Amygdalin Hilft nicht, sondern schadet

Amygdalin - Hilft nicht, sondern schadet
Hoher Gehalt. Bittere Aprikosenkerne enthalten bis zu 8 Prozent Amygdalin.

Amygdalin, häufig fälsch­lich als Vitamin B 17 bezeichnet, wird im Internet wieder verstärkt zur Vorbeugung und als alternatives Heil­mittel gegen Krebs angepriesen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stuft amygdal­inhaltige Arznei­mittel als bedenk­lich ein. Sie sind in Deutsch­land nicht zugelassen. Wissenschaftliche Belege für die Wirk­samkeit gegen Krebs gibt es nach Einschät­zung des BfArM nicht. Statt­dessen birgt das falsche Vitamin erhebliche Risiken. Aus Amygdalin entsteht während der Verdauung giftige Blausäure. Das BfArM nennt schwerwiegende Neben­wirkungen von Erbrechen, Schwindel, Krämpfen bis zu Todes­fällen nach der Einnahme von Amygdalin. Einen hohen natürlichen Gehalt haben etwa bittere Aprikosenkerne. Laut Bundes­institut für Risiko­be­wertung können für Erwachsene schon mehr als zwei Kerne pro Tag gesundheitlich bedenk­lich sein. Kinder sollten gar keine essen.

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