Angebot mit Risiko. Android-Smartphones ohne Sicher­heits­updates sind Angreifern ausgeliefert.

Händler müssen nicht auf Sicher­heits­lücken von Smartphones hinweisen. Das hat nun ein Kölner Gericht entschieden. Kunden können die Risiken aber immerhin mindern. Hier lesen sie, wie.

Elektronikmarkt muss nicht von sich aus warnen

Ein Kölner Elektronikmarkt wies Kunden 2016 nicht auf Sicher­heits­lücken von Android-Smartphones hin. Ende Oktober entschied das Ober­landes­gericht Köln (Az. 6 U 100/19), der Händler müsse das auch nicht tun. Die Informationen, dass ein Handy bereits zum Zeit­punkt des Anbietens Sicher­heits­lücken aufweist, sei „für den Verbraucher nicht wesentlich“. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen.

Handy-Sicher­heits­lücken – diese Gefahren drohen

Werden Sicher­heits­lücken nicht durch Aktualisierungen geschlossen, können Angreifer über Apps Schadsoftware aufspielen. Die Verbraucherzentrale hatte Smartphones gekauft, die im Einzel­fall 15 Sicher­heits­lücken aufwiesen – Einfalls­torefür Schadsoftware, die bis heute selbst in Apps aus dem Google Play Store steckt. Wie das Internet-Sicher­heits­unternehmen PSW Group, Fulda, im November mitteilte, enthält zum Beispiel die mehr als 100 Millionen Mal installierte Tastatur-App Touch­Pal das Schad­programm BeiTaAd. Nach der Infektion mit diesem Code spielten Smartphones massiv Audio- und Video­werbung ab und lasen teil­weise sensible Daten aus. BeiTaAd gibt es noch in rund 240 anderen Apps.

Neues Verfahren für Apps im Play-Store

Seit November koope­riert Google intensiv mit Internet-Sicher­heits­firmen, die nun neue Apps auf Schadcodes durch­leuchten, bevor sie in den Play Store einge­stellt werden.

Vier Regeln, um Risiken zu mindern

So verringern Sie die Gefahren.

1. Installieren Sie angebotene Updates für Betriebs­system und Apps umge­hend.

2. Installieren Sie Apps nur direkt aus dem Google Play Store – und nur solche, die schon einige Wochen verfügbar sind.

3. Richten Sie über die Hotline Ihres Mobil­funkanbieters eine Dritt­anbieter­sperre ein – so meiden Sie Kostenfallen wie Abos und SMS-Dienste, in die Sie unabsicht­lich tappen könnten, etwa beim Ankli­cken von Werbebannern in Apps.

4. Weiteren Schutz bieten Sicher­heits-Apps wie Eset Mobile Security & Antivirus aus unserem Antivirus-Test.

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