Ananassaft Test

Vom Acapulco bis zum Zephyr: Ananassaft gehört in viele Cocktails und in jede Bar. Was wäre die Pina Colada ohne Ananas? Auch der Saft ist in. Selbst pur: Einige Diäten preisen ihn als Fitnessdrink. Frische Ananas enthält das Enzym Bromelin. Bromelin fördert die Durchblutung und regt die Verdauung an. Die Stiftung Warentest hat 15 Ananassäfte getestet. 13 sind mangelhaft. Mit frischer Ananas haben sie nur wenig gemein.

Falsches Aroma

Sie schmecken ausdruckslos oder wenig nach Ananas oder sogar metallisch: Wie Dosenananas, sagen die Saftexperten der Stiftung Warentest. Sie vermissen das typische Aroma der Frucht. Die chemische Analyse bestätigt das: Die Aromen der Ananassäfte haben nicht mehr viel mit Ananas zu tun. In den Säften von Bauer und Niehoffs Vaihinger finden die Chemiker sogar synthetische Aromastoffe. Die sind für Fruchtsaft verboten.

Verdorbene Früchte

Die Fruchtsaftverordnung schreibt vor, was Fruchtsaft ist: Saft muss das charakteristische Aroma seiner Frucht enthalten. Frisch muss die Ananas sein – Abfälle und verdorbene Früchte sind tabu. Fehlanzeige bei den Säften von Aldi und Albi. Ihr Aroma weist auf verdorbene Früchte hin. Nicht gefährlich, aber unappetitlich. Gesundheitlich sind die Säfte kein Problem. Die Stiftung Warentest fand weder Schimmelpilze noch schädliche Keime. Auch in den anderen getesteten Säften nicht. Nur Spuren des Pflanzenschutzmittels Ethefon. Es lässt die Ananas gleichmäßiger reifen. Die Werte lagen aber weit unter der gesetzlichen Höchstgrenze.

Verlorener Geschmack

Das Aroma der Ananas ist aus hunderten von Aromastoffen komponiert. Um es im Saft zu bewahren, müssten eigentlich ganze Früchte geschält und schonend entsaftet werden. Das geschieht selten. Ananassaft ist meist ein Abfallprodukt. Bei der Produktion von Dosenananas entsteht der Saft nebenbei. Das Fruchtfleisch wandert in die Dose, die Reste in den Saft. Auch Schalen und Strünke werden mit ausgepresst. Darunter leidet das Aroma. Der Ananasaft verliert seinen typischen Geschmack.

Säfte aus Konzentrat

Die meisten Ananassäfte sind aus Konzentrat gemacht. Dem Saft werden Wasser und Aroma entzogen. Das Aroma wird aufgefangen und getrennt gehandelt. Konzentriert wird meist dort, wo die Ananas wächst: in Thailand, Indonesien, auf den Philippinen und auf Hawaii. Vorteil: Konzentrat und Aroma sind lange haltbar und leichter zu transportieren. Erst bei der Abfüllung wird das Konzentrat wieder mit Wasser gemischt. Rückverdünnen, sagen die Experten dazu. Auch das Aroma muss wieder hergestellt werden. Hier sparen die Anbieter offenbar.

Nur Bio ist gut

Kein einziger Saft aus Konzentrat hatte das typische Aroma der Ananas. Auch in den beiden Direktsäften von Aldi fehlte die echte Ananasnote. Die Konsumenten waren mit dem Geschmack dennoch zufrieden. Nur wer frisch gepreßten Ananassaft kennt, weiß, was ihm mit den kommerziellen Säften entgeht. Gut sind die Bio-Säfte von Voelkel und Beutelsbacher. Sie schmecken typisch nach Ananas. Dieser Geschmack hat seinen Preis: bis zu 5,70 Euro pro Liter.

Der Fitness-Hype

Einige Diäten propagieren Ananas als Schlankmacher. Das ist ein Irrtum. Frische Ananas enthält zwar das Enzym Bromelin. Es hemmt Entzündungen, fördert die Durchblutung und regt die Verdauung an. Ein Fettkiller ist es aber nicht. Bromelin spaltet Eiweiß und hilft dem Körper, die Energie bis zur letzten Kalorie zu nutzen. Gesund ist die Ananas aber allemal: Viel Vitamin C, Kalium und Kohlenhydrate. In den industriell produzierten Säften ist weniger drin: Durch die Verarbeitung und Lagerung geht Vitamin C verloren und das Enzym Bromelin verliert seine Funktion.

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