Altersvorsorge vererben Special

Süß und sorglos, zum Glück. Für den schlimmsten Fall rüsten sich ­Familien am besten mit einer guten Risikolebensversicherung.

Altersvorsorge macht man für sich selbst. Aber es gibt viele Wege, Angespartes nach dem Tod für die Familie zu erhalten, auch bei den staatlich geförderten Produkten.

Wer für die Rente Geld zurücklegt, tut das für sein eigenes Wohl. Ob Riester-Rente, Rürup-Rente, Betriebsrente oder private Rentenversicherung – im Vordergrund steht das eigene finanzielle Auskommen im Alter. Welche Anlage lohnt sich, wie viel Rente kommt heraus?

Doch Menschen wollen Erspartes nach ihrem Tod gern ihrem Partner oder Kindern hinterlassen. Mit reinen Geldanlagen funktioniert das immer. In Altersvorsorgeverträgen kann man dafür sorgen, dass etwas für die Lieben bleibt.

Riester-Rente

Wer eine Riester-Rentenversicherung abschließt, kann mit einer Zusatzversicherung für Angehörige vorsorgen. Anbieter begrenzen den Beitragsanteil dafür meist auf 15 Prozent. Begünstigt sein dürfen darin der Ehepartner des Sparers oder seine Kinder. Nach dem Tod des Sparers bekommen sie eine steuerpflichtige Rente, Kinder, solange sie kindergeldberechtigt sind.

Nach Auskunft des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaf (GDV) wird dieser Schutz nur selten gewünscht. Bei Fondsgesellschaften und Banken gibt es ihn gar nicht.

Verloren ist Riester-Vermögen dennoch nicht. Bei Fonds- und Banksparplänen kann das Spargeld in der Ansparphase immer vererbt werden. Das kostet nicht extra.

Aber auch Geld aus einer Riester-Rentenversicherung kann ohne Zusatzversicherung an Erben fließen. Voraussetzung ist, dass eine Leistung bei Tod in der Ansparphase vereinbart war. Das ist üblich. Meist soll das angesparte Kapital ausgezahlt werden. In den ersten Jahren gibt es bei dieser Regel kaum Geld für die Erben, später durch Zinsgewinne umso mehr.

Seltener gilt bei Riester-Verträgen eine Beitragsrückgewähr. Erben bekommen dann immer das Eingezahlte zurück, profitieren aber nicht von Zinserträgen.

Wer auf jegliche Leistung bei Tod verzichten will, streicht sie im Vertrag. Das erhöht seinen Rentenanspruch geringfügig um 2 bis 3 Prozent. Je nach Versicherer kann die Leistung im Todesfall später wieder ergänzt werden.

Rückzahlung der Förderung

Vererbt wird aber nicht das gesamte Geld auf dem Riester-Konto. Zunächst müssen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Die Weitergabe des Kapitals an Erben gilt nämlich als „schädliche Verwendung“. Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) führt für jeden Riester-Sparer ein Konto. Die Förderung in der Vergangenheit ist also dokumentiert.

Nur der Ehepartner, mit dem der Sparer bis zum Tod verheiratet war und zusammenlebte, kann das gesamte Riester-Gesparte erben. Das klappt, wenn er dieses Geld auf einen eigenen Riester-Vertrag übertragen lässt, auch wenn er den erst ­abschließt. Sofort oder später fließt daraus eine lebenslange steuerpflichtige Rente.

Im Vertrag des Verstorbenen muss diese Möglichkeit genannt sein, was die Regel ist. Ob der erbende Partner selbst förderberechtigt war oder ist, spielt keine Rolle.

Andere Angehörige müssen vom Riester-Erbe nicht nur die Förderung zurückgeben. Jenseits ihres Freibetrags zahlen sie auch Erbschaftsteuer darauf. Kapitalertragsteuer fällt nicht an.

Riester in der Auszahlung

Auch in der Auszahlphase kann nach dem Tod eines Riester-Sparers noch etwas für Erben bleiben. Viel hängt vom Produkt ab.

Floss schon eine lebenslange Rente aus ­einer Rentenversicherung, stoppt der Versicherer die Überweisungen nach dem Tod des Sparers. Wenn noch eine Rentengarantiefrist besteht, bis zu deren Ablauf die Rente mindestens gezahlt wird, überweist der Versicherer den Betrag so lange weiter.

