Altersvorsorge Meldung

Riester hin, Rürup her: Nach einer neuen Umfrage des Instituts tns infratest im Auftrag der Dresdner Bank fehlt es trotz aller Werbung und Förderung noch an privater Vorsorge fürs Alter. Vier von zehn Erwachsenen in Deutschland betreiben danach überhaupt keine Vorsorge. Die mit dem Sinken des Rentenniveaus verbundene Lücke beim Einkommen im Alter werde dramatisch unterschätzt, glauben auch die Autoren einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. test.de liefert einen Überblick über die Möglichkeiten.

Sozialversicherung in Not

Das Rentenniveau sinkt. Im Jahr 2003 machte die Rente noch rund 48 Prozent vom Bruttolohn aus. 2015 sollen es nach den aktuellen Plänen der Regierung noch gut 44 Prozent sein und 2030 nur noch 40 Prozent. Hintergrund: Es fehlt an Geld. An Rentner wird das Geld ausgezahlt, dass Arbeiter und Angestellte als Rentenversicherungsbeitrag einzahlen. Wegen der gestiegenen Lebenserwartung steigen die Ausgaben. Gleichzeitig bröckeln wegen niedriger Geburtenrate und hoher Arbeitslosigkeit die Einnahmen.

Werbung mit Studien

Die neuen Studien zeigen: Im Grunde sind die Zusammenhänge den meisten Menschen bekannt. Dennoch fehlt es in vielen Familien völlig an zusätzlicher Vorsorge fürs Alter. Das ist das Ergebnis von zwei Studien von tns infratest und dem Deutschen Institut für Altersvorsorge. Ganz uneigennützig sind die Urheber der Nachricht allerdings nicht: Die tns-infratest-Studie hat die Dresdner Bank finanziert; das Deutsche Institut für Altersvorsorge ist eine Tochtergesellschaft von Deutscher Bank AG, DWS Investment GmbH, Deutsche Bank-Bauspar AG und Deutsche Herold AG. Das Plädoyer der Forscher für mehr Vorsorge ist immer auch Werbung für ihre Geldgeber. Dennoch ist die Botschaft richtig: Zusätzliche private Vorsorge tut Not.

Manko mit Berechnung

So viel steht deshalb fest: Wer den Lebensstandard im Alter halten will, muss zusätzlich privat vorsorgen. Erster Schritt: die Ermittlung der voraussichtlichen Rente. Das ist schwierig, aber unumgänglich. Wichtigste Grundlage: die Rentenmitteilungen der Versicherungsanstalten. Sie erlauben eine Einschätzung des Alterseinkommens. Aber Vorsicht: Die Hochrechnungen für die Zukunft beruhen auf einer ganzen Reihe von Annahmen. Sinkendes Einkommen und Zeiten der Arbeitslosigkeit können jede Prognose über den Haufen werfen. Auch die finanzielle Schieflage der Rentenkassen kann noch zu Abstrichen führen.

Ermittlung des Bedarfs

Zweiter Schritt: die Ermittlung des Finanzbedarfs. Der Abschied vom Beruf bringt Einsparungen. Fahrten zur Arbeit und Kosten für Arbeitsmittel fallen weg. Die Kosten für Lebensunterhalt und Wohnung laufen jedoch weiter. Mit zunehmendem Alter ist mit zusätzlichen Aufwendungen für Gesundheit und womöglich auch Pflege zu rechnen, und wer die Freiheit vom Beruf für Reisen nutzen will, muss den erforderlichen finanziellen Spielraum einplanen.

Stopfen für die Lücke

Um die Lücke zwischen der mutmaßlichen gesetzlichen Rente und dem Finanzbedarf zu schließen, gibt es reichlich Möglichkeiten. Für viele Arbeiter und Angestellte am günstigsten: zusätzliche betriebliche Altersvorsorge über Direktversicherungen, Pensionskassen oder -fonds. Sie wird steuerlich auf verschiedenen Wegen gefördert. Zusätzlich gibts oft noch einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Verbleibende Defizite kann in vielen Fällen ein Riestervertrag günstig stopfen. Für Selbstständige oft erste Wahl: Verträge der Marke Rürup. Nach Ausschöpfung aller Förderchancen und Steuervorteile bleibt noch das private Sparen. Je nach Risikofreude und verbleibender Laufzeit können Aktien- und Rentenfonds, Banksparpläne und im Einzelfall auch Kapitallebens- oder Rentenversicherungsverträge richtig sein.

Infos von Finanztest

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