Alters­vorsorge für Frauen

Richtig sparen

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Alters­vorsorge für Frauen - So sichern Sie sich eine angemessene Rente
©  Shotshop, Collage: Finanztest

Zeit ist ein wichtiger Faktor beim Sparen, die Rendite ist es ebenfalls. Wie viel schon ein Prozent­punkt Unterschied ausmacht, zeigt die Tabelle. Für eine gute Rendite zählt nicht nur, dass Finanz­dienst­leister das Geld profitabel anlegen. Sie sollten dabei auch nicht zu sehr in die eigenen Taschen wirt­schaften. Richtig sparen heißt immer auch günstig sparen und so, dass es passt. Was tun?

Pantoffel-Sparen

Für fast jede Frau eignet sich unser bewährtes Pantoffel-Sparen. Zugegeben, es klingt nicht gerade sexy, ist aber eine gute Methode, wie Sie bei mäßigem Risiko etwas aus Ihrem Geld machen. So funk­tioniert unser Sparplan:
Sparrate fest­legen. Über­legen Sie, wie viel Sie monatlich sparen wollen.
Tages­geld sparen. Eröffnen Sie ein Tagesgeldkonto und über­weisen Sie monatlich die Hälfte der Sparrate darauf.
Fonds­sparen. Die andere Hälfte der Sparrate investieren Sie über einen ETF-Sparplan in einen Aktienfonds. Viele Direkt­banken und einzelne Filial­banken bieten sie an. Derzeit günstig sind die Wüstenrot Direct mit ihrem online geführten Investmentdepot, die Post­bank mit ihrem Onlinedepot und die Onvista Bank. Wählen Sie als Aktienfonds einen ETF auf den Index MSCI World. So verteilt sich Ihr Geld auf eine Vielzahl von Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und Branchen. Das reduziert Ihr Verlustrisiko. Welche ETF wir konkret empfehlen, finden Sie auf Seite 93. Wir kenn­zeichnen diese Fonds als „1. Wahl“.

Über­prüfen. Checken Sie einmal im Jahr, ob das Verhältnis zwischen Tages­geld- und Aktienfonds-Investment noch stimmt. Macht der Fonds mehr als 60 oder weniger als 40 Prozent aus, passen Sie die Sparraten an, bis das Verhältnis wieder ausgeglichen ist.

Hätten Sie Ihr Geld in den vergangenen 30 Jahren so angelegt, wären im Schnitt etwa 5 Prozent Rendite jähr­lich drin gewesen. Außerdem ist Pantoffel-Sparen günstig und Sie können Spar­pausen einlegen, sollte es finanziell eng werden.

Sein Nachteil: Läuft es ausgerechnet bei Renten­beginn schlecht an der Börse, müssen Sie warten können, bis sich die Lage bessert.

Grund­sicherungs­sicher sparen

Wenn Sie im Alter auf Grund­sicherung zusteuern, ist Pantoffel-Sparen eher nichts. Denn das Guthaben daraus würde der Sozial­hilfeträger wahr­scheinlich anrechnen. Für Renten aus einer zusätzlichen Vorsorge gibt es später einen Frei­betrag: 100 Euro bleiben komplett anrechnungs­frei, vom Rest noch 30 Prozent. Allerdings gibt es eine Höchst­grenze. 2019 liegt sie bei 212 Euro im Monat.
Gute Alternativen sind:
Riester-Sparen (siehe Abschnitt unten „Riester-Sparen bei mehreren Kindern“).
Gesetzliche Rente erhöhen. Als Arbeitnehmerin können Sie ab 50 Jahren freiwil­lig mehr an die Rentenkasse zahlen. Selbst­ständige und Hausfrauen können das ohnehin. Für den Teil der gesetzlichen Rente, der auf solchen freiwil­ligen Beiträgen beruht, gilt ebenfalls der Frei­betrag bei der Grund­sicherung. Ganz so einfach wie bei einem Sparplan laufen diese Einzahlungen allerdings nicht. Holen Sie sich vorher Rat (Die Rentenlücke ausmessen).

Riester-Sparen bei mehreren Kindern

Frauen mit Kindern, die Teil­zeit arbeiten oder generell ein nied­riges Einkommen haben, fahren mit dem Bürokratie-Monster Riester-Rente gut. Nicht, weil Versicherer oder Banken hier grandiose Renditen erwirt­schaften – oft ist sogar das Gegen­teil der Fall. Für Rendite sorgt beim Riestern vor allem der Staat.

Beispiel Karin Keller, drei kleine Kinder, arbeitet Teil­zeit, verdient 26 000 Euro brutto im Jahr. Auf ihren Riester-Vertrag zahlt der Staat 1 075 Euro im Jahr ein: 175 Euro für sie und 300 Euro pro Kind, solange sie Kinder­geld erhält, also längs­tens bis zum 25. Geburts­tag. Karin muss 60 Euro im Jahr selbst einzahlen. Das Sparen über­nimmt fast komplett der Staat, solange die Kinder nicht erwachsen sind und Karin wenig verdient. Fallen die Kinder­zulagen weg, muss sie mehr einzahlen, hat aber größere Steuer­vorteile.

Auswählen. Schauen Sie sich unsere Steck­briefe zu den unterschiedlichen Riester-Varianten an. Es gibt Versicherungen, Fonds­sparpläne, Wohn-Riester. Entscheiden Sie, welche am besten zu Ihnen passt.

Vergleichen. Suchen Sie sich mehrere Anbieter aus unseren vergangenen Tests aus und lassen sich von diesen Angebote erstellen.

Wohn­eigentum kaufen

Abwägen.Wohneigentum ist, auch für Allein­stehende, eine gute Vorsorge. Voraus­setzung: Der Preis ist angemessen und Sie haben genug Eigen­kapital.
Immobilien­kredit finden. Ab Seite 66 steht, wer Ihnen gerade besonders günstig Geld für Wohn­eigentum leiht.

So wirkt die Rendite

Die Tabelle zeigt, welchen Unterschied ein Prozent­punkt bei der Rendite ausmacht, wenn Sie 40 Jahre lang sparen.

Anlage­zeitraum (Jahre)

Anlagesumme pro Monat / gesamt (Euro)

Durch­schnitt­liche Rendite (Prozent)

Endkapital (Euro)

Davon Wert­zuwachs (Euro)

40

100 / 48 000

2

73 268

25 268 (34 %)

3

91 952

43 952 (48 %)

4

116  501

68 501 (59 %)

5

148  886

100 886 (68 %)

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