Alters­vorsorge für Frauen: So sichern Sie sich eine angemessene Rente

Den Partner ins Boot holen

Alters­vorsorge für Frauen - So sichern Sie sich eine angemessene Rente

Wer der Familie zuliebe länger im Beruf zurück­steckt, bezahlt das mit den eigenen Renten­ansprüchen. Auch wenn Kinder­erziehungs- oder Pflege­zeiten bei der Rente berück­sichtigt werden, kompensiert das keinen lang­fristigen Voll­zeitjob (Im Job: Mehr Rente mitnehmen).

Frauen (oder Männer) rutschen im Alter dadurch zwar nicht auto­matisch in die Armut. Sie sind aber finanziell mehr oder weniger abhängig vom Partner. „Ich wundere mich, mit welcher Naivität Frauen bereitwil­lig die Zuver­dienst­rolle über­nehmen“, sagt Sandra Lathe. Die Fach­anwältin für Familien­recht aus Königs­winter bei Bonn hat sich auf Scheidungen und Unter­halts­recht spezialisiert. „Oft wissen sie nicht einmal genau, was ihr Partner verdient.“

Bleiben die Partner zusammen und teilen ihr Alters­einkommen offen und fair, gibt es kein Problem. Frauen müssen auch keine allzu großen Renten­nachteile befürchten, wenn sie sich im Renten­alter oder kurz davor scheiden lassen. Bei einer Scheidung teilt das Familien­gericht in der Regel alle Renten­ansprüche aus der Ehezeit auf – gesetzliche, betriebliche und private. Hat der Ehemann aus der Ehezeit zum Beispiel monatliche Anwart­schaften in Höhe von 3 000 Euro, die Ehefrau von 1 000 Euro, bekommt jeder nach der Scheidung 2 000 Euro.

Schlechter sieht es bei Trennungen im mitt­leren Alter aus. War ein Paar 20 Jahre verheiratet und lässt sich scheiden, werden die Renten aus der 20-jährigen Ehezeit geteilt. „Frauen Ende 40, die wegen der Kinder Teil­zeit arbeiten oder schon lange aus ihrem ursprüng­lichen Job raus sind, können beruflich nur noch selten erfolg­reich durch­starten“, sagt Lathe.

Künftige Einbußen wegen des Karriereknicks, wegen Auszeiten, Teil­zeit­arbeit und schlechterer Bezahlung müssen Frauen alleine schultern. Das können die entscheidenden Renten­punkte sein, die für ein komfort­ables Auskommen fehlen. Was tun?

An einem Strang ziehen

Alles auf den Tisch. Arbeiten Sie für die Familie weniger in Ihrem Job, sprechen Sie mit Ihrem Partner über die Folgen für Ihre Rente. Legen Sie im Guten einen Ausgleich in einem Ehevertrag fest. Das geht auch noch nach der Hoch­zeit. Der Partner, der im Job durch­startet, könnte sich darin zum Beispiel verpflichten, nach einer Scheidung weiter in eine private Renten­versicherung für den anderen einzuzahlen. Heiraten Sie und Ihr Partner nicht, sind solche Vereinbarungen noch wichtiger. Handeln Sie einen Partnerschaftsvertrag aus.

Rat holen. Holen Sie sich Rat bei Rentenberatern oder Fachanwälten für Familien­recht. Fragen Sie vorher immer nach den Kosten.

Unterhalt aushandeln. Sie können auch noch bei einer Scheidung einen Alters­vorsorgeunterhalt von Ihrem Ex fordern. Der Erfolg ist aber eher fraglich. Besser: früh im Guten verhandeln.

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