Versicherungen

Viele Vorsorgesparer wählen Versicherungen, darunter Kapitallebenspolicen und private Rentenversicherungen, um für das Alter vorzusorgen. test.de sagt, ob sie für die Altersvorsorge geeignet sind.

Kapitallebensversicherung

Geeignet für sehr wenige. Niemand braucht wirklich eine Kapitallebensversicherung. Für Geldanlage und Altersvorsorge gibt es viele andere, flexiblere Produkte. Für Gutverdiener, die ihren Sparerfreibetrag ausgeschöpft haben, könnte sie sinnvoll sein, um Steuern zu sparen.
Ertragschance. Eine Kapitallebensversicherung bietet eine Absicherung der Angehörigen im Todesfall des Versicherten und einen Sparplan. Erlebt der Kunde den Vertragsablauf, überweist der Versicherer ihm eine Ablaufleistung. Der Kunde bekommt zumindest eine garantierte Rendite. Diese ist aber sehr mäßig.
Risiko. Ein vorzeitiger Vertragsausstieg bringt dem Kunden Verluste.

Tipps:

  • Sicherheit. Mit dem Rechner Lebensversicherungen können Sie leicht ausrechnen, welche steuerfreie Rendite Ihr Kapitallebensversicherer Ihnen zurzeit garantiert. Diese Rendite ist der Maßstab, um Ihre Lebensversicherung mit dem Ertrag nach Steuern aus einer anderen sicheren Anlage zu vergleichen. Liegt Ihr Versicherungsvertrag vorn und wollen Sie nichts riskieren, bleiben Sie dabei.
  • Chancen. Der Versicherer prognostiziert Ihnen eine Überschussbeteiligung, also mehr als die garantierte Leistung. Auch diese prognostizierte Rendite können Sie leicht ausrechnen. Sicher ist diese Rendite nicht. Sie werden sie allerdings nur mit Anlagen schlagen, die selbst nicht völlig ohne Risiko sind, etwa Rentenfonds oder Mischfonds, die in Aktien und Anleihen investieren. Auf Dauer sind damit Renditen vor Steuern von rund 7 Prozent erreichbar.
  • Schutz. Wenn Sie den Hinterbliebenenschutz aus Ihrem Vertrag brauchen, sollten Sie den Vertrag nicht kündigen. Es sei denn, Sie können Ihre Familie über eine Risikolebensversicherung günstig absichern. Die Risikolebensversicherung ist ein Vertrag, mit dem Sie nichts ansparen. Die Beiträge sind deshalb viel günstiger als die für eine Kapitallebensversicherung. Holen Sie Angebote ein, denn der Beitrag hängt vom Alter und Gesundheitszustand ab.
  • Entscheidung. Suchen Sie auf jeden Fall den Rat unabhängiger Experten, bevor Sie Ihre Kapitallebensversicherung kündigen oder beitragsfrei stellen. Wenden Sie sich zum Beispiel an eine Verbraucherzentrale oder an einen gerichtlich zugelassenen unabhängigen Versicherungsberater. Adressen finden Sie zum Beispiel unter www.vzbv.de und www.versicherungsberater.de

Private Rentenversicherung

Geeignet für Menschen, die eine zusätzliche lebenslange Einkommensquelle im Alter aufbauen wollen, die gering besteuert wird. Interessenten müssen sicherstellen, dass sie den vereinbarten Beitrag langfristig immer aufbringen können.
Ertragschance. Bei Durchhalten des Vertrags und mittlerer Lebensdauer mäßig. Mit Erreichen eines hohen Alters steigt die Rendite deutlich an.
Risiko. Wegen der hohen anfangs kassierten Abschlusskosten besteht ein Verlustrisiko für Kunden, die vorzeitig kündigen. Wer durchhält, hat kaum ein Risiko. Die Versicherer sagen garantierte Renten zu. Es gibt strenge Vorgaben für die Kapitalanlage. Die Finanzkraft der Unternehmen wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kontrolliert. Geht doch etwas schief, springt ein Auffangunternehmen ein.

