Fondsgebundene Versicherungen: Steuerfrei sparen

Fondspolicen sind eine Alternative für Leute mit Geld und hohem Steuersatz. Die anderen sollten bei Fonds bleiben.

Fondsgebundene Versicherungen sind die steuersparende Variante von Fondssparplänen. Sie kommen allerdings nur für gut verdienende Anleger infrage, die bereits über ein stattliches Vermögen verfügen. Für Leute, die nicht den Spitzensteuersatz zahlen, sind sie meist zu teuer.

Was ist eine Fondspolice?

Fondspolicen, wie die fondsgebundenen Versicherungen auch heißen, kombinieren Versicherungsschutz und Fonds­sparplan miteinander. Der Versicherungsmantel sorgt dafür, dass die Anleger über die Einkünfte nach zwölf Jahren steuerfrei verfügen können. Fondspolicen gibt es in Form von Lebens- und Rentenversicherungen.

Die fondsgebundene Lebensversicherung funktioniert ähnlich wie die herkömmliche Kapitallebensversicherung. Der Versicherungsnehmer versichert sein Leben. Im Fall seines Todes bekommt seine Familie mindestens eine bestimmte, vorher vereinbarte Summe ausgezahlt. Erlebt er das Vertragsende, zahlt ihm die Versicherung das dann vorhandene Fondsguthaben aus.

Rentenversicherungen hingegen sichern ein langes Leben ab. Der Versicherte bekommt am Ende der Ansparphase für den Rest seines Lebens eine regelmäßige Rente ausgezahlt.

Keine garantierte Verzinsung

Für Fondspolicen gibt es, anders als bei herkömmlichen Verträgen, keine garantierte Verzinsung. Sie gleichen daher den Fondssparplänen. Wie viel die Versicherten am Ende bekommen, hängt von der Lage am Kapitalmarkt und der Fähigkeit des Fondsmanagers ab – und von den Kosten.

Die Beiträge für eine Fondspolice fließen erst nach Abzug der Versicherungskosten für Verwaltung, Vertrieb und Risikoschutz in die Fonds. Wie viel das ist, ist je nach Gesellschaft unterschiedlich.

Die Kosten von Fondssparplänen ergeben sich aus dem, was der Anleger versteuern muss, und aus der Höhe der Ausgabeaufschläge.

Auf die Kostenquote kommt es an

Um sich zwischen Fonds und Fondspolice entscheiden zu können, sollten die Anleger die Kosten vergleichen können. Finanztest hilft ihnen dabei.

Im ersten Schritt sollten Anleger prüfen, was sie für einen Fondssparplan bezahlen müssen. Sie müssen dazu die Höhe des Ausgabeaufschlags und ihren Grenzsteuersatz kennen. Die internen Fondskosten wie Verwaltungs- oder Managementgebühren sind in der Fondsrendite bereits enthalten.

Die Tabelle zeigt die Kostenquoten von Sparplänen mit Aktienfonds für verschiedene Laufzeiten.

Kosten selbst berechnen

Im nächsten Schritt sollten die Anleger die Kosten der fondsgebundenen Versicherungen ermitteln. Sie hängen von verschiedenen Größen ab, unter anderem vom Alter und vom Geschlecht.

Finanztest hat daher keine Tabelle erstellt, sondern einen Kostenrechner entwickelt, mit dessen Hilfe jeder Anleger seine eigene Kostenquote ausrechnen kann.

Auch diese Rechnung bezieht sich auf eine Anlage in Aktienfonds. Fondspolicen mit Renten- oder Immobilienfonds lohnen sich nicht. Zwar wäre der Steuerspareffekt höher, weil diese Fonds einen größeren Anteil an steuerpflichtigen Erträgen erwirtschaften, doch im langjährigen Schnitt bringen sie viel weniger Rendite als Aktienfonds.

Wichtiges zum Kauf

Wer eine Fondspolice abschließen möchte, sollte das dennoch nur bei solchen Gesellschaften tun, die sowohl Aktien- als auch Renten- und Geldmarktfonds anbieten. Nur dann ist der Anleger in der Lage, die von uns empfohlenen Sicherheitsstrategien umzusetzen. Wenn wir auf den vorhergehenden Seiten das Umschichten in eine sichere Zinsanlage empfehlen, greift der Versicherungssparer zum Rentenfonds.

Auch für Sparer, die ihre Police nicht regelmäßig prüfen, empfiehlt es sich aus Sicherheitsgründen, das angesparte Geld allmählich umzuschichten, wenn der Tag der Auszahlung oder der Rentenbeginn naht. Raus aus den schwankungsanfälligen Aktienfonds, rein in die stabileren Fonds. Sonst kann es passieren, dass ein Kurssturz an den Börsen die schöne Rendite zunichte macht.

Voraussetzung für eine schöne Rendite ist erstens ein guter Fonds und zweitens eine preiswerte Versicherung.

Ein guter Kandidat für eine günstige Police ist Cosmos Direct, ein Direktversicherer, der bei unserer letzten Untersuchung mit Kostenquoten unter 5 Prozent glänzte. Auch die Versicherungsgesellschaft Europa konnte sich mit Kostenquoten unter 10 Prozent deutlich von der Konkurrenz absetzen.

Die teuersten Angebote lagen bei über 25 Prozent (fondsgebundene Lebensversicherung) beziehungsweise um 20 Prozent (fondsgebundene Rentenversicherung).

Frauen kommen bei fondsgebundenen Lebensversicherungen billiger weg, weil sie im Schnitt länger leben als ­Männer. Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen ist es umgekehrt. Hier zahlen aus demselben Grund die Frauen mehr.

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