlt die Kasse bis zum 1,5-Fachen des Pflegegeldes der Pfle­gestufe. Liegen die Kosten höher – wie bei Verdienst­ausfall –, zahlt sie bis zu 1 612 Euro. Sie über­nimmt auch Fahrt­kosten.
  • Abwick­lung. Der Pflegebedürftige bezahlt der Pflege­vertretung den vereinbarten Lohn und lässt sich dafür eine Quittung mit dem Betrag geben. Die reicht er anschließend bei der Kasse ein, um das ausgelegte Geld zurück­zubekommen.
  • Pflegegeld. Bei Verhinderungs­pflege für volle Tage wird das bisherige Pflegegeld für den Pflegebedürftigen ausgesetzt. Ist nur eine stunden­weise Vertretung nötig, fließt es weiter.
  • Antrag. Auf Anfrage schickt die Pflegekasse das Antrags­formular. Der Antrag auf stunden- und tage­weise Verhinderungs­pflege sollte möglichst am Jahres­anfang gestellt werden. Damit kann der pflegende Angehörige sich im ganzen Jahr kurz­fristig vertreten lassen.

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