Selbst­ständige Fitness-Trainer und Floristen haben kein berufs­ständiges Versorgungs­werk. Sie können über die Rentenkasse vorsorgen.

Die gesetzliche Rente ist auch etwas für Selbst­ständige. Und nicht die schlechteste Option, um sich eine lebens­lange Basis­versorgung aufzubauen. Die Alters­vorsorge-Experten der Stiftung Warentest nennen Vor- und Nachteile der gesetzlichen Rente, rechnen vor, wie viel später dabei heraus­springt und erklären, welche Selbst­ständigen sich ohnehin gesetzlich versichern müssen.

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SpecialAlters­vorsorge für Selbst­ständige31.08.2020
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Viele Selbst­ständige sind bei der Alters­vorsorge auf sich gestellt

Wer selbst­ständig arbeitet, muss sich in der Regel alleine um seine Alters­vorsorge kümmern, ob Malermeister mit großem Betrieb oder selbst­ständige Software­entwick­lerin. Auch Heb­ammen, Yoga­lehrer und Fitness­trainer gehören dazu, wenn sie nicht fest angestellt sind. Eine Option für viele: die freiwil­lige Vorsorge über die gesetzliche Rente. Für einige – kraft Gesetz pflicht­versicherte – Selbst­ständige ist das sogar ein Muss.

Das bietet unser Special Rente für Selbst­ständige

Infos, Tipps, Tabellen. Wir sagen, welche Selbst­ständige sich pflicht­versichern müssen, wie viel sie einzahlen müssen und was passiert, wenn sie es nicht tun. Sie erfahren, wann die Beiträge fällig werden und wo Sie Hilfe bei Streitig­keiten mit der Rentenkasse finden. Eine Tabelle zeigt, mit welchen Steuer­erleichterungen freiwil­lig gesetzlich versicherte Selbst­ständige rechnen können – je nach Jahres­gewinn und Einzahlhöhe.

Entscheidungs­hilfe. Unser ausführ­licher Pro- und Contra-Check hilft Ihnen bei der Entscheidung, ob die gesetzliche Rente als Alters­vorsorge für Sie taugt und ob Sie sich besser freiwil­lig oder auf Antrag pflicht­versichern.

Rechen­hilfe. Unsere Tabellen zeigen Ihnen, wie viel Rente Sie nach derzeitigen Werten für Ihre freiwil­ligen und pflicht­mäßigen Beiträge bekommen.

Heft-Artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Artikel aus Finanztest 9/2020.

Die Rendite kann sich sehen lassen

Es gibt einiges, was die Vorsorge über die gesetzliche Rente auch für Selbst­ständige interes­sant macht. So muss sie sich in puncto Rendite bisher nicht verstecken; zumindest wenn man sie mit den durch die Nied­rigzins­phase stark gebeutelten unge­förderten Garantierenten der privaten Versicherer vergleicht. Steuer­erleichterungen machen sie zusätzlich attraktiv. Auch der staatlich geförderten klassischen Rürup-Rente ist sie nicht zwangs­läufig unterlegen. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Ein wichtiger Punkt für Selbst­ständige ist oft, im Notfall an ihr Geld kommen zu können. Das geht bei Einzahlungen in das gesetzliche System nicht.

Rentenbeiträge: Steuer­vorteile nutzen

Allein­stehende Selbst­ständige, die freiwil­lig den Höchst­beitrag im Jahr an die Rentenkasse über­weisen, erhöhen ihre Renten­ansprüche nach derzeitigen Werten um fast 70 Euro im Monat. Oft können sie einen großen Teil der Beiträge über die Steuer wieder zurück­bekommen. Das kann, je nach Jahres­gewinn und Einzahlhöhe, zu einer Steuerersparnis von mehreren Tausend Euro im Jahr führen.

Alles rund um die Rente auf test.de

Gesetzliche Rente Das sollten Sie wissen
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Rente für schwerbehinderte Menschen Früher in den Ruhestand
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Erwerbs­minderungs­rente Zu krank zum Arbeiten

Im Alter fallen Steuern und Sozialbeiträge an

Allerdings gehen von der gesetzlichen Rente bei gesetzlich Kranken- und Pflege­versicherten später Beiträge von derzeit rund 11 Prozent ab, bei Privatrenten meist nicht. Auch zahlen Rentner auf eine unge­förderte, private Rente meist weniger Steuern. Trotzdem schneidet das gesetzliche System im Vergleich derzeit meist deutlich besser ab.

Pflicht­versicherte müssen sich aktiv kümmern

Selbst­ständige, die auto­matisch kraft Gesetz versicherungs­pflichtig sind, müssen sich kümmern und beim Renten­versicherungs­träger melden. Tun sie es nicht, kann das später ins Geld gehen. Das Problem: Nicht alle wissen, zu welchen Rentenspezies sie als Selbst­ständige gehören. Die Abgrenzungen etwa zwischen einem versicherungs­freien Berater oder einem versicherungs­pflichtigen Trainer sind nicht immer eindeutig. Hält die Bundes­regierung an ihren Plänen fest, könnte dieses Problem aber bald der Vergangenheit angehören.

Versicherungs­pflicht für alle

Im Koalitions­vertrag von 2018 haben sich CDU, CSU und SPD darauf geeinigt, eine Alters­vorsorge für alle Selbst­ständigen verpflichtend zu machen. Die soll in der Regel zu einer Rente ober­halb des staatlichen Grund­sicherungs­niveaus führen. Der Grund: Nicht bei allen Selbst­ständigen läuft die Alters­vorsorge rund. Eine OECD-Studie aus dem Jahr 2019 kommt zu dem Schluss, dass das aktuelle Renten­niveau bei ihnen deutlich nied­riger ist als bei Angestellten. Bei Solo­selbst­ständigen sei die Renten­abdeckung seit Mitte der 2000er Jahre sogar gesunken.

Neues Gesetz soll Alters­vorsorge regeln

Wann das Gesetz kommt, ist noch offen. Zwar arbeite man im Bundes­arbeits­ministerium an einem Entwurf, sagte ein Sprecher auf Anfrage von Finanztest, aber einen konkreten Zeitplan könne man nicht mitteilen. Angedacht ist, die gesetzliche Renten­versicherung als Stan­dard­variante für alle Selbst­ständigen vorzusehen. Solche, die eine vergleich­bare andere insolvenzsichere Vorsorge nach­weisen, sollen aus dem gesetzlichen System aussteigen können. Unklar ist auch, ob die neue Vorsorgepflicht für alle gilt, oder nur für jene, die ihre Selbst­ständig­keit nach Inkraft­treten des Gesetzes aufnehmen.

Nicht auf die neue Alters­vorsorgepflicht warten

Die Alters­vorsorge aufzuschieben, bis das Gesetz kommt, ist keine gute Idee. Gerade wenn das Geld knapp ist, ist es wichtig, so früh wie möglich zu beginnen. Je länger der Zeitraum, desto mehr kann man auch mit kleineren Beträgen erreichen.

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