Amazon Protect Teurer Geräte­schutz aus Groß­britannien

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Amazon Protect - Teurer Geräte­schutz aus Groß­britannien

Amazon bietet unter dem Namen „Amazon Protect“ Versicherungen für Elektrogeräte an. Dahinter stecken jetzt Angebote des britischen Versicherers London General Insurance Company Limited. Zuvor hatte Amazon Geräte­versicherungen der Ergo Direkt verkauft. Geräte­schutz über Amazon ist durch den Wechsel nun oft teurer – auch Streit im Schadens­fall könnte für Verbraucher schwieriger zu klären sein.

Geräte­schutz für mobile Geräte

Für mobile Geräte wie einen Laptop gibt es ein-, zwei- oder dreijäh­rigen Geräte­schutz. Gedeckt sind neben Reparaturen auch Fall- und Flüssig­keits­schäden. Drei Jahre Schutz für einen 1 200-Euro-Laptop kosten 297 Euro (vorher 142 Euro).

Garan­tieverlängerung für Groß­geräte

Für Geräte wie eine Wasch­maschine gibt es eine zwei- oder dreijäh­rige Garan­tieverlängerung (Extra-Garantie), die beginnt, wenn die zweijäh­rige Mangelhaftung des Verkäufers endet. Die Versicherung bezahlt Reparaturen bei Defekten. Bei Totalschäden erhalten Kunden ein Neugerät auf dem Stand des Altgeräts oder einen Gutschein im Wert des Ersatz­geräts. Dreijäh­riger Schutz für eine 750-Euro-Wasch­maschine kostet 74 Euro. Der Ergo-Schutz hatte 88 Euro gekostet.

Diebstahl- und Geräte­schutz für Handys

Für Handys gibt es einjährigen Geräte- und Diebstahl­schutz, der für ein 800-Euro-Handy 124 Euro kostet (vorher 62 Euro). Vom Diebstahl­schutz raten wir ab. Verbrauchern zufolge zahlen Versicherer oft nicht.

Versicherungs­ombuds­mann nicht zuständig

Neben der jetzt höheren Preise fahren deutsche Verbraucher durch den Wechsel zu einem britischen Versicherer auch in anderer Hinsicht schlechter: Bei Regulierungs­problemen können sie nicht den Versicherungs­ombuds­mann um eine Schlichtung bitten – so wie es Verbraucher in der Vergangenheit bei Problemen mit einer Elektronik­versicherung durch­aus getan haben. Zuständig für eine Beschwerde wäre bei Amazon Protect der britische Ombuds­mann: Financial Ombudsman Service, zu erreichen unter www.financial-ombudsman.org.uk.

Test von 43 Garan­tever­längerungs­policen

Im Dezember 2015 hat Finanztest 43 Garan­tever­längerungs­policen großer Märkte und Shops getestet. Das Fazit damals: Viele sind teuer und einige bergen im Klein­gedruckten böse Über­raschungen: Test Garantieverlängerungen. Im Oktober 2014 hat test.de sich Handyversicherungen angesehen, etwa den Plus­schutz Media Markt und Saturn.

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Gelöschter Nutzer am 11.04.2017 um 20:21 Uhr
Warum

Bei allen Versicherungen sollte es immer darum gehen, existenzielle Risiken abzusichern bzw. darüber hinaus Risiken, die zu einer erheblichen, eventuell nur kaum tragbaren finanziellen Belastung führen, wenn sie denn eintreten. Keine der hier im Artikel genannten Dinge trifft darauf zu.
Solche Versicherungen sind objektiv überflüssig. Wer sie subjektiv dennoch möchte, sollte sich eben auch die Bedingungen durchlesen. Drei Jahre zusätzlicher Waschmaschinenschutz für ca. 10 % des Kaufpreises mag monetär noch OK sein. Bei den anderen genannten Beispiele frage ich mich ernsthaft, warum jemand so etwas abschließt.