Tipps

Allgemein zur Altersvorsorge:

  • Einstieg. Fangen Sie möglichst früh mit dem Sparen fürs Alter an. Dann profitieren Sie am stärksten von Zinseszinseffekten. Private Rentenversicherungsverträge allerdings sind als Einstieg in die Altersvorsorge in jungen Jahren nicht günstig. Für Berufseinsteiger sind flexible Bank- oder Fondssparpläne richtig.
  • Strategie. Die private Rentenversicherung ist nur eine und in den meisten Fällen nicht die günstigste Form Altersvorsorge. Prüfen Sie zunächst, ob und welche betriebliche Altersvorsorge für Sie erreichbar ist. Sie ist in der Regel günstiger als die Vorsorge auf eigene Faust. Schöpfen Sie außerdem die Möglichkeiten der Riesterrente aus. Sie bringt wegen der staatlichen Förderung in der Regel mehr als andere Vorsorgeverträge. Die private Rentenversicherung ist nur richtig, wenn Sie die Beitragszahlung sicher bis zum Ende der Laufzeit durchhalten, Sie im Alter recht hohe Einkünfte haben werden und so von den Steuervergünstigungen profitieren können und Ihnen die Sicherheit einer lebenslangen Renten wichtiger ist als die Aussicht auf hohe Renditen.
  • Mischen. Kombinieren Sie bei Ihrer Altersvor­sorge insgesamt verschiedene Geldanlagen: sichere, aber weniger ertragreiche mit unsichereren Anlagen, die dafür höhere Renditechancen bieten. Stecken Sie nicht alles Geld in unflexible Produkte wie Kapitallebens- oder Rentenversicherungsverträge, die Sie bis zum Ablauf halten müssen, sondern mischen Sie Varianten zu, bei denen Sie jederzeit ohne Verluste an Ihr Geld herankommen. Setzen Sie zumindest bis zum Sparerfreibe­trag ruhig auf eine steuerpflichtige Anlage. Steuern müssen Sie nur für Zinsen und andere Kapitalerträge zahlen und nur, wenn Sie über 1 421 oder bei Ehepaaren 2 842 Euro pro Jahr liegen. Auch auch die Erträge einer Investition in Aktienfonds bleibt wegen der Steuerfreiheit von Kursgewinnen weitgehend vom Zugriff des Fiskus verschont. h gibt es für Sie nicht nur die Rentenversicherung als steuerbegünstigtes Produkt für die private Alters­vorsorge. Weitgehend steuerfrei bleiben auch Investments in Aktienfonds.
  • Informationen. Detaillierte Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten für private Altersvorsorge insgesamt erhalten Sie in FINANZtest 12/2004 oder online komplett und interaktiv.

Zu privaten Rentenversicherungsverträgen:

Wenn eine private Rentenversicherung für Sie tatsächlich die richtige Altersvorsorge ist, stellen Sie zunächst zusammen, welche Leistungen sie genau brauchen. Eine kurze Erklärung zu den wichtigsten Optionen folgt:

  • Rentengarantiezeiten. Bei Vereinbarung einer Rentengarantiezeit zahlt die Versicherung die Rente auch dann noch, wenn sie innerhalb der Garantiezeit sterben. Das Geld erhalten die Hinterbliebenen. Wenn deren Unterhalt abgesichert ist, brauchen sie keine Rentengarantiezeit. Sie bekommen dann eine höhere Rente, so lange sie leben.
  • Beitragsrückgewähr. Einzelne Versicherer bieten die so genannte Beitragsrückgewähr an. Dabei wird bei Tod des Versicherten die nach Abzug etwaiger Rentenzahlungen angesammelte Summe der Beitragszahlungen unverzinst an die Hinterbliebenen gezahlt. Auch bei Vereinbarung einer solchen Option sinkt Ihre Rente erheblich. Ihre Hinterbliebenen sichern sie besser ab, indem Sie rechtzeitig eine Risikolebensversicherung abschließen. Ansonsten bleibt, ein Teil Ihres Vermögens separat anzulegen, damit es im Todesfall Hinterbliebenen und Erben zur Verfügung steht.
  • Abrufoption. Normal beginnt die Zahlung der Privatrente zu einem fest vereinbarten Termin. Mit Vereinbarung einer so genannten Abrufoption können Sie den Rentenbeginn bei Bedarf um bis zu fünf Jahr vorverlegen.
  • Beitragsdynamisierung. Die Beiträge steigen automatisch um einen bestimmten Prozentsatz. Damit sollen Preissteigerungen ausgeglichen werden. Bei der damit erforderlichen jährlichen Vertragsanpassung entstehen jedoch immer auch Kosten, die die Rendite schmälern. Wenn Sie Ihre Altersvorsorge nachträglich aufstocken wollen, ist es günstiger, zusätzliches Geld etwa per Banksparplan auf die Seite zu legen.
  • Rentendynamisierung. Die garantierte Rente zuzuzüglich bereits während der Beitragszahlungszeit angefallener Überschüsse erhalten Sie bis an Ihr Lebensende. Auch während der Rentenauszahlung fallen noch Überschüsse an. Sie können auf unterschiedliche Art und Weise gewährt werden: Manche Versicherer verteilen die noch zu erwartenden Überschussbeteiligungen gleichmäßig auf die Zeit der Rentenzahlung. Sie erhalten dann eine gleichbleibend hohe Rente. Alternativ dazu ist möglich, diese Überschüsse zu verwenden, um eine Rentensteigerung zu erzielen. Die Rente ist dann anfangs geringer, als bei gleichmäßiger Verteilung der Überschüsse, steigt dafür aber im Laufe der Jahre kontinuierlich an. Die Vereinbarung einer solchen Rentendynamisierung macht Sinn, wenn Sie im Laufe der Jahre mit steigendem Finanzbedarf rechnen. Beachten Sie: Die Rentendynamisierung ist von den Überschüssen abhängig, die Ihre Versicherung erwirtschaftet. Wie hoch sie ausfallen wird, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Planen Sie auf jeden Fall so, dass Sie mit der garantierten Rente auskommen. Das gleiche gilt auch für Verträge mit gleichbleibender Rentenzahlung. Verlassen können Sie sich nur darauf, dass die garantierte Rente gezahlt wird. Ob und in welcher Höhe Überschussbeteiligungen zu einer erhöhten Rente führen, lässt sich nicht vorhersagen.
  • Beitragszahlung. Oft verlangen Versicherer bei monatlicher Zahlung einen Aufschlag von 5 Prozent gegenüber dem Jahresbeitrag. Zahlen Sie den Beitrag besser jährlich.
  • Vergleich. Holen Sie stets mehrere Angebote ein. Achten Sie darauf, dass stets die gleichen Optionen und Leistungen zugrunde liegen. Vergleichen Sie die verschiedenen Angebote anhand der Höhe der garantierten Kapitalabfindung. Die prognostizierten Leistungen inklusive Überschussbeteiligung sind eine bloße Hochrechnung der aktuellen Situation auf die geplante Vertragslaufzeit. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die tatsächliche Entwicklung mehr oder weniger stark abweichen.

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