Tipps

Probleme aufspüren. Wenn Ihr Parkett zwischen 1900 und Anfang der 70er Jahre verklebt worden ist, besteht die Möglichkeit, dass giftige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder - ab Mitte der 50er Jahre - polychlorierte Biphenyle (PCB) im Kleber enthalten sind.

Schwarze Gefahr. Ob die Kleber belastet sind, hängt von ihrer Farbe ab - ungefährlich sind weiße, graue oder rosafarbene. Schwarze Kleber erwiesen sich dagegen zu mehr als der Hälfte als belastet. Rund 10 Prozent der braunen und gelben Kleber enthielten PCB.

Im Zweifelsfall. Ob ein alter Kleber tatsächlich gifthaltig ist, kann nur eine Analyse klären. Die Probe lässt sich zum Beispiel von der Rückseite eines lockeren Parkettstabes abkratzen oder an einer unauffälligen Stelle im Randbereich entnehmen. Alternativ kann der Hausstaub gemessen werden.

Sofortmaßnahmen. Durch häufiges Staubsaugen bei geöffneten Fenstern möglichst mit Durchzug) können Betroffene die Belastung selbst verringern. Beschädigtes Parkett lässt sich - zumindest provisorisch - auch mit einer speziellen Schutzfolie abdecken. Darüber legt man möglichst einen Teppich.

Sanieren. Werden hohe Schadstoffgehalte festgestellt, kann eine Sanierung sinnvoll sein. Wenn das Parkett in einem schlechten Zustand ist, beim Betreten nachfedert und Stäbe locker sind. Besonderer Handlungsbedarf besteht, wenn Kleinkinder im Haushalt wohnen.

Alternativen. Oft ist es nicht nötig, gleich das ganze Parkett entfernen zu lassen. Prüfen Sie auch andere Möglichkeiten, wie Versiegeln oder Überbauen. Beauftragen Sie nur eine Firma, die über die erforderliche Sachkunde verfügt. Vereinbaren Sie außerdem vertraglich im Detail, welche Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzmaßnahmen durchgeführt werden sollen. Mieter sollten das auch vom Vermieter verlangen.Wichtig ist auch die Beaufsichtigung der Arbeiten.

Kosten. Das Abdichten mit kunststoffbeschichteter Alufolie kostet etwa 15 bis 20 Mark pro Quadratmeter (bei Selbstverlegung) plus neuen Bodenbelag. Eine Alternative ist die Abdichtung samt Neuversiegelung: Inklusive Abschleifen und Nachbehandlung sind dafür meist 40 bis 65 Mark pro Quadratmeter zu zahlen. Die Preise fürs Herausreißen schwanken erheblich. Komplett mit Abschleifen eines Estrichs werden dafür meist mindestens 50 Mark pro Quadratmeter fällig. Hinzu kommen mitunter die Versiegelung von Kleberesten und immer die Kosten für den neuen Fußbodenaufbau. Kein Auftrag ohne vorherigen Preisvergleich!

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