Basis staatliche Rente

Altersvorsorge Special

Wer im Ruhestand auf nichts verzichten will, sollte bereits rechtzeitig die private Zusatzvorsorge planen. Grundlage dafür ist die Höhe der gesetzliche Rente, mit der Versicherungspflichtige im Alter rechnen können. Denn nur so lässt sich abschätzen, wie groß die Versorgungslücke ist.

Konto für die Rente

Die Höhe der gesetzlichen Rente ist abhängig von den eingezahlten Beiträgen und der Versicherungsdauer. Für jeden Versicherten werden diese Angaben bei den Rentenversicherungsträgern erfasst und auf ein Konto übertragen. Meist ist eine Online-Abfrage der Kontostände möglich. Wichtig: Versicherte sollten ihr Rentenkonto immer gut kontrollieren. Denn nicht immer liegen alle Angaben wie Wehrdienst oder auch die Geburt von Kindern lückenlos vor. Doch nur wenn alle Angaben vollständig im Rentenkonto erfasst sind, können Versicherte ihre Rente richtig berechnen. Seit 2005 sollten alle Rentenversicherten jährlich Auskunft über den Stand ihres Kontos erhalten.
Tipp: Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Artikel Rentenauskunft aus Finanztest 02/2004

Entgeltpunkte sammeln

Die Rentenansprüche werden in so genannten Entgeltpunkten erfasst. Für jedes Jahr der Beitragszahlung wird das versicherungspflichtige Arbeitseinkommen mit dem durchschnittlichen Verdienst aller Versicherungspflichtigen verglichen. Ist das Einkommen eines Versicherten genauso hoch, bekommt er einen Entgeltpunkt. Derzeit rechnen die Rentenversicherer mit einem Durchschnittsverdienst von 29 304 Euro. Bei Abweichungen nach oben oder unten gibt es entsprechend mehr oder weniger Entgeltpunkte. Für jeden Entgeltpunkt erhält der Versicherte einen monatlichen Rentenbetrag. In den alten Bundesländern liegt dieser so genannte aktuelle Rentenwert derzeit bei 26,27 Euro monatlich und in den neuen Bundesländern bei 23,09 Euro je Monat.

Für die meisten Pflicht

Für die meisten Erwerbstätigen ist die gesetzliche Rentenversicherung Pflicht. Das gilt beispielsweise für Angestellte, Arbeiter und Auszubildende. Aber auch Selbstständige wie Handwerksmeister, Angehörige freier Lehrberufe, Hebammen, Seelotsen, Küstenschiffer, Künstler und Publizisten müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Den Beitrag für Wehr- und Zivildienstleistende zahlt komplett der Staat. Zu den Versicherten zählen zudem Mütter und Väter in Elternzeit, Menschen, die Angehörige nicht erwerbsmäßig pflegen, Behinderte, die in Behindertenwerkstätten arbeiten und Menschen, die Kranken-, Arbeitslosengeld oder andere Entgeltersatzleistungen beziehen.

Beitragssätze

  • Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber führt einen festgelegten Teil des Bruttolohns an die Rentenversicherung ab. Derzeit beträgt der Beitragssatz, den sich Arbeitgeber und -nehmer teilen, 19,9 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenzen liegen derzeit bei 5 300 Euro (West) und 4 500 Euro (Ost) monatliches Bruttogehalt.
  • Selbstständige. Sie müssen die Beiträge meist allein aufbringen. Selbstständige können entweder einen Regelbetrag oder aber 19,9 Prozent des jeweiligen Arbeitseinkommens in die Rentenversicherung zahlen. Der Regelbeitrag liegt derzeit bei 494,92 Euro (West) und 417,90 Euro (Ost). Wer diesen Beitrag einzahlt, muss sein tatsächliches Einkommen nicht nachweisen.
  • Mini- und Niedriglohnjobs. Wer im Monat nicht mehr als 400 Euro verdient, muss keine Beiträge zur Rentenversicherung zahlen. Arbeitgeber müssen hier 15 Prozent Lohnzuschlag an den Rentenversicherungsträger für Minijobber, die Bundesknappschaft, abführen. Bei Beschäftigten in privaten Haushalten muss der Arbeitgeber nur fünf Prozent als Zuschlag an die Knappschaft zahlen. Minijobber können ihre Beiträge auf den regulären Satz von 19,9 Prozent aufstocken. Damit erwerben sie einen Rentenanspruch von 4,25 Euro monatlich. Für viele wichtig: Die Zeit des Minijobs zählt dann als Versicherungszeit. Außerdem können Minijobber in diesem Fall Zusatzleistungen der Rentenversicherung wie Reha-Maßnahmen bekommen.

Wichtige Ansprechpartner

Wenn es um die gesetzliche Rente geht, sind die entsprechenden Rentenversicherungsträger Ansprechpartner Nummer eins:

  • Deutsche Rentenversicherung Bund: Zuständig für Angestellte und Arbeiter.
  • sonstige Träger:
    Bundesknappschaft
    zuständig für die Branchen Bergbau, Bahn, See
  • Für Fragen hat die Deutsche Rentenversicherung eine
    kostenlose Servicehotline: 0 800/10 00 48 00
    (Mo. - Do.: 7.30 bis 19.30 Uhr, Fr.: 7.30 bis 15.30 Uhr)

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