Tipps:

  • Bedarf. Überschlagen Sie, was Sie bereits an Altersvorsorge machen. Nutzen Sie geförderte Produkte wie die Riester-Rente schon? Gibt es ein gutes Angebot für eine Betriebsrente? Sind Sie noch sehr jung, sollten Sie vorerst die Ertragschancen am Aktienmarkt durch Fondsinvestments nutzen, bevor Sie sich langfristig finanziell mit einer Rentenversicherung binden.
  • Ausdauer. Ergänzen Sie Ihre zusätzliche Altersvorsorge nur mit einer privaten Rentenversicherung, wenn Sie den vorgesehenen Beitrag dauerhaft erübrigen können. Flexibel ist dieser Vertrag nämlich nicht. Aussteigen bringt Verluste.
  • Eigenheim. Haben Sie mittelfristig eine Hausfinanzierung im Sinn, richten Sie Ihre Strategie besser auf die Bildung von dann verfügbarem Eigenkapital aus. Eine private Rentenversicherung ist dafür nicht das geeignete Produkt.
  • Zahlungsweise. Zahlen Sie den Beitrag für Ihre Rentenversicherung jährlich, nicht monatlich oder einmal im Vierteljahr. Das erspart Ihnen Ratenzahlungszuschläge, die sich negativ auf Ihre Rendite auswirken würden.
  • Rentenauszahlung. Achten Sie auf die richtige Überschusszuteilung bei Rentenauszahlung. Empfehlenswert ist nur die volldynamische Variante. Hier sind Sie vor Rentenkürzungen sicher.
  • Angehörige. Sie können Ihre Familie mit einer privaten Rentenversicherung kaum absichern. Wenn Sie wollen, dass Ihre Angehörigen im Fall Ihres Todes gut versorgt sind, schließen Sie eine preiswerte Risikolebensversicherung in angemessener Höhe ab.

Fondsgebundene Rentenversicherung

Geeignet als Alternative zur herkömmlichen Rentenversicherung – aber in der Regel nur dann, wenn zumindest ein Teil der späteren Rente garantiert wird. Im Vergleich mit Fonds hat die Police den Vorteil, dass während der Ansparphase keine Steuern anfallen. Das gilt aber nur, wenn das Geld später verrentet wird.
Ertragschance. Fließt das Geld ganz oder überwiegend in Aktienfonds, können Anleger mit einer Fondspolice deutlich höhere Erträge erzielen als mit einer herkömmlichen Versicherung.
Risiko. Anders als bei normalen Rentenversicherungen gibt es bei vielen Fondspolicen keine garantierte Rente. Macht der Fonds Verluste, müssen Versicherte womöglich mit weniger als ihren Einzahlungen in die Rente starten.

Tipps:

  • Sicherheit. Mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung gehen Sie mehr Risiko ein als mit einem herkömmlichen Vertrag. Die Höhe der Rente ist meist nicht oder wenn, nur teilweise garantiert. Sie hängt in erster Linie davon ab, wie gut die Fonds wirtschaften. Fragen Sie sich, ob das Produkt unter diesen Umständen noch passt.
  • Kosten. Schauen Sie bei der Auswahl einer Fondspolice auf die Kosten. Lassen Sie sich dazu verschiedene Beispiele ausrechnen, etwa für den Fall, dass die Fonds eine jährliche Rendite von 0, 3, 6 oder 9 Prozent bringen. Die Police mit der höchsten Ablaufleistung ist gleichzeitig die mit den niedrigsten Kosten.
  • Fonds. Wenn Sie die Fonds selbst zusammenstellen, achten Sie auf eine breite Auswahl an verschiedenen Aktien- und Rentenfonds. Ebenso sollten die Gesellschaften Geldmarktfonds im Angebot haben. Bevorzugen Sie Policen, die Sie mit „stark überdurchschnittlichen“ oder „überdurchschnittlichen“ Fonds aus dem Produktfinder Investmentfonds kombinieren können. Das hat den Vorteil, dass Sie die Qualität der Fonds regelmäßig überprüfen können.

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