Sparplan: Kurs­gewinne statt Zinsen

Alters­vorsorge Test

Vorsichtige können auch auf Bank­sparpläne setzen. Wer Geld hat und Risiko nicht scheut, fährt mit unseren Pantoffel-Portfolios deutlich besser.

Wer einen langen Atem und monatlich etwas Geld übrig hat, kann mit Sparplänen auf Indexfonds vorsorgen. Es winkt eine gute Rendite.

Was haben Renten­versicherungen und Aktien gemein­sam? Für beides braucht man einen langen Atem. Nur wer Aktien als lang­fristiges Investment sieht, kann zwischen­zeitliche Kurs­verluste aussitzen und bis zum Ruhe­stand von den Chancen am Aktienmarkt profitieren.

Hier enden die Gemein­samkeiten aber auch schon. Anleger, die bei ihrer Alters­vorsorge vor allem eine gute Rendite und weniger absolute Sicherheit im Blick haben, kommen um Aktien kaum herum.

Kompliziert ist so ein Aktien­investment nicht. Es reicht, Monat für Monat einen kleinen Betrag in einen Fonds­sparplan einzuzahlen. Das geht bei den meisten Filial­banken vor Ort und bei Direkt­banken bereits ab 50 Euro monatlich, bei vielen Anbietern auch ab 25 Euro. Der Anleger kauft sich damit Anteile an einem Investmentfonds, der wiederum in Aktien vieler verschiedener Firmen investiert.

Verluste aussitzen

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Ob für Lustlose oder Renditejäger – Aktienfonds­sparpläne sind flexibel und müssen nicht zeit­aufwendig sein.

Der Blick zurück zeigt, wie bei Aktien auf lange Sicht das Risiko sinkt und die Gewinne steigen. Steckte der Anleger in der Vergangenheit zehn Jahre lang monatlich 100 Euro in einen Fonds­sparplan, der sich am welt­weiten Aktien­index MSCI World orientiert, waren seine einge­zahlten 12 000 Euro im Durch­schnitt gut 20 000 Euro wert (Tabelle: Was aus 100 Euro werden kann). Bestenfalls wurden fast 40 000 Euro daraus, im schlimmsten Fall blieben lediglich 7 643 Euro.

Auf Sicht von 20 Jahren bekam der Anleger im schlimmsten Fall seine einge­zahlten 24 000 Euro mit 255 Euro Bonus zurück. Im Durch­schnitt konnten sich Anleger aber über 67 220 Euro freuen.

Indexfonds: Welt­weit Rendite jagen

Wer mit einem Fonds­sparplan lieb­äugelt, sollte hierfür einen börsen­gehandelten Indexfonds (ETF) auf einen welt­weiten Aktien­index wie den MSCI World (Tabelle: ETF-Sparpläne ohne Kaufkosten) wählen. Dieser Fonds investiert in Firmen und Branchen welt­weit und ist dadurch weniger riskant als ein Fonds, der sich auf eine Branche oder Region konzentriert. ETF folgen stur dem vorgegebenen Index. Sie sind günstig, weil kein teurer Fonds­manager bezahlt werden muss.

Immer auch Kauf­kosten beachten

Was Kauf und jähr­liche Verwaltung kosten, hängt davon ab, bei welcher Bank der Sparer abschließt. Am teuersten sind in der Regel Filial­banken. Einige Direkt­banken bieten zurzeit sogar ETF-Sparpläne ohne Neben­kosten an. Ansonsten verlangen Online­banken für monatliche Raten von 100 Euro jähr­lich bis zu 35 Euro Gebühren.

Anleger können die Sparpläne stets ihren Bedürf­nissen anpassen. Gehalts­erhöhung? Sie erhöhen die Sparrate. Kinder­pause? Sie senken die Sparrate. Immobilienkauf? Der Sparplan wird aufgelöst und fließt als Eigen­kapital in die Finanzierung.

So flexibel Sparpläne sind – Anleger können aber auch einfach stur die vereinbarte Summe Monat für Monat und Jahr für Jahr einzahlen. Gedanken um ihre Anlage müssen sie sich erst machen, wenn sie einige Jahre vor der Rente stehen. Dann sollten sie schauen, wofür sie ihr Erspartes brauchen und ob sie ihr Guthaben aus Sicher­heits­gründen Schritt für Schritt in Fest­zins­anlagen umbuchen.

Bank­sparplan: Für ganz Vorsichtige

Und was machen Sparer, die bei dem Auf und Ab der Börsen kalte Füße bekommen? Sie können ihre Monats­raten in einen Bank­sparplan einzahlen – vor allem, wenn sie es ganz unkompliziert wollen. Für Vorsichtige, die etwas bürokratischen Aufwand nicht scheuen, ist ein Riester-Vertrag derzeit oft die bessere Option (Riester-Sparen: Zulagen statt Zinsen).

Die Verzinsung von Bank­spaplänen ist zurzeit nämlich meist mager. Immerhin 2,5 Prozent Rendite jähr­lich für zehn Jahre garan­tiert aber der Sparplan VTB Flex der österrei­chischen VTB Direkt­bank, einer Tochter der russischen VTB (Test Banksparpläne, Finanztest 11/2014). Bei einer Einzahlung von 100 Euro monatlich stünden dann 13 626 Euro auf dem Konto. Außerdem ist der Sparplan flexibel. Nach vier Jahren kann der Sparer mit Drei­monats­frist aussteigen und zum Beispiel in andere Sparpläne mit dann besseren Zins­konditionen wechseln.

Ein Bank­sparplan kann auch eine Zusatz­option sein: Wem der Aktienfonds­sparplan allein zu riskant ist, der eröffnet zusätzlich einen Bank­sparplan und teilt die Sparraten nach seinem Gusto auf.

Pantoffel-Depot: Für größere Beträge

Anleger, die bereits über Kapital fürs Alter verfügen und teil­weise in Aktien investieren wollen, sollten das von Finanztest entworfene Pantoffel-Portfolio für die lang­fristige Anlage bauen. Das ist eine Depot­mischung aus Aktien und fest­verzins­lichen Wert­papieren. In der ausgewogenen Mischung besteht das Pantoffel-Portfolio je zur Hälfte aus Welt­aktien- und Rentenfonds. Dem sicher­heits­orientierten Anleger empfehlen wir die Mischung aus 25 Prozent Aktienfonds und 75 Prozent Rentenfonds. Für Renditejäger kommen bis zu 75 Prozent Aktienfonds infrage.

Am güns­tigsten funk­tioniert auch dieser Mix mit börsen­gehandelten Indexfonds, ETF. Für den Welt­aktienmarkt kommen ETF auf den MSCI World (Produktfinder Fonds, Filter „Aktienfonds Welt) infrage und für den Sicher­heits­baustein markt­breite ETF auf Indizes Staats­anleihen Welt (Euro). Mehr dazu im Produktfinder Fonds, filtern nach „Aktienfonds Schwellenländer“, „Rentenfonds Staats­anleihen Welt (Euro)“, „Rentenfonds Welt (Euro)“.

Ab einer Summe von etwa 10 000 Euro lohnt ein Pantoffel-Portfolio bei einer Direkt­bank. Filial­banken verlangen deutlich höhere Gebühren, deshalb sollte die Anlagesumme hier höher sein. Einmal im Jahr sollten Anleger ihr Depot prüfen und gegebenenfalls die Mischung von Aktien- und Rentenfonds anpassen.

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