Angebot zum Datenschutz Vorsicht, Betrüger

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Angebot zum Datenschutz - Vorsicht, Betrüger

Die Bundesnetzagentur und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnen aktuell vor Werbeanrufen und Werbeschreiben. Betrüger nutzen den Namen von Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale, um Kasse zu machen. Unter dem Vorwand Daten zu schützen, entlocken die Betrüger ihren Opfern genau das: ihre Daten. test.de klärt auf.

Anrufer fragt nach Kontonummer

Der Anrufer meldet sich freundlich: Herr Zuckerbier. Er rufe im Auftrag der Bundesnetzagentur an. Es ginge um Datenschutz. „Sie können den Missbrauch Ihrer persönlichen Daten stoppen“, sagt Herr Zuckerbier. „Ganz mühelos“. Wer will das nicht? Verbraucher Datenschutz 24 kümmere sich um alles. „Wir leiten Ihre Beschwerde über dubiose Werbeanrufe direkt an die Bundesnetzagentur weiter. Sie zahlen nur einen jährlichen Servicebeitrag von 69 Euro.“ Dann fragt Herr Zuckerbier nach Ihrer Kontonummer. Stop. Spätestens jetzt sollte das Gespräch beendet sein.

Falsche Werbebriefe im Umlauf

Die Bundesnetzagentur warnt: „Solche Anrufe kommen nicht von uns“. Auch keine Werbeschreiben mit ähnlichem Tenor. Aktuell wirbt eine Firma Verbraucher Datenschutz 24 (VDS-24), Postfach 281, Hofstraße 1, 40723 Hilden per Telefon und Post. Die Firma behauptet, Kooperationspartner der Bundesnetzagentur zu sein und versucht, an Namen und Kontonummern leichtgläubiger Menschen zu kommen. Für 69 Euro im Jahr sollen die Kunden vor Datenmissbrauch geschützt sein. Wer das Geld überweist, ist es los. Wer seine Kontonummer rausrückt, hat zumindest seine Daten verspielt. Die Betrüger buchen dann vom Konto ab.

Schutz vor dubiosen Anrufen

Auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor dieser Masche. Herr Zuckerbier und Konsorten geben sich derzeit auch gern als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus. Die Anrufer bieten dem Angerufenen Schutz vor „dubiosen Anrufen“. Klingt nach Satire, doch es gibt Menschen, die fallen darauf herein. Der Schutz vor dubiosen Anrufen soll 39 bis 68 Euro kosten. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz stellt klar: „Wir rufen nie unaufgefordert und ohne entsprechendes Einverständnis bei Verbrauchern an und wir bieten am Telefon auch keine Verträge an“.

Nur schweigen schützt

Schutz vor dubiosen Anrufen gibt es nicht. Dubiose Anrufer fragen nicht nach Recht und Gesetz, bevor sie jemanden anrufen. Der einzig wirksame Schutz ist Schweigen. Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale mahnen: Nennen Sie bei solchen Anrufen nie persönliche Daten. Keinen Namen, keine Telefonnummer und vor allem keine Kontonummer. Fragen Sie stattdessen nach: Wie heißt der Anrufer? Wie nennt sich sein Unternehmen und unter welcher Rufnummer ist der Anrufer zu erreichen? Geben Sie diese Informationen gegebenenfalls an ihre Verbraucherzentrale weiter. Oder an den Verbraucherservice der Bundesnetzagentur.