Rentengarantiezeiten zwischen fünf und zehn Jahren sind üblich. Möglich sind Fristen bis zu 20 Jahren und länger. Je länger, desto teurer wird es. 10 Jahre machen rund ein Prozent weniger Rente für den Sparer aus, 20 Jahre etwa 2,5 Prozent.

Manche Kunden haben ab Rentenbeginn zunächst einen Auszahlplan gewählt. Für den Zeitraum bis vor ihrem 85. Lebensjahr ist das möglich. Erst ab dann ist eine lebenslange Rente vorgeschrieben.

Ein Auszahlplan kommt vor allem für Sparer mit einem Bank- oder Fondssparplan infrage. Wer per Rentenversicherung spart, kann einen solchen zum Rentenbeginn nur wählen, indem er zu einer Fondsgesellschaft oder Bank wechselt. Vom Auszahlplan ist sicherlich noch Kapital vorhanden, wenn ein Sparer bald nach Rentenbeginn stirbt.

Ob aus einem Auszahlplan oder einer Rentengarantiezeit geerbt wird, die För­derung muss in beiden Fällen anteilig ­zurückgegeben werden. Nur Ehepartner profitieren wieder abzugsfrei, wenn sie das Restkapital vom verstorbenen Partner für einen eigenen Riester-Vertrag verwenden.

Rürup-Rente

Eine andere private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung ist die bisher nur von Lebensversicherern angebotene Rürup-Rente. Hier kann überhaupt nichts vererbt werden. Stirbt der Sparer, fällt das Kapital der Versichertengemeinschaft zu.

Der Kunde darf aber eine zusätzliche Hinterbliebenenversorgung vereinbaren, damit doch etwas bleibt. Bis zu 49 Prozent seines Beitrags kann er dafür nehmen, ohne die steuerliche Förderung zu verlieren.

Je nach Umfang dieses Schutzes fallen unterschiedlich hohe Kosten an. Sinnvoll ist es, sich alle Möglichkeiten vorrechnen zu lassen. So erfährt der Kunde, wie sich das eine oder andere auf die Höhe seiner ­eigenen Rente auswirkt.

Begünstigt werden dürfen nur der Ehepartner und die Kinder des Sparers, solange sie kindergeldberechtigt sind, Lebenspartner nicht.

Betriebliche Altersversorgung

Auch Betriebsrentner und Arbeitnehmer mit Anspruch auf Betriebsrente, können in ihrer Vorsorge nur nächste Angehörige als Hinterbliebene absichern. Das sind der Ehepartner zum Zeitpunkt ihres Todes und kindergeldberechtigte Kinder.

Gestaltungsmöglichkeiten gibt es dafür bei Betriebsrenten über Pensionskassen, Versicherer oder Pensionsfonds. Entweder ist ein kleiner Schutz in den Versorgungsvertrag integriert, der gewährleistet, dass die Beiträge bei Tod des Versicherten nicht völlig verloren sind. Dieses Restkapital kann als Rente, bei Kleinstbeträgen auch in einer Summe ausgezahlt werden.

Ein Kunde kann aber auch eine Zusatzversorgung abschließen und die Höhe der Hinterbliebenenrente individuell bestimmen. Je höher die Versorgung der Lieben, desto teurer wird es. Das Geld fehlt ihm womöglich für seine eigene Altersvorsorge.

Für die Auszahlungsphase kann er eine Rentengarantiezeit vereinbaren.

Versicherungssparen

Bei einer privaten Rentenversicherung gilt für die Ansparphase meist eine Beitragsrückgewähr bei Tod. Selten soll stattdessen das angesparte Kapital an die Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Profitieren dürfen alle Erben, also auch unverheiratete ­Lebenspartner. Sie können im Vertrag als Bezugsberechtigte genannt werden.

Ab Rentenbeginn rettet eine Garantiezeit Kapital nach dem Tod. Über eine Partnerversicherung können Kunden auch vereinbaren, dass die Rente bis zum Tod des länger Lebenden gezahlt wird, zum Beispiel bei Ehepaaren. Das ist recht teuer.

Gut lassen sich Angehörige in der Ansparphase im Schwesterprodukt Kapitallebensversicherung absichern. Der Versicherer garantiert ab dem ersten Beitrag eine vereinbarte Todesfallleistung.

Die beste Hinterbliebenenvorsorge ist aber – losgelöst von Sparverträgen – die ­Risikolebensversicherung. Sie zahlt im Todesfall eine Geldsumme und bietet hohen Schutz bei oft günstigem Beitrag.

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