Weitere staatlich geförderte Produkte

Mit etwa 17 Millionen Verträgen gehört auch die Betriebsrente zu den beliebten Vorsorgeprodukten. Die staatliche Förderung macht sie attraktiver als etwa eine private Rentenversicherung. Und auch vermögenswirksame Leistungen sollte sich keiner, der sie bekommen kann, entgehen lassen. test.de gibt einen Überblick.

Betriebliche Altersvorsorge

Immerhin: Die Renditen der betrieblichen Altersvorsorge liegen ähnlich hoch wie bei der Riester-Rente. Betriebsrenten gibt es über fünf Wege: Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktversicherung, Unterstützungskasse und Direktzusage. Der Arbeitgeber entscheidet für sein Unternehmen, welchem Weg er den Vorzug gibt. Im Jahr 2008 können Arbeitnehmer von ihrem Gehalt bis zu 2 544 Euro steuer- und sozialabgabenfrei für eine Betriebsrente abzweigen. Gut für Sparer: Ab 2009 sollten sie ursprünglich für ihre Beiträge genauso Sozialabgaben zahlen wie für das Gehalt, das nicht in die Betriebsrente fließt. Dann wären gesetzlich Krankenversicherte doppelt zur Kasse gebeten worden. Zunächst für ihre Einzahlungen und im Alter mit einem erneuten Beitrag zur Krankenversicherung für ihre Auszahlungen. Doch der Bundestag hat die geltende Regelung unbefristet verlängert. Dadurch können sich gesetzlich Krankenversicherte weiterhin über eine gute Rendite freuen. Für privat Krankenversicherte lohnt sich die Betriebsrente sowieso.
Tipp: Die beste Rendite auf ihre Betriebsrente erhalten privat krankenversicherte Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von mindestens 4 500 Euro. Für sie ist die Betriebsrente erste Wahl. Für gesetzlich Krankenversicherte ist die Betriebsrente ähnlich attraktiv wie die Riester-Rente. Wenn der Arbeitgeber etwas dazugibt, kann die Betriebsrente die Riester-Rendite sogar überholen.

Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge

Das betriebliche Sparen hat auch Nachteile. Die Rente ist wie bei Riester-Verträge voll steuerpflichtig. Zusätzlich werden auf Betriebsrenten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig. Nur privat krankenversicherte Rentner bleiben davon verschont. Manchmal spricht auch die berufliche Planung gegen eine Betriebsrente. Ist der Arbeitsplatz nicht sicher, steht ein Jobwechsel an oder will sich der Arbeitnehmer irgendwann selbstständig machen, unterbricht er das Sparen im Betrieb. Trotz jüngst verbesserter Mitnahmemöglichkeiten führt das fast zwangsläufig zu Einbußen bei der späteren Rente aus dieser Quelle.
Tipp: Weitere Informationen zur Betriebsrente finden Sie im Artikel Betriebsrente bleibt attraktiv aus Finanztest 02/2008

Vermögenswirksame Leistungen

Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben Arbeitnehmer, Beamte, Richter, Soldaten und Auszubildende. Teilzeitbeschäftigte erhalten die VL-Leistungen meist nur anteilig. Wer neu in einen Job einsteigt, bekommt die VL oft erst nach Ablauf der Probezeit. Freie Mitarbeiter, Selbstständige und Rentner können dagegen keinen VL-Vertrag abschließen. Der Sparvertrag lohnt sich : Zwischen 6,45 Euro und 40 Euro extra gibts monatlich vom Chef dazu. Zusätzlich haben VL-Sparer Anspruch auf staatliche Förderung in Form der Arbeitnehmersparzulage. Bedingung dafür: Das Einkommen darf während der siebenjährigen Sperrphase nicht größer sein als 17 900 Euro (Ehepaare 35 800 Euro). Dann zahlt der Staat allen Sparern mit Aktienfondssparplänen 18 Prozent auf die jährlichen Einzahlungen bis 400 Euro. Das sind maximal 72 Euro im Jahr. Bei Bausparverträgen liegt die Förderung bei 9 Prozent für Beiträge bis zu 470 Euro – also maximal 43 Euro im Jahr. Zusätzlich können Sparer hier noch die Wohnungsbauprämie kassieren.
Tipp: Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Special Vermögenswirksame Leistungen

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