Konto prüfen

Sie haben sich zu einer Dummheit hinreißen lassen und dem dubiosen Anrufer ihre Kontonummer genannt? Nicht verzagen. Prüfen Sie Ihr Konto regelmäßig und beobachten Sie alle Buchungen. Wenn Sie dabei eine unberechtigte Abbuchung feststellen, widerrufen Sie diese Buchung bei Ihrer Bank. Schriftlich oder per Onlinebanking, wenn Sie am Onlinebanking teilnehmen. Die Bank holt den eingezogenen Geldbetrag daraufhin zurück. Das funktioniert binnen sechs Wochen vom Tag der Abbuchung an. Gilt allerdings nur für Abbuchungen im Lastschriftverfahren. Wenn Sie das Geld selbst überwiesen haben, lässt es sich nicht zurückholen. Zumindest nicht bei der Bank. Sie müssen Ihr Geld dann direkt vom Empfänger zurückfordern. Bei Betrügern ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen. Wenn Sie Namen und Anschrift des Geldempfängers kennen, und keine Leistung erhalten haben, können sie Strafanzeige wegen Betrugs erstatten.

Schutz vor Werbeanrufen

Gegen Werbeanrufe legal arbeitender Firmen können Sie durchaus etwas tun. Vorausgesetzt, Sie haben der Werbung nicht zugestimmt. Werbeanrufe ohne Zustimmung des Kunden sind verboten. Seriöse Unternehmen müssen sich daran halten. Notieren Sie Uhrzeit, Namen und Rufnummer des Anrufers, wenn Sie unaufgeforderte Anrufe bekommen. Die Rufnummer des Anrufers können Sie gegebenenfalls der Anrufliste Ihres Telefons entnehmen. Informieren Sie dann Ihre Verbraucherzentrale und den Verbraucherservice der Bundesnetzagentur. Firmen, die sich nicht an das Verbot der Telefonwerbung halten, müssen
Bußgeld zahlen.

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Gurion am 12.10.2010 um 18:04 Uhr
Wie reagieren?

Wie reagieren?
Lassen Sie sich keinesfalls auf die Ihnen angetragenen Geschäfte ein, und antworten Sie nicht auf solche Mitteilungen – auch nicht, um eine Absage zu erteilen. Löschen Sie die E-Mails und alle Anhänge. So vermeiden Sie, dass Betrüger in den Besitz Ihrer Unterschrift, Ihres Geschäftspapiers, Ihrer Telefonnummern oder zu Angaben über Ihre Bankverbindungen kommen. Es sind dies alles Bestandteile, mit denen zu betrügerischen Zwecken eine Vollmacht gefälscht, ein Visumsgesuch gestellt oder eine Banktransaktion vorgenommen werden könnte.
Wählen Sie keine der angegebenen Telefonnummern. Oft sind es gebührenpflichtige 0900er Nummern.
Stehen Sie bereits mit dem oder den Betrügern in Kontakt, empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich an die Kriminalpolizei wenden und gegebenenfalls Anzeige wegen Betrug erstatten.
Es ist meistens schwierig, die Täter von Vorschussbetrug zu ermitteln und zu verurteilen, da sie hauptsächlich vom Ausland und unter falschem Namen operieren.

Gurion am 12.10.2010 um 18:02 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht.

Gurion am 12.10.2010 um 17:59 Uhr
Was ist ein Vorschussbetrug?

Worum geht es?
Vorschussbetrug ist seit Anfang der Achtzigerjahre bekannt. In E-Mails, Fax oder persönlichen Briefen werden ausserordentliche Profite in Aussicht gestellt, meistens in der Höhe von mehreren Millionen US-Dollars. Die Absender verwenden fiktive Namen oder treten unter einer falschen Identität auf. Oftmals geben sie zu verstehen, dass es sich um eine höchst vertrauliche Angelegenheit handle. Die Hauptformen von Vorschussbetrug sind:
Die falsche Lotterie
In einer E-Mail wird mitgeteilt, man habe bei einer Lottoziehung oder bei einem Gewinnspiel gewonnen dabei haben die angeschriebenen Personen gar nicht teilgenommen . Um den Gewinn ausbezahlen zu können, sei ein Gebührenvorschuss erforderlich. Ist der Vorschuss erst einmal überwiesen worden, hört man nichts mehr von den Lotteriebetreibern. Das überwiesene Geld ist verloren.
Die vorgetäuschte Erbschaft
Potenzielle Opfer werden vorwiegend per E-Mail angeschrieben....