Altersvorsorge mit Fonds: Das gewisse Extra

Fürs Alter sparen und dabei keinen Verlust machen ist gut. Besser ist es, wenn die Rendite nicht 0, sondern 6, 8 oder 10 Prozent beträgt. Finanztest zeigt den Weg zur Wunschrendite.

Wenn es ginge, würde sich natürlich jeder gerne 25 Prozent pro Jahr sichern. Oder noch mehr. Wunder vollbringen kann Finanztest allerdings nicht. Aber wie wäre es mit 7,6 Prozent pro Jahr? Oder 9,8? Klingt doch auch nicht schlecht.

Die realistische Zielrendite

Was realistisch ist, hängt von der Ansparzeit ab und wie immer auch davon, welches Risiko der Anleger eingehen will. Finanztest hat sinnvolle Zielrenditen für Sparpläne mit Laufzeiten von 10, 15 und 20 Jahren ausgerechnet und für verschiedene Arten der Absicherung angegeben.

Wir haben diese Zielrenditen nicht mit dem rechnerischen Durchschnitt ermittelt, sondern mit dem Median.

Durchschnitt und doch nicht

Der Unterschied ist der: Der Durchschnitt gibt die mittlere Rendite an. Der Median teilt die Sparpläne in zwei ­Hälften. Die eine Hälfte liegt über dem Median, die andere darunter.

Anschaulich wird der Unterschied durch ein Beispiel aus der Schule:

In einer Klasse sind 20 Schüler. Drei schreiben eine 1, einer eine 2, einer eine 4, zwölf bekommen eine 5 und drei eine 6. Der Notendurchschnitt liegt bei 4,35. Fünfzehn Schüler haben den Durchschnitt aber gar nicht geschafft. Er ist durch die drei Klassenbesten extrem nach oben gezogen worden.

Der Median läge in diesem Beispiel bei 5, wäre also schlechter als der Durchschnitt.

Mindestens in der Mitte liegen

Ähnlich wie in der Schule ist es beim Fondssparen. Ein Anleger hat einen Sparplan, genau wie jeder Schüler mit einer Klassenarbeit an den Start geht. Er will mindestens in der Mitte liegen, dort, wo die eine Hälfte der Sparpläne schlechter und die andere besser abschneidet.

Die Durchschnittsrendite von Fondssparplänen liegt immer über diesem Median. Das liegt daran, dass die Gewinne theoretisch unbegrenzt sind, die Verluste dagegen höchstens so groß wie die eingesetzte Summe. Sparpläne mit besonders gutem Ergebnis ziehen den Mittelwert hoch. Auf den Median haben sie aber kaum einen Einfluss .

In der Tabelle „Fondssparen mit Risikoschutz“ haben wir mit den durchschnittlichen Renditen gearbeitet. Sie zeigen, dass gesicherte Sparpläne kaum schlechter abschneiden als ungesicherte.

Natürlich hätte jeder lieber die höhere Durchschnittsrendite. Sie ist aber weniger wahrscheinlich als der Median.

Die möglichen Renditen

Um die Spanne der Zielrenditen auszurechnen, haben wir zwei Mediane benutzt. Die untere Grenze ist die Rendite, die von der Hälfte aller Sparpläne ohne Gewinnsicherung erreicht wird. Die obere Grenze ist die Rendite, die von der Hälfte aller Sparpläne mit Gewinnsicherung erreicht wird.

Wie man Gewinne sichert

Ein Anleger, der Gewinne sichern will, wählt zunächste seine Wunschrendite. Sie sollte in der Spanne der realistischen Zielrenditen liegen.

Im nächsten Schritt rechnet sich der Anleger aus, wie hoch sein Vermögen mit dieser Rendite sein wird. Dieses Vermögen ist das Zielvermögen.

In der Sparphase prüft der Anleger regelmäßig, wie viel seine Fondsanteile wert sind. Er vergleicht sein Fondsvermögen mit dem Zielvermögen.

Er findet so heraus, ob er sein Geld in eine sichere Zinsanlage umschichten sollte. Das tut er, wenn das Fondsvermögen und die künftigen Monatsraten einschließlich der dann bis zum Ende der Sparzeit fälligen Zinsen höher sind als das Zielvermögen. Die künftigen Raten zahlt er ebenfalls in ein sicheres Produkt. Nun kann ihm seine Wunschrendite niemand mehr nehmen.

Eine Garantie gibt es nicht

Eine noch höhere Rendite kann der Anleger dann nicht mehr erzielen. Diese Chance hat er durch die Umschichtung vergeben. Der Anleger sollte daher darauf achten, dass er sein Renditeziel nicht zu niedrig ansetzt. Auch ein zu hohes Renditeziel taugt nichts, weil es zu unwahrscheinlich ist, es je zu erreichen.

Damit keine Missverständnisse entstehen: An den Verlustwahrscheinlichkeiten ändert sich fast nichts. Ein Sparplan, der nicht gegen Verlust gesichert ist, bleibt riskant, mit oder ohne Gewinnsicherung. Es empfiehlt sich, beide Strategien zu kombinieren: die Absicherung gegen Risiken und die Sicherung der Wunschrendite.

Eine Garantie für die Wunschrendite gibt es leider nicht. Letztlich hängt das Ergebnis von der Börse ab. Wie wahrscheinlich es ist, dass der Anlegerwunsch Wirklichkeit wird, zeigt die Tabelle.

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