Für Kinder gibt es Zuschläge bei der Rente

Erziehungszeiten gelten in der gesetzlichen Renten­versicherung mehr als früher. Das zahlt sich besonders für Geringverdienende aus.

Die gesetzliche Rente errechnet sich nach so genannten Entgeltpunkten. Wie viel Rente eine Frau oder ein Mann ­bekommen, hängt von der Anzahl der Punkte ab, die sie bis zum Rentenbeginn ansammeln, und von deren Wert. Verdient eine Frau so viel wie das Durchschnittseinkommen in Deutschland, erhält sie genau einen Punkt.

2005 belief sich das Durchschnittseinkommen auf 29 569 Euro. 2006 liegt es nach vorläufiger Berechnung etwas darunter bei 29 304 Euro. Aktuell hat ein Entgeltpunkt in den alten Ländern einen Rentenwert von 26,13 Euro, in den neuen von 22,97 Euro. Eine Versicherte, die 40 Jahre lang das Durchschnittseinkommen erzielte, hätte sich mit 65 Jahren bis heute eine Rente von rund 1 045 Euro monatlich erarbeitet (Ost: 919 Euro).

Drei Jahre Elternzeit

  • Kindererziehung soll in der Rentenversicherung finanziell ausgeglichen werden  – in den ersten drei Lebensjahren ­eines Kindes am stärksten. Für nach dem 31. Dezember 1991 geborene Kinder werden einem Elternteil drei Jahre Beitragszeiten nach dem Durchschnittseinkommen gutgeschrieben, also drei Entgeltpunkte. Beamte und Selbstständige, die nicht in der Rentenversicherung pflichtversichert sind, sind ausgenommen. Wurde ein Kind früher geboren, gibt es nur Beitragszeiten für ein Jahr.
  • Müttern (oder Vätern), die in diesen drei Jahren versicherungspflichtig beschäftigt sind, werden die Entgeltpunkte für fiktives Einkommen zusätzlich gutgeschrieben, maximal aber bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Diese beläuft sich 2006 auf 63 000 (Ost: 52 800) Euro.

Zuschläge, bis Kind 10 Jahre wird

  • Zwischen dem dritten und zehnten Geburtstag eines Kindes gibt es weitere Ausgleichsleistungen. Alle Rentenbeiträge, die eine berufstätige Mutter (oder ein Vater) und ihr Arbeitgeber zu jeweils 50 Prozent bezahlen, werden dafür fiktiv um 50 Prozent bis maximal zur Höhe des Durchschnittseinkommens aufgestockt. Eine Verkäuferin mit einem Kind unter zehn Jahren, die 12 000 Euro brutto verdient, wird für 2006 beispielsweise so ­gestellt, als habe sie 18 000 Euro erzielt. Wer mehr verdient als das Durchschnittseinkommen, hat davon nichts.
  • Frauen (oder Männern), die mehr als ein Kind haben, wird für die Zeit, in der mindestens zwei ihrer Kinder unter zehn Jahre alt waren, ein fiktiver Beitragszuschlag von 0,33 Entgeltpunkten jährlich gutgeschrieben. Für Nichterwerbstätige mit mindestens zwei Kindern zwischen drei und zehn Jahren heißt das, der Rentenversicherungsträger stellt sie 2006 so, als würden sie auf Basis eines fiktiven Einkommens von rund 9 670 Euro Beiträge einzahlen. Wer berufstätig ist, bekäme das Drittel ebenfalls, die Aufstockung seiner Beiträge um 50 Prozent dann aber nicht mehr. Obergrenze ist auch hier das Durchschnittseinkommen.

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